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Ausgabe Nr. 06/2018 vom 06.02.2018, Foto: Fotowerk/Fotolia
Lachen, Tanzen, Küssen – im Fasching können wir viel für unsere Gesundheit tun.
Narrisch guate Zeit
Die fünfte Jahreszeit ist kurz und intensiv. Bälle, Umzüge und Faschingsgschnas reihen sich dicht an dicht. Diese Zeit der fröhlichen Geselligkeit sollten wir nutzen, denn selten ist es so einfach und angenehm, die Gesundheit und das Seelenwohl zu fördern.
Der Fasching ist auf seinem Höhepunkt und je nach Region wird mit Bällen, Straßenumzügen und Gschnas in kleiner oder großer Runde gefeiert. Wie in keiner anderen Zeit des Jahres stehen jetzt Spaß, das ausgelassene Feiern und die Lust am Leben im Mittelpunkt.

Bälle laden zum ausgiebigen Tanzvergnügen, verrückte Verkleidungen regen die Lachmuskeln an und bei vielen Faschingsnarren ist der Spaß am Flirten die größte Freud‘. Das Schöne dabei, sich dem „narrischen Treiben“ hinzugeben, ist tatsächlich ein Dienst an der Gesundheit, wie Experten erklären.

Lachen ist ein Gesund-Brunnen

Ob schallend, „wiehernd“ oder kreischend, herzhaftes Lachen erfrischt, belebt und befreit. Das ist nicht nur ein Gefühl, das lässt sich beweisen, versichert Michael Titze, Psychotherapeut, Lachforscher und Humortrainer. Wie kein anderer im deutschsprachigen Raum, kennt Titze die positiven Auswirkungen herzhaften Lachens. „Alle Studien weisen darauf hin, Lachen ist ein Gesund-Brunnen. Es setzt Selbstheilungskräfte frei, etwa durch das Ausschütten von Glückshormonen. Die lassen uns nach ausgiebigem Lachen rundherum wohl fühlen.“ Der Grund, Lachen massiert die Organe, baut Stress ab und verbessert die Lungenfunktion. Es erhöht die Zahl der Abwehrzellen im Blut und wirkt auf das Nervensystem ein, so dass es Schmerzen dämpft. Schließlich setzt Lachen den Verstand außer Kraft. „Im echten Lachen wird die Selbstkontrolle außer Kraft gesetzt, so dass manche Körperfunktionen entgleisen können. Muskeln zucken, was vor allem im Bauch schmerzen kann, die Stimmbänder schwingen so intensiv, dass sich das typische Wiehern und Brüllen ergeben, und es können Tränen fließen. So mancher hat sich beim Lachen schon in die Hose gemacht.“ Aller „Gefahren“ zum Trotz, Experten wie Titze sind sicher, herzhaftes Lachen ist für die Psyche so erfrischend wie 45 Minuten Entspannung. Es heißt sogar, Lachen bekämpft Frühjahrsmüdigkeit und verhilft Herren zu mehr Manneskraft …

Küssen lässt Ängste verfliegen

Im Herzen wissen wir es alle. Küssen macht nicht nur Spaß, es ist auch gesund. Wissenschaftler können das nun belegen. Ein intensiver Kuss (ab zehn Sekunden) lässt das Herz nicht nur sprichwörtlich „höher“ schlagen. Bei küssenden Männern steigt der Puls auf 110 Schläge pro Minute, bei der Frau auf 108. „Normal“ sind 70 bis 90 Schläge. Neben dieser besseren Durchblutung erhöht sich die Zahl der Atemzüge. Statt der üblichen zwanzig atmen wir nach dem Kuss bis zu sechzig Mal pro Minute. Ärzte der McGill Universität in Montreal (Kanada) fanden heraus, dass intensives Küssen das Gehirn die „Glückshormone“ Dopamin und Serotonin ausschütten lässt, sowie Oxytocin, das Liebeshormon. Sie machen glücklich und lindern Schmerzen. Den Forschern zufolge leben Vielküsser um fünf Jahre länger. Australische Ärzte entdeckten, dass bei Vielgeküssten die Selbstheilung besser ist. So sollen offene Wunden durch oftmaliges Küssen positiv beeinflusst werden.

Am deutlichsten spüren wir die positive Wirkung des Küssens, bei dem wir 38 Gesichtsmuskeln bewegen, an der nachfolgenden Enspannung. Eine Heerschar an Neuropeptiden bekämpfen das Stresshormon Kortisol. Dadurch verfliegen verstimmende Gedanken, Frustrationen und Ängste. Angesichts dieser Wohltat für Körper und Geist sollten wir viel öfter küssen.

Tanzen verknüpft die Nervenzellen

Ob allein, zu zweit oder in der Masse, wer tanzt, schaut auf seine Gesundheit. „Ja, Tanzen ist ein Ganzkörpertraining und eine Art Nährstoff, der für die geistige Gesundheit im höheren Alter bedeutsam sein kann“, sagt der renommierte Musikkognitionsexperte Professor Gunter Kreutz, der sich mit den Auswirkungen von musikalischen Aktivitäten auf Gefühle, Wohlbefinden und Gesundheit beschäftigt. Er führt die positiven Wirkungen auf die komplexen Schrittfolgen, die Figuren und unterschiedlichen Bewegungsabläufe zurück. Wer regelmäßig tanzt, am besten zwei Mal in der Woche, dessen Muskelzellen reagieren besser und schneller, Verspannungen lösen sich, Sehnen und Bänder werden gestärkt, so dass sie die Gelenke besser schützen. „Die aufrechte Haltung beim Paartanz unterstützt die Wirbelsäule und schützt die Bandscheiben.“ Flottes Tanzen verbrennt, zur Freude aller, jede Menge Kalorien, lässt das Herz leistungsfähiger werden und die Lunge verbrauchte Luft schneller ausstoßen. Auch das Gehirn wird besser durchblutet, und das hat viele positive Folgen. „Der Mensch wird wach, leistungsfähig und kann sich viel mehr merken. Die koordinierten und rhythmischen Bewegungen halten das Gehirn jung. Es ist sogar möglich, dass sich verkümmerte Bereiche des Gehirns wieder regenerieren.“

Tänzer sind an ihrer oft guten Laune erkennbar, denn die Bewegung steigert die Serotoninproduktion. Tänzer sind überdies Menschen, die Probleme kreativer lösen als andere, weil sie es gewohnt sind, auch die rechte, kreative Gehirnhälfte mit einzusetzen. „Tanzstunden sollte es wirklich auf Krankenschein geben …“
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