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Ausgabe Nr. 29/2018 vom 17.07.2018, Foto: zvg
Auf diesen Ozeanriesen passen 6.680 Passagiere.
An Bord des größten Kreuzfahrtschiffes der Welt
Ein Spektakel auf See ist die „Symphony of the Seas“, das größte Kreuzfahrtschiff der Welt.
Auf dem Ozeanriesen finden 6.680 Passagiere Platz, hinzu kommen noch 2.200 Besatzungsmitglieder. Damit den Gästen nicht langweilig wird, gibt es jede Menge Unterhaltung an Bord. Von Akrobatikvorführungen bis hin zu Rutschen, Bädern und einer Einkaufsstraße.
Es gibt einen neuen Rekord auf hoher See. Das größte Kreuzfahrtschiff der Welt ist aus der Werft in der französischen Hafenstadt Saint-Nazaire zu Wasser gelassen worden. Derzeit schippert die „Symphony of the Seas“ durch das westliche Mittelmeer, ehe sie im Winter unter der karibischen Sonne unterweg sein wird.

Der Ozeanriese gehört zur amerikanischen Reederei „Royal Caribbean“. Auf ihrer Reise durch das Mittelmeer steuert die „Symphony“ Barcelona und Palma de Mallorca in Spanien an, Marseille in Frankreich sowie Florenz, Rom und Neapel in Italien. Das Schiff ist mit einer Höchstgeschwindigkeit von 40 Stundenkilometern unterwegs. Es legt frühmorgens in den Häfen an und fährt erst abends wieder los.

Für die Passagiere bleibt daher genügend Zeit, die Orte zu erkunden. Einen Tag verbringen sie auf See. Doch für die Besucher ist es nicht unbedingt notwendig, von Bord zu gehen. Denn sie befinden sich auf einer schwimmenden Stadt mit jeder Menge Unterhaltung. Für viele ist
das Schiff das eigentliche Reiseziel.

Auf 16 Decks verteilen sich eine Eislaufbahn, Kletterwände, Schwimmbäder, ein Karussell, ein Surfsimulator, ein Theater, Kinos, ein Wellnesstempel sowie ein Sport- und Minigolfplatz.

Auf gespannten Drahtseilen können die Passagiere auf der sogenannten „Zipline“ quer über das Schiff gleiten oder eine der Rutschen ausprobieren. Das Schiff beherbergt die längste Rutsche auf See.

Die „Ultimate Abyss“ hat eine Länge von 46 Metern. Zwei pinkfarbene Röhren winden sich zehn Stockwerke in die Tiefe. Der Eingang ist nicht zu verfehlen. Das Maul eines furchteinflößenden, violetten Tiefseeanglerfisches markiert den Einstiegspunkt.

Ihren Hunger können die Gäste in 20 verschiedenen Restaurants stillen, in Geschäften einkaufen und dabei Vogelgezwitscher lauschen, das aus den Lautsprechern ertönt. Die grüne Oase des Schiffes ist ein Park, in dem 12.000 Bäume und Pflanzen gedeihen.

In den Genuss dieses Erlebnisses kommen pro Fahrt bis zu 6.680 Passagiere sowie 2.200 Besatzungsmitglieder. Wenn der Ozeanriese vollbelegt ist, schippern somit knapp 9.000 Menschen über die hohe See. Geht es nach Michael Bayley, dem Präsidenten der Reederei, ist das Schiff immer noch nicht groß genug. In drei Jahren will er ein noch größeres herausbringen.

Dabei hat er mit der „Symphony“ seinen eigenen Rekord eingestellt. Bis vor Kurzem war noch die „Harmony of the Seas“ das größte Kreuzfahrtschiff der Welt. In der Länge und Breite stehen sich die Schiffe um nichts nach. Beide sind 362 Meter lang und 66 Meter breit. Doch auf die „Symphony“ passen mehr Passagiere.

„Im Jahr 1982 wurde das Kreuzfahrtschiff ,Song of America‘ vorgestellt. Das Schiff bot 1.600 Menschen Platz. Damals haben einige gesagt, dass das Schiff zu groß sei und niemand damit fahren wolle. Doch es kam bekanntlich anders“, erzählt Bayley.

Er glaubt, dass sich der Trend zu immer größeren Neubauten verstärken werde, aller Kritik zum Trotz. „Es macht Spaß, auf so einem Schiff mitzufahren“, sagt der Brite. Die Anzahl der Passagiere ist in den vergangenen Jahren stetig gestiegen. Noch vor zehn Jahren machten 17 Millionen Menschen auf der Welt eine Kreuzfahrt. Im vorigen Jahr waren es bereits um zehn Millionen mehr. Mehr als die Hälfte aller Passagiere stammt aus Nordamerika, jeder Vierte ist Europäer.

Die Verantwortung auf einem Kreuzfahrtschiff trägt der Kapitän. Im Fall der „Symphony“ ist es Rob Hempstead. Obwohl das Schiff alle technischen Stückerl spielt, kommt es ohne menschliches Zutun
nicht aus.

„Es gibt diese Vorstellung, dass auf modernen Schiffen alles automatisiert abläuft. In Wirklichkeit verwenden wir die Automatik nur, wenn wir im offenen Wasser geradeaus
fahren. Manövriert wird von Hand“, erklärt der Kapitän.

Die Kommandobrücke ist stets von zwei Offizieren und einem Unteroffizier besetzt. „Bei der Ankunft in einem Hafen sind in der Regel sieben Besatzungsmitglieder auf der Brücke“, sagt Hempstead.

Die einzigen Mitarbeiter, die nicht aus Fleisch und Blut sind, befinden sich in der „Bionic Bar“. Dort mixen zwei Roboterarme Cocktails für die Passagiere. Auf einem Monitor wird die Bestellung eingegeben. Danach setzen sich die technischen Gehilfen in Bewegung. Die alkoholischen Flaschen hängen kopfüber an der Decke. Die Roboterarme steuern sie zielgenau an, mischen die Zutaten und füllen sie in Gläser.

Modern soll in Zukunft auch der Treibstoff werden. Derzeit fährt das Kreuzfahrtschiff mit Schweröl. Die Reederei setzt künftig auf einen Antrieb mit Flüssiggas. Zwei Schiffe wurden bereits in Auftrag gegeben. Das erste soll in vier Jahren in See stechen. widlak
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