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Ausgabe Nr. 20/2018 vom 15.05.2018, Foto: Thomas & Thomas
Monika Karl und Fritz Karl
„Wirt sein wollte ich nie“
Gekocht wird in der Familie Karl immer noch leidenschaftlich gern. Nur nicht mehr für Gäste. Denn 25 Jahre lang betrieb die Familie ein Gasthaus. Heute stehen Mutter Monika und Sohn Fritz zuweilen gemeinsam in der Küche, daheim am Traunsee (OÖ). Wenn es die Zeit erlaubt und der 50jährige nicht vor der Kamera steht. Wie kürzlich für seine neue Serie „Falk“ (dienstags, 20.15 Uhr, Das Erste), in der er einen Anwalt verkörpert, der ungewöhnliche Wege zum Erfolg geht.
Herr Karl, in Ihrer neuen Serie „Falk“ spielen Sie einen Mann, der als Anwalt arbeitet, um sein Restaurant vor der Pleite zu retten. Haben Sie je daran gedacht, Wirt zu werden?
Fritz Karl: Um Gottes Willen, nein. Ich wollte nie ein Restaurant haben, weil ich immer unter der Gastronomie gelitten habe. Meine Eltern hatten ein Res-
taurant. Und wenn alle anderen auf Urlaub gefahren sind, hatten wir Hochsaison und meine Eltern arbeiteten von früh bis spät. Und im Herbst, wenn meine Eltern mehr Zeit hatten, gingen meine Geschwister und ich wieder in die Schule. Natürlich haben wir zwischendurch auch schöne Ausflüge mit der Familie unternommen, sind auch häufig zusammen auf Schiurlaub gefahren. Aber hauptsächlich habe ich meine Eltern immer arbeitend in Erinnerung.

Haben Sie Ihren Sohn zum Kochen animiert, Frau Karl?
Monika Karl: Es scheint so. Obwohl wir zu Hause eigentlich wenig zusammen gekocht haben, weil es in unserem Res-
taurant stets turbulent zuging. Aber interessanterweise sind meine Kinder und Schwiegerkinder alle exzellente Köche geworden. Wahrscheinlich, weil sie alle gerne essen.

Hat Ihr Sohn ein Lieblingsgericht?
Monika Karl: Er mag alles, was gut schmeckt.

Wer hat Ihren Sohn mehr geprägt: Sie oder Ihr Mann Fritz?
Monika Karl: Er hat sicher mehr von der Extrovertiertheit seines Vaters. Für mich wäre das Showgeschäft überhaupt nichts. Ich bin eher der zurückhaltende Typ.

Sie haben 25 Jahre lang ein Wirtshaus geführt?
Monika Karl: Ja, der „Berghof“ ist auch das Haus, in dem wir jetzt alle zusammen wohnen. Mein Mann und ich haben zwar immer viel gearbeitet – besonders in der Aufbauphase, als die Kinder noch klein waren. Aber ich muss auch sagen, wir waren immer da. Das war das Positive am Wirtshaus. Und die Kinder hatten einen schönen großen Natur-Spielplatz drumherum.

Haben sie auch mitgeholfen?
Monika Karl: Nicht so gerne. Aber sie mussten mithelfen. Während ich gekocht habe, hat Fritz meist meinem Mann im Service geholfen. Er wäre sicher auch ein guter Wirt geworden, aber das Schauspiel ist ihm schon damals im Blut gelegen.

Woran haben Sie sein schauspielerisches Talent erkannt?
Monika Karl: Er war immer locker, fantasievoll, neugierig und lebhaft. Das ist auch heute noch sein Naturell.
Fritz Karl: Da ich relativ früh ins Internat der Wiener Sängerknaben gekommen bin, weil meine Volksschullehrerin meinte, ich könne so schön singen, hielt sich meine Hilfe im Restaurant in Grenzen. Ich habe die Zeit zwischen meinem neunten und 13. Lebensjahr im Internat verbracht. Danach habe ich zwei Saisonen lang im Gasthaus mitgeholfen. Ich glaube aber, im Großen und Ganzen eher zum Leidwesen meiner Eltern.

Wieso das?
Monika Karl: Ihm ist immer wieder etwas eingefallen, um aus der Reihe zu tanzen. Er war, wie gesagt, ein lustiges und wildes Kind.
Fritz Karl: Meine beiden jüngeren Geschwister und ich hatten auf dem Land einen relativ großen Bewegungsradius. Und unsere Eltern haben mir und meinen Geschwistern viele Freiheiten gelassen. Im Sommer haben wir jeden Tag am Traunsee verbracht, wir waren im Wald klettern und sind als Teenager mit dem Moped herumgefahren. Mein Vater hat uns auch schon früh das Fliegenfischen beigebracht. Heute ist ja leider alles so angstbesetzt und reglementiert, dass Eltern ihren Kindern kaum noch Freiheiten lassen. Die Gesellschaft hat sich verändert.

Leben Sie gern am Land?
Fritz Karl: Ich werde mit der Familie bald nach München (D) umziehen. Elena (seine Partnerin Elena Uhlig) mag das Stadtleben.
Monika Karl: Ich werde euch vermissen.

Fritz Karl wurde am 21. Dezember 1967 in Gmunden (OÖ) geboren. Er wuchs mit zwei jüngeren Geschwistern im elterlichen Gasthof auf, verbrachte jedoch einige Jahre bei den Wiener Sängerknaben. Karl gehört einer Großfamilie an. „Wenn zu Feierlichkeiten meine Geschwister mit Kindern und ich mit meiner Familie bei den Eltern zusammenkommen, sitzen bald einmal 30 Personen am Tisch“, sagt der Schauspieler, der mit seiner Lebensgefährtin Elena Uhlig, 42, vier Kinder hat. Das jüngste ist knapp zwei Monate alt. Für seine Arbeit übersiedelt meist die gesamte Familie. So geschehen für die Dreharbeiten zur neuen Serie „Falk“, die in Düsseldorf (D) entstand.
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