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Ausgabe Nr. 28/2018 vom 10.07.2018, Foto: Fotolia
Andere Länder, andere Sitten. Wer ins Ausland fährt, sollte auf kuriose Gesetze gefasst sein.
Küssen im Auto ist VERBOTEN
Die schönste Zeit des Jahres ist da, und viele Menschen aus unserem Land zieht es in die Ferne. Doch wer andere Länder bestaunen möchte, der sollte sich über die örtlichen Gesetze und Gebräuche gut informieren. Denn sonst drohen saftige Geld- und vereinzelt sogar Gefängnisstrafen.
Jeder zweite möchte in diesem Sommer verreisen, vier von fünf Urlauber zieht es dabei ins Ausland, lautet das Ergebnis einer aktuellen Studie über die Reisepläne der Menschen in unserem Land.

Doch in fremden Ländern herrschen andere Sitten und Gesetze. Viele dieser Vorschriften haben einen ernsten Hintergrund, andere wiederum sind historisch begründet und wurden später einfach nicht mehr abgeschafft. Heute können wir über viele dieser Bestimmungen schmunzeln.

Vorausgesetzt natürlich, wir bekommen es nicht selbst mit den Ordnungshütern des jeweiligen Landes zu tun. Denn im Falle einer Gesetzesübertretung kann das Urlaubsbudget schnell weg sein.

Keine Sandburgen
So ist es in Eraclea nahe Venedig (Italien) beispielsweise verboten, am Strand Löcher zu graben und Sandburgen zu bauen. Wer dennoch Küberl und Schauferl in die Hand nimmt und seine eigene kleine Burg formt, dem drohen bis zu 450 Euro Strafe. Was seltsam klingt, macht allerdings Sinn, denn Rettungsschwimmer könnten beim raschen Handeln im Ernstfall über die Sandgebilde stolpern.

Küssen verboten
Frankreichs Hauptstadt Paris, die „Stadt der Liebe“, wird ihrem Namen nur bedingt gerecht. Denn dort ist es verboten, sich auf einem Bahnsteig zu küssen. Das entsprechende Gesetz, das im Jahr 1910 eingeführt wurde, weil durch die Küsserei Züge verspätet abfuhren, gilt heute noch. In der Praxis wird es aber nicht mehr geahndet.

Auch in Italien gibt es bei der Romantik Einschränkungen. Wer sich in der Stadt Eboli im Auto küsst, der kann mit bis zu 500 Euro belangt werden. Dabei geht es allerdings eher um die Sicherheit am Steuer. Verboten ist jedes ablenkende Verhalten beim Autofahren, darunter fällt auch das Küssen.

Strenge Bekleidungs-Vorschriften
In Neapel in Italien herrschen strenge Sitten. Hier wurden Miniröcke im Jahr 2010 aus dem Stadtbild verbannt.

Männer, die in „Bella Italia“ Röcke tragen, bekommen schnell Probleme mit den örtlichen Gendarmen, den „Carabinieri“. Denn Röcke sind dem männlichen Geschlecht untersagt. Wer an der Adria urlaubt, sollte den Schottenrock daher lieber daheim im Schrank liegen lassen.

In Barcelona (Spanien) müssen Frauen mit 300 Euro Strafe rechnen, wenn sie sich die Attraktionen der Stadt im Bikini ansehen.

Auf Sauberkeit achten
Wen die aktuelle Fußball-Weltmeisterschaft nach Moskau zieht, sollte wissen, dass Sauberkeit in Russland eine Tugend ist.

Wer beispielsweise einen Mietwagen schmutzig zurückbringt, muss mit zweihundert Euro Strafe rechnen.

Im asiatsichen Singapur einfach seinen Abfall fallen zu lassen, kostet 1.300 Euro, Kaugummis auf den Boden zu spucken, 500 Euro. Wer am U-Bahnhof oder im Zug etwas isst, riskiert immerhin rund 300 Euro Geldstrafe.

Tauben füttern kommt teuer
Obwohl Venedig (Italien) ein teures Pflaster ist, kommen die Touristen in Scharen. Wer von ihnen sich am Markusplatz einen Espresso um rund neun Euro gönnt und sein Urlaubsbudget nicht überstrapazieren möchte, sollte auf keinen Fall die zahlreichen Tauben füttern, denn dies schlägt sich mit bis zu 500 Euro zu Buche.

Aufpassen bei Souvenirs
Die Ausfuhr von antiken Gegenständen ist in der Türkei und in Griechenland streng verboten. Das gilt auch für Steinchen, die an Stränden oder vor allem an antiken Stätten aufgesammelt wurden. Wer sich nicht daran hält, kann in Polizeigewahrsam bleiben, bis Archäologen die Unwichtigkeit der Gegenstände bestätigt haben.

Keine Fotos bitte
Sich im Urlaub als Paparazzi zu versuchen, um daheim mit herrlichen Fotos zu imponieren, kann ebenfalls unangenehme Konsequenzen haben. Es droht sogar Gefängnis.

So dürfen beispielsweise in Russland, Griechenland und auf Zypern keine militärischen und öffentlichen Gebäude fotografiert werden. Dazu zählen auch Flughäfen und sogar Brücken. Wer unter „Spionageverdacht“ fällt, landet schon einmal hinter „schwedischen Gardinen“.

Während der traditionellen Stierkämpfe in Pamplona (Spanien) zu fotografieren, kann bis zu 3.000 Euro kosten.

Achtung beim Autofahren
Führerscheinneulinge, die jünger als 25 Jahre sind, müssen auf Kroatiens Straßen immer zehn Stundenkilometer langsamer fahren, als erlaubt ist. Auch in Frankreich gelten spezielle Tempolimits für Personen, die erst weniger als zwei Jahre im Besitz ihres Führerscheines sind.

Rasern geht es in der Schweiz an den Kragen. Wer in Ortschaften schneller als 100 Stundenkilometer und auf Autobahnen mit mehr als 200 Stundenkilometer unterwegs ist, riskiert, dass sein Auto von der Polizei eingezogen und zugunsten der Staatskassa versteigert wird.

Äußerst skurrile Vorschriften gibt es in den Vereinigten Staaten von Amerika. So darf ein Autofahrer in Kalifornien ab einer Geschwindigkeit von 65 Meilen pro Stunde, das sind etwa 105 Stundenkilometer, nicht aus seinem
Fahrzeug springen und auch nicht mit einem Bademantel bekleidet sein.

Und wer seinen Elefanten in
Miami (Florida) an die nächste Parkuhr bindet, braucht nicht zu glauben, günstiger davonzukommen als mit dem Auto. Es wird die gleiche Gebühr fällig. rb
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