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Ausgabe Nr. 25/2018 vom 19.06.2018, Foto: picturedesk.com
Deutschlands Feldherr mit schwerer Titelverteidigung .
Hymne und Talisman für „Super-Jogis“ Denkmal
Einen Sack voller Glücksbringer brachte Deutschlands Nationalteamtrainer Joachim Löw, 58, mit nach Russland, darunter Ketterln, Pullover und Armbänder. Der rot-weiß-rote „Volks-Rock‘n‘-Roller“ Andreas Gabalier widmet ihm zudem eine eigene WM-Hymne. All dies soll helfen, den Schwaben zum erfolgreichsten WM-Trainer zu krönen. Der Auftakt misslang.
Es ist ein Jodler. „Jogi, Jogi, Jogi, Löw“, lautet die Titelzeile der von Andreas Gabalier mit rauchiger Stimme präsentierten WM-Hymne, für die er eines seiner bestehenden Lieder umtextete. „Ich habe eine große Freude mit den Deutschen“, behauptet Gabalier und huldigt deren Chef-Betreuer Joachim Löw, 58.

Der Trainerheld des Weltmeisters spricht langsam, rast aber gern mit dem Auto, sodass er 2014 den Führerschein abgeben musste. Löw riecht gern nach Parfüm von Karl Lagerfeld, wird aber stinkig, wenn die Spieler seine Taktik nicht befolgen. Der 58jährige raucht Leichtzigaretten und trinkt gern Rioja-Rotwein, lässt seinen Kickern aber nicht die kleinste Disziplinlosigkeit durchgehen. „Wir erleben seit 2014 einen Umbruch in der Mannschaft. Mit der neuen Generation tue ich mir ein bisserl schwer“, gibt er zu. „Sie reagiert nur visuell und auf optische Reize, normale Kurznachrichten lesen die gar nicht mehr.“ Trotzdem will er sich mit Kimmich, Draxler und Kollegen ein weiteres Denkmal setzen. Nicht nur seine fast 70-prozentige Siegquote, seit er die Deutschen übernahm, ist unerreicht, auch eine WM-Titelverteidigung schafften zuvor nur Italien 1938 und Brasilien 1962. Nach der Auftaktniederlage gegen Mexiko wird das schwer. Für derlei hohe Ziele liebt es Löw, dem Glück auch über seinen messerscharfen Fußballverstand hinaus nachzuhelfen. „Ich bete vor jedem Flug, sitze im Flugzeug immer in Reihe 1 auf Platz A und vertraue auf Glücksbringer“, gesteht der in Berlin wohnende Trainer. Berühmt ist mittlerweile sein blauer Kaschmirpullover der Marke Strenesse, der in vielen Geschäften ausverkauft ist. „Ich glaube aber auch, dass mir ein Goldketterl mit Kreuz Glück bringt, das ich mir von einem Freund eigens anfertigen ließ.“

Danken für seine Rekorde mit den Deutschen muss er heute auch Fußball-Österreich, insbesondere dem Rauswurf bei der Austria 2004. „Ich war Tabellenführer, trotzdem entließ mich Frank Stronach. Doch wenn er‘s nicht getan hätte, wäre für mich nicht die Tür zum deutschen Nationalteam aufgegangen.“

Amtsmüde ist Löw sowieso noch lange nicht, auch wenn vor zwei Jahren aufgrund des aufwändigen Berufes die Beziehung mit Gattin Daniele beendet wurde. Sein Ziel, „Warum nicht 2022 in meine vierte WM als Cheftrainer gehen? Das wäre ein weiterer Meilenstein.“
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