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Ausgabe Nr. 14/2018 vom 03.04.2018, Foto: zvg
MotoGP-Ass Andrea Dovizioso sagt Márquez und Rossi den Kampf an
Ein Schüchti gibt Vollgas
Nach seinem Auftakt-Triumph in Katar startet der Italiener Andrea Dovizioso (32, li.) als WM-Favorit in den zweiten Saison-Grand-Prix am Sonntag in Argentinien. Zu Beginn eines MotoGP Rekordjahres, vor dem Valentino Rossi, 39, seine Karriere noch einmal verlängerte, wurde in Katar erstmals die 400-Millionen-Schallmauer an Fernseh-Zusehern geknackt.
Er ist kein schillernder „Paradiesvogel“ wie MotoGP-Held Valentino Rossi, 39, und auch über das strahlende Lächeln eines Marc Márquez, 25, verfügt er nicht. „Ich bin eher schüchtern, rede wenig und stehe nicht gern im Rampenlicht“, bringt es Andrea Dovizioso, 32, auf den Punkt, der seinem Heimatland kulinarisch huldigt wie kein zweiter.
„Ich bin ein echter Italiener und mag nichts außer Pasta und Pizza, obwohl das nicht gerade Sportlernahrung ist“, gibt er lächelnd zu. Und dennoch haben ihm die Portionen an heißgeliebter „Pizza Funghi“ (Pilze) sportlich nicht geschadet. Im Gegenteil, seit Beginn 2017 hat der 1,67 Meter kleine Pilot aus Forlimpopoli sieben MotoGP-Rennen gewonnen, während Márquez als amtierender Weltmeister nur sechs Mal am obersten Treppchen landete. Die jüngsten drei Duelle, als beide Rivalen in der Zielkurve um den Sieg fuhren, gingen an Dovizioso, der seinen Ruf als Márquez-Bezwinger auch in der letzten Runde des Saisonauftaktes in Katar festigte. „Dovizioso ist durch seine steigende Formkurve mein Top-Favorit auf den Weltmeistertitel“, erklärte der deutsche Ex-Weltmeister Stefan Bradl. „Andrea könnte in dieser Saison das Zünglein an der Waage sein, wobei für mich die MotoGP die mit Abstand spannendste Motorsportserie der Welt ist.“

Dies spiegelt sich auch in den jüngsten Zahlen wieder, beim ersten Saisonrennen übertrugen erstmals mehr als 100 Fernseh-Stationen weltweit die Duelle der Feuerstühle und erreichten den Rekordwert von 400 Millionen Zuseher. In der diesjährigen Saison stehen insgesamt 19 Rennen, darunter erstmals eines in Thailand, auf dem Programm. Das sind so viele wie noch nie, wobei das rot-weiß-rote KTM-Team aus Oberösterreich nach dem Auftaktrennen mit einem Ausfall und Platz 18 noch einigen Aufholbedarf hat.

Dramaturgisch zum perfekten Zeitpunkt hatte auch Valentino Rossi noch einmal seinen Vertrag bei Yamaha verlängert, nachdem er im vorigen Jahr konstant vorne mitgemischt hatte. „Aufzuhören war nur eine kurze Überlegung von mir, denn Motorradrennen sind mein Leben“, verrät der neunfache Weltmeister und 366-fache Grand-Prix-Starter. „Ich hänge noch zwei Jahre dran und werde 2020 als 41jähriger in meine 25. Saison gehen. Heuer ist natürlich der Titel das Ziel.“ Dafür darf sich der beliebteste aller Zweiradpiloten über ein Jahresgehalt von acht Millionen Euro freuen, nur eine Million weniger als Weltmeister Márquez. Dass gerade der gutmütige WM-Favorit Dovizioso im Vergleich dazu unter Wert geschlagen wird, zeigt dessen Gehalt von nur zwei Millionen Euro im Jahr. Kurios, ausgerechnet sein Fahrerpartner bei Ducati, Jorge Lorenzo, ist mit 14 Millionen jährlich der Gagenkrösus im Feld, kam aber in der vorigen Saison nicht über WM-Gesamtrang sieben hinaus.

Abseits von Geld und WM-Punkten ist freilich Valentino Rossis „Pole Position“ in den Klatschspalten unangefochten. Die Zweiradszene darf sich seit Kurzem über eine neue Frau an der Seite des „Dottore“ freuen, das italienische Unterwäschemodell Francesca Sofia Novello, 24. Dovizioso hingegen hat derzeit keine Freudin, kann aber eine siebenjährige Tochter vorweisen. „Sie heißt Sara, stammt aus einer früheren Beziehung, ist ein süßes Mädel und äußerst sportlich“, erzählt er stolz und erwähnt gleich, wie schwer es anfänglich für ihn war, die Vaterschaft im Terminkalender unterzubringen.

„Wenn du zwanzig Wochenenden im Jahr nicht daheim bist, hast du familiäre Probleme. Mittlerweile glaube ich, dass ich ein guter Vater bin und meine Tochter Sara mich zu einem besseren Fahrer gemacht hat.“
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