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Ausgabe Nr. 26/2018 vom 26.06.2018, Foto: shutterstock
Am Freitag beginnen die Ferien in Teilen des Landes. Italien und Kroatien sind beliebte Ziele.
Urlaub am Plastik-Meer
Die Konzentration von kleinen Kunststoffpartikeln ist im Mittelmeer fast vier Mal so hoch wie in der meistverschmutzten Zone im Pazifik. Die Touristenscharen lassen die Abfallbelastung während der Sommermonate zusätzlich ansteigen.
Laut Statistik Austria ist Italien unser liebstes Urlaubsziel. Jeder fünfte verbrachte seine Ferien im vergangenen Jahr an den weiten Stränden von Jesolo, Bibione oder Caorle.

Doch der „Hausmeisterstrand“, wie er hierzulande genannt wird, ist in Gefahr, denn das Mittelmeer geht in Plastikmüll förmlich unter, wie eine Studie der Umweltschutzorganisation World Wide Fund For Nature (WWF) ergab.

Im Mittelmeer, das aus nur einem Prozent des Wassers auf der Erde besteht, befinden sich laut Hochrechnungen etwa sieben Prozent des weltweiten Mikroplastiks, das sind Partikel, die kleiner als fünf Millimeter sind. Die Konzentration der kleinen Kunststoffpartikel ist mit bis zu 1,25 Millionen Teilchen pro Quadratkilometer fast vier Mal so hoch wie in dem im nördlichen Pazifik entdeckten riesigen „Plastikwirbel“, von denen es weltweit mittlerweile fünf gibt.

Vor allem durch ungesicherte Mülldeponien in Meeresnähe und illegale Abfallentsorgung in Flüssen gelangt der Plastikmüll in die Umwelt und ins Meer. In der Urlaubszeit steigern jährlich 320 Millionen Touristen die Abfallbelastung des Mittelmeeres um 40 Prozent. „Der Plastikmüll hat in der Natur jedenfalls bereits deutliche Spuren hinterlassen. Im Mittelmeer sind mehr als 100 Tierarten von Plastik bedroht, weltweit sind es ungefähr 700. Denn wenn Tiere Plastik verschlucken oder sich darin verfangen, müssen sie oft qualvoll verenden“, erklärt der Meeresbiologe Axel Hein vom WWF. Für ihn steht fest, dass „die Mittelmeerländer Unterstützung vom westlichen Europa brauchen, wenn es um die Verbesserung ihres Abfallmanagements geht. Ein Verbot von Einwegplastik (Flaschen, Sackerl, Besteck) wäre ein Schritt in die richtige Richtung“.

Aber auch jeder einzelne kann seinen Beitrag leisten, um unsere Lieblingsstrände sauberzuhalten. Wichtig ist, keinen Dreck liegen zu lassen und ihn nach Möglichkeit im Hotel sachgerecht zu entsorgen. Plastiksackerl und -flaschen sollten auch im Urlaub gemieden werden.

Beim Kauf von Sonnenschutzcremen ist es ratsam, darauf zu achten, dass kein Mikroplastik enthalten ist, das unter anderem durch (PE) „Polyethylen“, (PP) „Polypropylen“, (PUR) „Polyurethan“ oder (PET) „Polyethylenterephthalat“ gekennzeichnet ist. rb
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