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Ausgabe Nr. 23/2018 vom 05.06.2018, Fotos: Aquatis/Sedrik Nemeth, Aquatis/ Sedrik Nemeth
Die Welt des Wassers
Ohne Wasser gibt es kein Leben. Davon können sich Besucher in „Aquatis“, der größten Süßwasserwelt Europas, überzeugen. Sie befindet sich in der Stadt Lausanne am Genfer See in der Schweiz. Dort wurden die verschiedenen Süßwasserwelten der Erde nachgebildet. In dem Aquarium sind 10.000 Fische, 100 Reptilien und 300 Pflanzenarten zu Hause.
Fische sind bemerkenswerte Wesen. Einige von ihnen können Hunderte Jahre alt werden, an der Luft atmen wie der Pirarucu oder wie die Goldbrasse ihr Geschlecht ändern. Obwohl sie unterschiedlich sind, haben sie eine Gemeinsamkeit. Sie brauchen Wasser, um zu leben.

Dieses Element benötigt auch der Mensch. Zwei Drittel der Erdoberfläche sind zwar mit Wasser bedeckt, aber nur ein verschwindend geringer Anteil davon ist Süßwasser. Genaugenommen 2,5 Prozent.

In der neuen Wasserwelt „Aquatis“ in der Stadt Lausanne am Genfer See (Schweiz) wird gezeigt, wie wichtig Süßwasser ist. In der größten Süßwasserwelt Europas reist der Besucher durch Ökosysteme von fünf Kontinenten und erfährt mehr über bedrohte Lebensräume.

Interaktive Bildschirme vermitteln Wissen auf Deutsch. Auf ihrer Entdeckungsreise treffen die Besucher auf 10.000 Fische, 100 Reptilien und Amphibien sowie 300 Pflanzenarten.

Der Rundgang beginnt in Europa, inmitten einer Eisgrotte. Eine Inszenierung zeigt, wie sich das Erdklima über drei Millionen Jahre hinweg verändert hat.

Danach geht es weiter zum Genfer See und der Rhone, deren Wasser den See speist. „Der Fluss gehörte einst zu den mächtigsten Europas. Wasserkraftwerke haben den Strom in ein Korsett gezwängt. Mittlerweile wird der Fluss wieder renaturiert“, sagt Bernard Russi, Geschäftsführer von „Aquatis“.

In der Rhone lebt der Flusswels, der größte Süßwasserfisch Europas. Der Raubfisch wird bis zu 2,5 Meter lang. „In den Städten fangen einige von ihnen Tauben, die an den Flussufern ihren Durst stillen“, erzählt Russi.

Die Besucher folgen der Rhone bis zu deren Mündung ins Mittelmeer. Dort treffen sie auf eine Schar fliegender Flamingos. Ein Zeichen dafür, dass jetzt auch ein Aufbruch für die Ausflügler folgt.

Auf sie wartet eine lebensgroße Nachbildung eines Spinosaurus. Der zehn Meter große Dinosaurier stößt das Thema Evolution an, der eine ganze Halle gewidmet ist. „Der Spinosaurus war ein Mittelding zwischen Ente und Alligator. Er konnte im Wasser und an Land leben“, erklärt der Schweizer.

Die Dinosaurier sind zwar ausgestorben, es gibt aber einige Fische, die urzeitliche Merkmale aufweisen. Der Alligatorhecht beispielsweise. Er gehört zu den größten Fischen Nordamerikas. Die Schuppen des Fisches sind so hart, dass sie von Ureinwohnern als Speerspitze verwendet
wurden.

Von der Evolutionshalle gelangen die Besucher nach Afrika. Hier befinden sich die ungewöhnlichsten Seen, die die Natur erschaffen hat. Der salzige See Turkana und der Malawi, der einer der tiefsten Seen der Welt ist. In diesen Gewässern leben die buntesten Süßwasserfische. Dem Besucher wird ein farbenfrohes Ballett geboten.

Anschließend durchqueren die Gäste die orangefarbene Namib-Wüste. „Unter ihr, in einer Tiefe von 600 Metern, wurde ein riesiges Süßwasserreservoir entdeckt“, weiß Russi.

Nach der Wüste betreten die Besucher einen Mangrovenwald. „Mangroven gehören zu den produktivsten Ökosystemen unseres Planeten.“ Die Mangroven stoßen die Pforte zu Ozeanien auf, dem einzigen Kontinent, der gleichzeitig ein Ozean ist.

In diesem Bereich der Ausstellung leben beeindruckende Tiere. Etwa der Australische Inlandtaipan, die giftigste Schlange der Welt. Ihr Biss kann 250.000 Mäuse oder 100 erwachsene Menschen töten. Nicht weniger gefährlich ist der Komodowaran, die größte Echse der Welt (Bild rechts).

Ein Exemplar dieses Raubtieres können Besucher in der Ausstellung sehen. Das 2,6 Meter lange Männchen „Naga“ ist das beliebteste Tier der Wasserwelt. Waran-Weibchen können sich ohne Männchen fortpflanzen. „Dies nennt sich Jungfernzeugung. ‚Naga‘ kam auf diese Weise im Zoo von Prag auf die Welt.“ Komodowarane sind Einzelgänger.

Wesentlich wohler in einer Gruppe fühlt sich der Rote Piranha. Seine Heimat ist der Amazonas in Südamerika, der letzte Kontinent, den die Besucher bereisen. In der Mitte befindet sich ein tropisches Gewächshaus, das sich über zwei Stockwerke erstreckt. Dort ist auch das Reich der Riesenbäume und der Wasserfälle. Bei einer Temperatur von 28 Grad und einer Luftfeuchtigkeit von 80 Prozent kommen die Gäste ins Schwitzen. „Der Amazonas ist eine Art Klimaanlage. Die 500 Milliarden Bäume verbrauchen eine Menge an Sonnenenergie, was zur Senkung der Lufttemperatur auf globaler Ebene beiträgt. Es soll uns erinnern, dass das Wasser ein Synonym für Kreislauf, Leben und Wiedergeburt ist“, sagt Russi.
widlak
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