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Ausgabe Nr. 22/2018 vom 28.05.2018, Fotos: Fotos: TVB Almtal Salzkammergut/Waldness, Tourismusverband Mühlviertler Kernland
Beim Latschenbad den Duft der Legföhre einatmen.
Aufenthalt im Wald
Waldness: Angebote unter
Tel.: 07616/8268,

www.waldness.almtal.at

Waldbaden: Angebot „5 Tage Mühlviertler Waldluftbaden“, 4N mit Frühstück, 3x geführtes Waldluftbaden, 1x Yoga,

€ 488,– p.P., Tel.: 07942/75700,

www.waldluftbaden.at
Mit dem „Waldluftbademeister“ geht es in den Wald.
Den Wald atmen
Im Almtal im Salzkammergut (OÖ) gehen Besucher zur Erholung in den Wald. Inmitten mächtiger Bäume werden Massagen, Kneippen und Yoga angeboten. Oberförster Fritz Wolf vermittelt in seiner Waldschule Wissenswertes über den Forst. Im Mühlviertel (OÖ) lassen sich Besucher von ausgebildeten „Waldluftbademeistern“ durch den Wald führen.
Der Wald ist der Lebensraum für Tiere und ein Erholungsort für den Menschen. Wer sich inmitten riesiger Bäume niederlässt, ein paar Minuten die Augen schließt und lauscht, wird etwas Bemerkenswertes feststellen. Es ist ruhig im Wald, aber nie vollkommen leise. Irgendein Geräusch ist immer zu hören.

Das Zwitschern eines Vogels, das Rauschen der Blätter, die vom Wind bewegt werden, ein Knacksen im Unterholz oder das Trommeln eines Spechtes, der auf Holz klopft. Das Zuhören allein hilft, seine Sinne auf das Wesentliche zu beschränken und einmal an nichts zu denken.

Der Wald hat eine beruhigende Wirkung. „Waldluft ist ein Heiltrunk zum Einatmen. Die hohe Sauerstoffsättigung und die Luftfeuchtigkeit sind heilend“, sagt Fritz Wolf. Er muss es wissen, schließlich ist der Wald sein Arbeitsort. Wolf ist Oberförster, Waldpädagoge, seit 40 Jahren Forstwirtschaftslehrer und betreibt die Almtaler Waldschule (OÖ), die älteste unseres Landes.

Gemeinsam mit seinem Sohn Christoph bietet er das ganze Jahr hindurch Führungen durch den Wald an (€ 6,– für Erwachsene, € 4,– für Kinder). Wolf versucht, seinen Gästen den Wald mit allen Sinnen näherzubringen.

Entspannung zwischen den Bäumen

Er hat sein Wissen auch für ein in unserem Land einzigartiges Projekt beigesteuert. Das Almtal ist seit diesem Jahr die erste „Waldness“-Destination Europas. Die Idee dazu stammt aus Japan, wo ein Aufenthalt im Wald sogar per Krankenschein verordnet werden kann. Die Therapie nennt sich „Shinrin Yoku“, was soviel bedeutet wie das Einatmen der gesunden Waldatmosphäre. Der Aufenthalt im Wald stärkt das Immunsystem und baut Stresshormone ab.

Im Almtal haben sich elf Betriebe, vom Romantikhotel bis zum Bauernhof, zusammengeschlossen, um gemeinsam den Urlaubern einen Aufenthalt im Wald zu ermöglichen. Eines dieser Erlebnisse ist ein Besuch der Waldschule von Oberförster Wolf.

Der Oberösterreicher vermittelt seinen Gästen Wissenswertes über den Wald und will Verständnis für den Forst als Lebensraum aufbringen. Obwohl fast
die Hälfte unseres Landes aus Wald besteht, zieht es vor allem die Jüngsten nicht mehr dort hin. „Die Kinder haben andere Freizeitbeschäftigungen. Die Natur ist nicht interessant genug“, erklärt Wolf, der den Besuchern den Wald auch kulinarisch näherbringt.

„Wir essen gemeinsam unter dem Dickicht der Blätter. Ich bereite frisch gepflückte Schwammerl zu. Außerdem bringt jeder Gast eine Jause mit, die wir untereinander teilen. Essen verbindet bekanntlich“, sagt Wolf, der privat einen 50 Hektar großen Wald besitzt und ihn ökologisch bewirtschaftet.

Kneippen, Yoga und Massagen im Wald

Neben dem Besuch der Waldschule werden auch Massagen unter dem grünen Blätterdach angeboten, Kneippen im Schindlbach, Schwitzen in der Waldsauna und „Wyda“, das Yoga der Kelten. Es ist eine Bewegungsmeditation, die auf die Druiden, die geistige Elite der Kelten, zurückgeht. Sie zeichneten sich durch hohes Alter und Gesundheit aus, was zum Teil auf „Wyda“ zurückgeführt wird.

Für Entspannung sorgt auch ein Ausflug mit Sabina Haslinger. Sie wandert mit Besuchern zwei Stunden über Almen und Wiesen hinauf zum Spitzplaneck. Dort befinden sich mitten in einem Latschenwald bunte, aufblasbare Betten. „In die legen sich die Gäste hinein, um ein Latschenbad zu nehmen“, erzählt Haslinger.

Die Latsche, auch als Legföhre bekannt, ist ein Gewächs mit intensivem Geruch. „Der Duft der Latsche ist wohltuend für die Atemwege. Die ätherischen Öle gehen gut in die Luft, vor allem, wenn die Sonne scheint“, erzählt Haslinger.

Eine halbe Stunde genießen die Teilnehmer ein Bad inmitten des unter Naturschutz stehenden Gewächses. Danach lädt Haslinger zu einer Jodelrunde ein. Die zweifache Mutter inspiriert die Urlauber, einen „Juchitzer“ von sich zu geben. „Nichts ist befreiender, als vom Berg ins Tal zu schauen und zu jodeln“, sagt Haslinger.

Mit dem Waldluftbademeister ins Grün

Befreiend ist auch das „Waldluftbaden“ im Mühlviertel (OÖ). Dort wurde das Thema wissenschaftlich aufgearbeitet. Forscher haben sich in einer medizinischen Studie mit der gesunden Wirkung des Waldes beschäftigt. Die Teilnehmer mussten pro Woche mindestens vier Stunden im Wald verbringen und das über einen Zeitraum von neun Monaten. Es hat sich herausgestellt, dass sich der Aufenthalt im Wald positiv auf die Herzgesundheit auswirkt, die Abwehrkräfte stärkt, die Verdauung verbessert und für einen guten Schlaf sorgt. Menschen, die sich regelmäßig im Wald aufhalten, fühlen sich weniger erschöpft. Urlauber, die von dieser Wirkung profitieren möchten, lassen sich von ausgebildeten „Waldluftbademeistern“ durch den Mühlviertler Wald führen. Damit auch sie die heilsame Wirkung von „Doktor Wald“ am eigenen Leib spüren können. widlak
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