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Ausgabe Nr. 18/2018 vom 01.05.2018, Fotos: Arton Sefa, Universal Music
Carolin Niemczyk und Daniel Grunenberg sind seit zehn Jahren auch privat ein Paar.
Das neue Doppel-Album von „Glasperlenspiel“ ist seit wenigen Tagen im Handel.
Ihre Liebe ist immer mit im „Spiel“
Anecken sollen andere. Carolin Niemczyk, 27, und Daniel Grunenberg, 29, aus Stockach am Bodensee (D) präsentieren sich auch auf ihrem vierten Album „Licht & Schatten“ als eher liebes und angepasstes Pop-Pärchen. Liebe und Freundlichkeit zeichnen die beiden auch privat aus. Von Heirat wollen sie jedoch nichts wissen, wie sie dem WOCHE-Reporter Steffen Rüth erzählt haben.
Was herrscht bei Ihnen derzeit eher vor – Licht oder Schatten?
Grunenberg: Auf jeden Fall mehr Licht. Wir können uns nicht beklagen, die vergangenen Jahre liefen für uns extrem gut. Seit „Geiles Leben“ haben wir 200 Konzerte gespielt, deshalb war es nötig, den Stecker zu ziehen und weniger live aufzutreten. Für die neue Platte haben wir Zeit gebraucht und uns die Zeit auch genommen, und jetzt sind wir froh, dass sie endlich auf dem Markt ist.

„Licht & Schatten“ ist ein Doppelalbum –
auf der ersten CD sind die Lieder eher poppig produziert, auf der anderen eher kluborientiert, warum?

Grunenberg: Wir wollten die tanzbare und klubbige Facette von „Glasperlenspiel“ stärker herausarbeiten. Die Klubversionen und die Popversionen haben sich im Studio gegenseitig tangiert und befruchtet, und am Ende gehören Licht und Schatten einfach zusammen – natürlich auch im Leben an sich. Wir könnten nicht sagen, was Glück ist, wenn wir nicht auch wüssten, wie es ist, zu fallen. Die Aussage unserer Lieder war schon immer: Aus jeder besch… Situation lässt sich noch etwas Gutes herausziehen.

Tatsächlich?
Niemczyk: Natürlich. Wir sind nicht naiv, aber wir sind sicher auch keine lebensverneinenden Menschen.

Im Lied „Nächte ohne Fotos“ appellieren Sie an die Menschen, das Mobiltelefon beim Ausgehen zu Hause zu lassen. Weil wir sonst das Leben verpassen?
Niemczyk: Wir sind die Letzten, die zur Ächtung der sozialen Medien aufrufen, ich ertappe mich selbst oft genug dabei, dass ich schnell noch ein Selbstporträt mache und eine Nachricht verschicke. Nur: Die schönsten Momente im Leben sind jene, in denen wir gar nicht daran denken, ein Foto zu machen. Um diese Situationen, in denen wir alles andere vergessen, geht es in dem Song. Komisch finden wir es, wenn die Menschen im Konzert zwei Stunden ununterbrochen mit dem Mobiltelefon filmen, anstatt sich auf das zu konzentrieren, was auf der Bühne passiert.
Grunenberg: Wichtig ist, das Gleichgewicht zu halten. Einmal ein Foto zu machen, dann nicht. Extreme sind immer schlecht. Am besten ist die gesunde Mitte.

„Glasperlenspiel“, die Band der gesunden Mitte …
Beide: Langweilig …

Ist „Royals & Kings“ das Lied zum Zufriedensein mit dem, was wir haben?
Grunenberg: Wir werden überflutet mit Dingen wie mit Informationen. Vieles davon brauchen wir nicht. Sich ab und zu etwas zu gönnen, ist in Ordnung. Aber der Konsum ist nicht alles, was zählt, und ganz sicher nicht das Wichtigste. Die andere Ebene des Liedes ist die, dass es uns materiell und überhaupt eigentlich gut geht, aber wir trotzdem dazu tendieren, ständig zu jammern.

Wofür geben Sie Ihr Geld aus?
Grunenberg: Für technischen Schnickschnack aller Art.
Niemczyk: Für Mode, ich liebe Kleidung.

Sie beide sind seit gut zehn Jahren ein Paar …
Grunenberg: Wenn es passt, dann passt es. Und bei Caro und mir passt es in jeder Hinsicht. Vor zehn Jahren hätte ich auch nicht gewagt vorherzusagen, wie gut das mit uns funktioniert.

Sind Sie das einzige Paar im Freundeskreis, das seit der Schule zusammen ist?
Niemczyk: Nein, es gibt mehrere Freunde, bei denen das auch so ist. Wir sind kein Einzelfall (lacht).
Grunenberg: Natürlich gibt es auch die Freunde, bei denen die Beziehungen schnell wechseln. Aber wir waren kürzlich auf einer Hochzeit von guten Freunden, die sich sogar schon seit der neunten Schulstufe kennen.

Und, haben Sie den Brautstrauß gefangen?
Niemczyk (lacht): Hey. Diese Frage bekomme ich derzeit von meiner Familie gestellt. Aber eine Hochzeit ist derzeit kein Thema für uns.
Grunenberg: Es ist gut und schön so, wie es ist. Derzeit haben wir keinen Grund, daran etwas zu ändern.

Frau Niemczyk, Sie sitzen neben Dieter Bohlen in der Jury der Talente-Show „Deutschland sucht den Superstar“. Macht das eigentlich Spaß?
Niemczyk: Mittlerweile ja. Es hat gedauert, mich an die Aufgabe zu gewöhnen, zumal Dieter kein Mensch ist, der dich herzlich willkommen heißt, sondern jemand, der dich gerne auf die Probe stellt. Ich habe lange überlegt, ob ich mitmachen soll. Im Nachhinein gesehen bin ich froh, zugesagt zu haben.
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