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Ausgabe Nr. 22/2018 vom 28.05.2018, Fotos: Universal Music
Shawn Mendes
Auf „Shawn Mendes“ vereinen sich
mehrere Musikstile.
„Manchmal quält mich die Angst, alles könnte über mir zusammenbrechen“
Dieser junge Mann aus Toronto, erst 19 Jahre alt, ist der fleischgewordene Traum aller Schwiegermütter. Abgesehen von seinen unbestreitbaren Qualitäten als Sänger und Texter ist Shawn Mendes auch ein aufgewecktes, selbstbewusstes und charmantes Kerlchen, das einfach nur spielen will – und zwar seine Lieder. „Shawn Mendes“ heißt das dritte Album (seit Freitag im Handel) des im Internet groß gewordenen Kanadiers, der mit Hits wie „Stitches“ oder „There‘s Nothing Holding Me“ die Massen begeisterte. Den aber zuweilen Ängste quälen, wie er dem WOCHE-Reporter Steffen Rüth erzählte.
Sie sind gerade einmal 19 Jahre alt, wohnen Sie noch bei Ihren Eltern?
Nein, ich bin vor einiger Zeit ausgezogen und lebe jetzt allein in Toronto. Mitten in der Stadt, aber mit Blick auf den Ontariosee. Mir gefällt das, ich habe ein bisschen mehr Privatsphäre als daheim und kann mich auch einmal zurückziehen. Ich kann besser entspannen, das hilft mir, mich aufs Musikschreiben zu konzentrieren.

Wie weit ist Ihre Familie entfernt?
Eine halbe Stunde. Ich bin in einem Vorort von Toronto aufgewachsen, meine Freunde leben noch größtenteils dort. Einige studieren jetzt in der Stadt und hängen oft bei mir herum.

Sie sind 19 Jahre alt und dürfen daher offiziell in Kanada Alkohol trinken. Waren Sie schon einmal betrunken?
Nein, aber ich gehe gern mit Freunden in eine Bar. Dann fühle ich mich erwachsen. Es kommt aber auch vor, dass wir drei Tage hintereinander mit Video-Spielen beschäftigt sind.

Aber jetzt haben Sie ein neues Album veröffentlicht. Auf „Shawn Mendes“ gibt es das Stück „In My Blood“, von dem Sie sagten, es sei Ihr bislang persönlichstes Lied. Warum?
Weil es von meinen Ängsten handelt und davon, wie ich sie überwinde. Manchmal habe ich das Gefühl, die Welt bricht über mir zusammen. Zum Glück hält dieser Zustand nicht lange an, vielleicht eine Stunde, meist nur ein paar Minuten.

Was machen Sie dann?
Ruhig bleiben. Tief atmen. Versuchen, mich nicht verrückt machen zu lassen. Das ist wie plötzlicher Nebel im Gehirn, der sich wieder verzieht. Ich habe einige Male mit einem Therapeuten darüber gesprochen. Ich treibe viel Sport, meditiere und passe auf, dass mir nicht alles zu viel wird. Ich habe die ungesunde Neigung, nur an die Arbeit zu denken, da muss ich eine bessere Balance finden.

Geht es in „Nervous“ ums Nervöswerden vor einem Mädchen?
Ich habe kein Problem, in einem Raum voller Menschen zu reden. Aber ein Mädchen anzusprechen, das dich interessiert, das ist die verletzlichste Position, in der ein Mann überhaupt sein kann. Er will ja immer wirken wie der coole Typ. Nur, der bin ich nicht. Ich werde nervös, wenn ich ein Mädchen kennenlerne. So wie die meisten Burschen.
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