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Ausgabe Nr. 21/2018 vom 22.05.2018, Foto: ddp images
Regelung der Leinen- und Maulkorbpflicht in den übrigen Bundesländern:

Niederösterreich: Im Ortsgebiet müssen die Vierbeiner entweder angeleint oder mit Maulkorb geführt werden. Listenhunde haben eine ständige Maulkorb- und Leinenpflicht.

Oberösterreich: Hunde müssen im Stadtgebiet an der Leine oder mit Beißkorb geführt werden. Bei größeren Menschenansammlungen sind beide Maßnahmen verpflichtend. Nur Leinenpflicht besteht auf Spielplätzen und Märkten.

Burgenland: Hunde sind immer an der Leine zu führen.

Salzburg: Hunde müssen entweder mit einem Maulkorb versehen sein oder an der Leine geführt werden.

Kärnten: Hunde müssen angeleint oder mit Maulkorb versehen werden. Bissige Hunde müssen an der Leine geführt werden sowie einen Maulkorb tragen.

Steiermark: Hunde müssen auf öffentlichen Plätzen entweder an der Leine geführt werden oder einen Beißkorb tragen. Dies gilt auch bei Veranstaltungen.

Tirol: Hunde müssen an der Leine geführt werden. Bei Veranstaltungen obliegt es dem Veranstalter, ob er eine Leinen- und Maulkorbpflicht vorschreibt.

Vorarlberg: Leinenzwang besteht auf Spielplätzen, in Fußgängerzonen und an der Seepromenade in Bregenz. Für Listenhunde gilt eine ständige Leinen- und Maulkorbpflicht.
„Leinen-Razzia“ in Wien
Weil es Hundebesitzer in den öffentlichen Verkehrsmitteln und Räumen nicht immer so genau mit der Leinen- sowie Beißkorb-Pflicht nehmen, gibt‘s in den nächsten Tagen eine Aktion scharf in Wien. Die Strafen können empfindlich sein. Wie mit den Vierbeinern umzugehen ist, regeln Landesgesetze.
Ich freue mich, dass sich der Großteil der Hundehalter an die gesetzlichen Regelungen hält, aber leider gibt es – wie überall – auch unter ihnen schwarze Schafe“, sagt die Wiener Tierschutzstadträtin Ulli Sima (SPÖ). Diesen „Bösewichten“ möchte sie bis Ende nächster Woche auf den Zahn fühlen und eine „Leinen-Razzia“ durchführen.

Ein Großaufgebot an Polizisten und Mitarbeitern des Veterinäramtes kontrollierten, ob sich Herrchen und Frauchen an die Leinen- und Maulkorbpflicht halten. Wobei der beste Freund des Menschen in der Bundeshauptstadt beliebt ist. Knapp 56.000 Hunde sind gemeldet.

Sie müssen bei Veranstaltungen, in Restaurants sowie in Straßenbahn, U-Bahn und Bus einen Maulkorb tragen oder in Parks an der Leine geführt werden.

Für sogenannte Listenhunde, allgemein als Kampfhunde bezeichnet, gilt eine ständige Maulkorb- und Leinenpflicht. Dazu gehören Bullterrier, Mastino Napoletano, Tosa Inu, Mastiff und Rottweiler.

Der Rhodesian Ridgeback gilt in der Bundeshauptstadt nicht als Listenhund, anders als in Vorarlberg. Wie überhaupt die Bestimmungen zur Leinen- und Maulkorbpflicht in den Bundesländern unterschiedlich geregelt sind (siehe Kasten). Überall gilt jedoch, dass in öffentlichen Verkehrsmitteln der vierbeinige Freund keinen Freiraum erhalten darf. In Wien gilt dies bereits ab dem Zugangsbereich zur U-Bahn. Zur Überraschung mancher Tierhalter.

„Ich wurde gestern aufgehalten, als ich meiner Hündin den Maulkorb nach dem Aussteigen aus der U-Bahn abgenommen habe“, erzählt die Studentin Kathrin Hausner. „Die Polizei hat mich zum Glück freundlich abgemahnt und erklärt, dass auf dem Bahnsteig noch die Maulkorbpflicht gilt. Die Beamten meinten, dass ich erst beim nächsten Mal die Strafe von fünfzig Euro zahlen muss.“

Wobei die Studentin in den kommenden Tagen keine Ausrede haben wird. Und auch nach der „Aktion scharf“ ist die unentgeltliche Abmahnung eine Ermessenssache des Polizisten, und abhängig davon, ob der Tierhalter Einsicht zeigt.

Ein „nächstes Mal“ ist übrigens sehr wohl überprüfbar, da die Daten der Leinen- und Maulkorbverweigerer von der Polizei erfasst werden. Und dem uneinsichtigen Tierhalter drohen Höchststrafen von bis zu 20.000 Euro. Diese ungemein hohe Strafe kann dem Hundehalter ebenfalls dann blühen, wenn er keine Haftpflichtversicherung für seinen Hund abgeschlossen hat.

Diese Hundehaftpflichtversicherung ist neben Wien auch in Oberösterreich, der Steiermark, Salzburg und Tirol verpflichtend vorgeschrieben. Sie deckt in der Regel alle Personen- sowie Sachschäden an Dritten, für die der Hund verantwortlich gemacht werden kann.
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