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Ausgabe Nr. 19/2018 vom 07.05.2018, Foto: Fotolia
Tipps, wie das Verletzungsrisiko für ältere
„Pedalritter“ verringert wird
Sicher fahren auf zwei Rädern
Radfahren ist beliebt und gesund, doch nicht ungefährlich. Jedes Jahr verunfallen dreißigtausend Radfahrer im Verkehr. Vor allem im Alter steigt die Unsicherheit nach einem Sturz oder aufgrund einer längeren Radl-Pause. Experten verraten, wie die Sicherheit am Fahrrad zurückkommt.
Fünf Millionen Kilometer fahren Radfahrer zwischen dem Burgenland und Bodensee Tag für Tag. Eine Distanz, die 125 Mal um den Äquator führt, zeigt, Radfahren erfreut sich großer Beliebtheit, und ist obendrein gesund wie kaum eine andere Sportart, bestätigt der Sportmediziner Dr. Robert Fritz.

„Radfahren regt den Blutkreislauf an und macht das Herz leistungsfähiger. Das beugt Herz-Kreislauferkrankungen wie Herzinfarkt oder Gefäßverkalkung vor. Weiters ist es eine gelenksschonende Sportart, weil es weniger belastet als das Laufen, wovon Menschen mit Übergewicht oder Gelenksentzündungen profitieren.“ Ganz nebenbei kräftigt Radfahren die gesamte Körpermuskulatur, die unser Skelett schützt, und lässt dank der erhöhten Fettverbrennung überflüssige Kilos schwinden.

Experten empfehlen, täglich eine halbe Stunde zu radeln, am besten in einer Intensität, die das Sprechen, aber nicht das Singen erlaubt.

Tausende Radunfälle jährlich

So gesund Radfahren ist, im Fall eines Unfalls sind die Verletzungen oft schwer. „Am häufigsten werden bei einem Sturz Knie, Schulter, Unterarme, Hände und Unterschenkel verletzt“, sagt Dr. Heinz Fuchsig, Arbeitsmediziner bei der Allgemeinen Unfallversicherungsanstalt (AUVA) in Salzburg. Aufzeichnungen der AUVA über Radunfälle am Weg zur und von der Arbeit oder Schule, zeigen, die häufigste Verletzungsquelle ist der einfache Sturz vom Rad durch Unaufmerksamkeit, Hektik, Ablenkung, Fehleinschätzung oder die Bodenbeschaffenheit. Im Jahr 2016 stürzten 30.300 Radler im öffentlichen Verkehr so schwer, dass sie im Spital behandelt werden mussten. Rund fünfzig starben, so die Unfallstatistik des Kuratoriums für Verkehrssicherheit.

Vielen fehlt nur die Übung

Das Sturzrisiko steigt mit dem Alter. Die Ausdauer sinkt, die Kraft geht verloren. Jeder fünfte Unfall-Radfahrer ist jenseits der 65. „Schwindel, neurologische Erkrankungen wie Parkinson oder eine Einschränkung des Gesichtsfeldes machen das Radfahren risikoreich, daher sollte mit dem Arzt Rücksprache gehalten werden“, rät Dr. Fuchsig. In vielen Fällen ist es nur Unsicherheit, die das Sturzrisiko erhöht, weil der „Drahtesel“ schon länger unbenutzt
im Keller steht oder ein Sturz das Radfahren verleidet. Wer sich nach längerer Zeit wieder in den Sattel schwingen möchte, sollte das Gleichgewicht und sein Radfahrkönnen prüfen, zum Beispiel in Hinterhöfen, auf freien Parkplätzen oder verkehrsarmen Nebenstraßen. Hierzu gibt es einige Übungen, die den Wiedereinstieg erleichtern und die notwendige Sicherheit zurückbringen, wie die Broschüre „Radfahren im besten Alter“ des Bundesministeriums für Verkehr, Technologie und Innovation empfiehlt. Darin wird auch auf zusätzliche Vorsichtsmaßnahmen aufmerksam gemacht, etwa große Kreuzungen und Straßen mit viel Verkehr zu meiden, bei steilen Anstiegen oder unebenem Boden das Rad zu schieben, ebenso wenn das Fahrrad aufgrund eines Einkaufs zu schwer beladen ist. Weil Hitze und Sonneneinstrahlung belasten können, werden eine Kopfbedeckung, ausreichend zu trinken sowie genügend Pausen empfohlen. Kurze Radtouren von zehn bis 15 Kilometern sind für Wiedereinsteiger ideal.

Eine andere Form von Sicherheit bieten „Zweiräder“ mit drei oder vier Rädern. Doch das hat seinen Preis. Dreiräder für Erwachsene kosten meist 1.000 Euro aufwärts. „Stützräder“ sind schwer zu bekommen und ein paar hundert Euro teuer. Günstiger sind Kurse für Erwachsene, die ihr Geschick am Rad auffrischen wollen.

Broschüre „Radfahren im besten Alter“,
bmvit-Servicebüro Tel.: 0800/215359, www.bmvit.gv.at/service/publikationen/verkehr/fuss_radverkehr.at.
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