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Ausgabe Nr. 17/2018 vom 24.04.2018, Foto: akg–images
Erich von Däniken wurde am 14. April 1935 im schweizerischen Zofingen geboren. Sein Name geht auf den Schweizer Ort Däniken zurück. Dort gibt es eine alte Schlossruine, sie soll einst der Sitz seiner Familie gewesen sein. Der Autor ist bekannt für seine Interpretation der geheimnisvollen Vergangenheit, die er mit Außerirdischen in Verbindung bringt. Er hat 41 Bücher mit einer Auflage von 75 Millionen Stück veröffentlicht.
Vorträge: 3. Mai, 20 Uhr, VAZ, St. Pölten;
4. und 5. Mai, 20 Uhr, Simm City, Wien. Karten-Tel.: 0900-9496096 oder www.oeticket.com.
„Engel waren keine Heiligen“
Außerirdische Wesen haben unsere Kultur immer wieder beeinflusst. Davon ist der Schweizer Autor Erich von Däniken überzeugt. In einer neuen Vortragsreihe gibt der 83jährige Einblicke dazu. Dieses Mal anhand der Entstehung der großen Pyramide von Gizeh in Ägypten. Die WOCHE sprach mit dem Schweizer darüber.
Herr von Däniken, haben Sie schon einmal ein UFO gesehen, also ein unbekanntes Flugobjekt?
Nein, aber das wird mir immer wieder unterstellt. Das ist alles Quatsch. Ich habe 39 Sachbücher und zwei Romane geschrieben. In einem Roman habe ich die Geschichte entwickelt, dass ich Kontakt mit Außerirdischen gehabt habe. Das ist ein Roman, das steht doch auch am Titel. Er heißt „Tomy und der Planet der Lüge“. In Wirklichkeit habe ich nie ein UFO gesehen.

Warum glauben Sie fest daran, dass es Außerirdische gibt?
Ich glaube es nicht. Ich weiß es. Ich habe zu viele Informationen von all den alten Schriften. Ich kenne zu viel auf dieser Erde. Ich habe Millionen von Kilometern hinter mir. Ich bin inzwischen 83 Jahre alt und ich weiß wirklich, wovon ich rede. Übrigens, ich liebe die Kritiker. Ich liebe Diskussionen mit den Skeptikern. Sie verlieren sowieso immer.

Warum berichten Wissenschaftler nicht darüber? Belügen sie uns?
Sie belügen uns nicht, sie wissen es nicht. Wenn ich mit kritischen Wissenschaftlern Diskussionen führe, wir uns die Wahrheit sagen, dann sagen sie nach zwei Stunden immer, „Aber Herr von Däniken, das wussten wir gar nicht. Von diesen Quellen haben wir noch nie etwas gehört“. Es geht nicht um Bösartigkeit oder um Verschwörung. Die Wissenschaft ist noch nicht reif dazu, der Zeitgeist wird sich ändern.

Ist das, was Sie vorlegen, Wissenschaft?
Nicht in unserem wissenschaftlichen Sinn.Meine Bücher sind Sachbücher. Jede Quelle und jedes Zitat stimmen. Jede Skulptur, auf die ich hinweise, ist fotografierbar. Aber die Ansichten darüber sind unterschiedlich.

Sie sind derzeit auf Vortragsreise und kommen Anfang Mai auch nach St. Pölten und Wien. Was erfährt der Zuhörer in „Geheimnisvolles Ägypten“?
Ich zeige Computeranimationen über den Bau der ältesten und größten Pyramide, der Cheops-Pyramide in Gizeh. Es
gibt verschiedene Varianten und die zeige ich alle. Ich zeige auch, was in den vergangenen Jahren in der Pyramide entdeckt wurde. Die Wissenschaftler haben kleine Roboter hineingeschickt und neue Räume entdeckt. Die Öffentlichkeit erfährt kaum etwas darüber, was da passiert ist. Schächte von mehr als sechzig Metern Länge wurden in der Pyramide gefunden. Ich zeige die Bilder, die ein Roboter gemacht hat. Ich zeige auch die neuesten Entdeckungen.

Sie widerlegen dabei Theorien?
Ja, es gibt verschiedene Theorien über den Bau der Pyramide, die von vernünftigen Menschen, von Ingenieuren, erstellt wurden. Ich zeige die verschiedenen Theorien. Etwa wie Steine auf Holzrollen transportiert und mit Hilfe von Wippen und Seilen gezogen wurden. Aber etwas stimmt hier nicht. Der Cheops, der Pharao, soll die Pyramide gebaut haben. Zu Cheops‘ Zeiten gab es aber diese Technologie von Hebebühnen und Seilwinden noch gar nicht. Sie stand nicht zur Verfügung.

Was schließen Sie daraus?
Ich mache immer klar, dass ich nicht der Meinung bin, dass Außerirdische die Pyramiden gebaut hätten.
Die Außerirdischen haben sich die Finger nie schmutzig gemacht. Das haben immer die Menschen getan.
Die Frage, die ich aufwerfe, ist, warum haben Menschen das getan und mit welchem Wissen. Wer steckt hinter der Planung und hinter all den Schächten und Räumen.

Das heißt, das großartige technische Wissen und die Architektur brachten Außerirdische zu den Menschen auf die Erde?
Das ist meine Meinung, aber die habe ich nicht
erfunden. Das steht in den alten Büchern. Da gab es vor Jahrtausenden einen Mann. Er hieß Henoch. Henoch kommt in der Bibel kurz vor. Er war der siebente Patriarch vor der Flut. Henoch war der erste Mensch, der die Erde in einem fahrenden Wagen verlassen hat. Das steht in der Bibel. Derselbe Henoch ist auch Autor eines Buches. Dieses Buch wurde vor einhundertachtzig Jahren in einer Klosterbibliothek in Äthiopien gefunden. Es ist vor mehr als hundert Jahren auf Englisch und Deutsch übersetzt worden. Henoch schreibt in der ersten Person, in der Ich-Form, was ihm widerfahren ist. Er wurde hinaufgenommen von zwei himmlischen Wesen. Er nennt sie nie Götter. Dort oben wurde er unterwiesen. Die Wesen zeigten ihm alles Mögliche. Sie gaben ihm auch Unterweisung im Bau- und Ingenieurwesen. Dann, am Ende, nahmen sie Henoch mit auf die weitere Fahrt. Bevor Henoch die Erde jedoch verließ, ging er noch einmal nieder auf die Erde und übergab sein ganzes Wissen seinem Sohn Methusalem mit der Verpflichtung, alles sorgfältig für die Geschlechter nach der Flut aufzuheben.

Wann brach die Flut über die Menschen herein?
Das weiß niemand. Aber arabische Historiker erklären, dass die große Pyramide vor der Flut gebaut worden sei. Von einem Wesen, das sie Saurit nennen. Sie bekräftigen, dass Saurit derselbe sei, den die hebräische Gemeinschaft Henoch nennt.

Was halten Archäologen davon, wenn Sie erzählen, dass die Cheops-Pyramide Tausende Jahre jünger sei?
Die halten selbstverständlich nichts davon. Aber bei der Archäologie geht es nur um eine beschränkte Bandbreite, die Ägyptologie. Amerikanische Geologen haben in Gizeh, dort, wo die Pyramide steht, Messungen vorgenommen, die besagen, dass die Datierungen nicht stimmen.

Sie vertreten auch die Ansicht, dass Engel Außerirdische seien, warum?
Richtig. Das ist meine Meinung. Wir haben in der Bibel gelernt, dass Engel himmlische und gute Wesen seien. Als Bub wurde mir beigebracht, wenn ich ehrlich lebe und niemandem etwas zuleide tue, werde ich am Ende des Lebens in den Himmel kommen. Der Himmel sei der Ort der absoluten Glückseligkeit. Dort seien wir mit Gott vereint. Später, als Erwachsener, habe ich gelernt, dass es im Himmel Krach gab. Auch in unserem christlichen Himmel.

Inwiefern?
Da kam ein Erzengel, er hieß Luzifer, mit seinen Heerscharen. Er stand vor dem Thron des allmächtigen Gottes und sagte ihm, dass er ihm nicht mehr dienen würde. Der liebe Gott hat den Erzengel Michael beauftragt, Luzifer und seine Bande aus dem Himmel zu schmeißen. Es gab Krach im Himmel. Wenn der Himmel der Ort der absoluten Glückseligkeit wäre, dann gäbe es keine Opposition, dann wären alle glücklich. Wir lesen im zweiten Buch der Könige, wie ein Engel 185.000 Assyrer erschlägt. Einfach so. Kein Kampf. Kein Streit. Er erschlägt sie. Wir lesen in Henoch, dass verschiedene Engel Sex gehabt haben mit hübschen Menschentöchtern. Engel waren keine Heiligen.

Aber, dass es Engel gegeben hat, bestreiten Sie nicht?
Ich sage, streicht das Wort Engel. Schreibt stattdessen Außerirdische. Streicht das Wort Himmel. Schreibt stattdessen Weltall. Jetzt habe ich zwei Begriffe geändert. Ich mache das mit einigen Begriffen, wodurch plötzlich die alten Texte einen neuen Sinn ergeben. Das ist das, was ich versuche beizubringen. Eine neue Denkweise.
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