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Ausgabe Nr. 27/2018 vom 03.07.2018, Foto: Joao Portugal
Mariza ist in ihrer portugiesischen Heimat eine Berühmtheit. Und die Hauptstadt Lissabon hält sie für die schönste Stadt der Welt.
Sie ist die beste Interpretin des Fado
Der Fado ist ihr Leben. Und Mariza, 44, trägt ihn hinaus in die Welt. Sie ist Portugals berühmteste Fado-Sängerin und die beste Botschafterin für diese Volksmusik, die eher traurig und schwermütig klingt.
„Für mich ist der Fado aber nicht nur melancholisch, sondern auch heiter“, meint die Mutter eines sechsjährigen Sohnes, die sich schon als Kind nichts anderes vorstellen konnte, als Sängerin zu werden. Ihre ersten Auftritte absolvierte Marisa dos Reis Nunes, wie Mariza mit bürgerlichem Namen heißt, in der Taverne ihrer Eltern in der portugiesischen Hauptstadt Lissabon. Das Lokal existiert nicht mehr, doch Mariza singt den Fado seit mehr als 20 Jahren. „Vor der Geburt meines Sohnes gab ich bis zu 200 Konzerte im Jahr, heute sind es nur noch 100“, erklärt die Künstlerin, die mit ihrem namengebenden Album „Mariza“ bereits ihr neuntes musikalisches Werk dieser Tage präsentieren konnte. Natürlich steckt viel vom Fado drin.

„Der Fado ist wie das Leben selbst. Er bildet alle Facetten des menschlichen Daseins ab, und das macht ihn für mich so spannend und faszinierend.“ Der Fado-Klassiker „Trigueirinha“ eröffnet das aktuelle Werk mit einer klar fröhlichen und ein wenig tropischen Note, aber selbstverständlich gibt es auch Lieder wie „Quem Me Dera“, die prallvoll sind mit Leidenschaft, Hingabe und Schmerz. Wie immer hat Mariza auch auf dem neuen Album eine Mischung aus Fado-Klassikern und von führenden portugiesischen Komponisten neu für sie verfassten Stücken eingespielt. Mit dem Text zu „Oracao“ tritt sie außerdem zum ersten Mal selbst als Autorin in Erscheinung.

„Vor dieser Aufgabe hatte ich Angst und einen Mordsrespekt. Ich singe Lieder der besten Poeten des Landes, wie soll ich da mithalten? Auch ist es etwas anderes, über die Emotionen anderer Menschen zu singen als über meine eigenen Gefühle.“

In „Oracao“ geht es darum, dass es durchaus klug ist, in bestimmten Momenten den Mund zu halten. Eine Kunst, in der sich Mariza noch üben muss. „Ich habe schon Menschen mit meiner großen Klappe verletzt.“

Geschliffen sind dagegen ihre wonnigen Worte über die schon seit 500 Jahren existierende portugiesische Schicksalsmusik. „Der Fado atmet und erneuert sich.“ Eine Sprachbarriere gebe es dabei nach Ansicht der Künstlerin nicht.

„Die Menschen müssen meine Lieder nicht verstehen, um den Fado zu mögen“, sagt sie, „denn der Fado wird mit dem Herzen gehört.“
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