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Ausgabe Nr. 5/2018 vom 30.01.2018, Fotos: Ernst Kainerstorfer/ATV, picturedesk.com
Richard Lugner
Melanie Griffith
„Mein Gast zickt herum“
Kein Opernball ohne Richard Lugner und dessen speziellen Gast. In diesem Jahr begleitet ihn die Schauspielerin Melanie Griffith. Im Gespräch mit der WOCHE-Redakteurin Julia Seidl berichtet der 85jährige von den Zicken seines Gastes, dem Besuch beim Würstelstand nach dem Ball und schlechten Logen.
Herr Lugner, wissen Sie schon, in welcher Loge Sie am
Opernball sitzen werden?

Ich fürchte, es wird wieder die im letzten Rang sein. Alle Menschen, die bekannt sind, sind in den beiden unteren Geschoßen. Der einzige, der anderswo ist, bin ich. Ich weiß nicht, warum die Verantwortlichen so mit mir umgehen, obwohl ich viel für den Ball tue.

Wie geht es Ihnen mit Ihrem Opernballgast Melanie Griffith?
Schlecht. Sie macht uns Probleme. Wir haben ihr einen Friseur-Weltmeister für Ihre Frisur vorgeschlagen, aber sie will einen Engländer mitnehmen und wir sollen alles für ihn zahlen. Sie zickt herum. Und die Medien spekulieren, dass sie Krebs hat, weil sie ein Pflaster auf der Nase trägt, aber davon weiß ich nichts.

Wie viel zahlen Sie für einen Opernballgast?
Darüber schweige ich. Das sage ich nie.

Wie lang dauert Ihre Ballnacht und wie klingt sie aus?
Der Gast bleibt bis etwa ein Uhr. Wenn er kurz nach Mitternacht geht, tolerieren wir das. Dann stürmen die Reporter die Loge, die wissen wollen, wie der Abend war. Oft gehe ich gegen zwei Uhr mit Freunden hinunter zum Würstelstand bei der Albertina.

Wie lange wollen Sie den Opernball noch besuchen?
Das kommt auf meinen Gesundheitszustand an. Momentan geht es noch.

Was war denn nun zwischen Ihnen und Jasmin, mit der Sie kürzlich am Filmball in München (D) waren?
Sie ist ein hübsches Mädchen, war aber nur meine Begleitung. Sie und ihr Freund wollen sich zwar trennen, aber wir beide waren nie ein Paar. Medien haben das falsch behauptet.

Also haben Sie sie nicht geliebt?
Nein.

Was bedeutet Liebe für Sie?
Das Gefühl muss mitspielen. Die Partnerin muss mir gefallen. Eine gute Unterhaltung kann verzaubern wie Schönheit. Ich liebe das Schöne. Aber irgendwann muss ich realistisch sein. Die junge Altersklasse funktioniert für mich nicht mehr. Ideal wäre eine Dame um die 40 oder 45. Astrologen meinen, zwischen Februar und Mai lerne ich jemanden kennen. Derzeit bin ich dabei, jene wegzulassen, die nicht zu mir passen. Ich habe fünf Ehen und fünf Scheidungen hinter mir. Ich will in nichts hineintanzen, das schiefgeht.

Sie könnten auch einmal eine Zeit ungebunden bleiben.
Ich bin niemand, der alleine sein will.

Sind bei Ihren Begleitungen auch Escort-Damen dabei?
Nein. Es wollen genug Frauen ohne Bezahlung bei mir sein.

Wie verbringen Sie einsame Abende?
Mit meinen beiden lieben Hunden „Cora“ und „Michi“. Schlafen gehe ich meist spät, gegen zwölf oder eins.

Wie gehen Sie damit um, dass sich Menschen über Sie lustig machen, weil Sie immer wieder mit jungen Damen daherkommen?
Wer Erfolg hat, hat Neider. Ich bin abgehärtet. Öffentlich geäußerte Gemeinheiten verletzen mich nicht. Es kommen täglich Menschen, die mir zu dem, was ich erreicht habe, gratulieren. Davon hab‘ ich auch nichts. Ich lebe mit beidem.

Dafür machen die Menschen gerne Fotos mit Ihnen, oder?
Sogar am Opernball. Das ist ein Problem. Beim Hahnenkammrennen in Kitzbühel (T) musste ich 400 machen. Da ist es am schlimmsten. Am zweitschlimmsten ist es am Neustifter Kirtag in Wien.

Welchen Rat haben Sie für junge Menschen, die erfolgreich werden wollen?
Sie sollten eine gute Ausbildung haben und sich einen Beruf suchen, der ihnen Spaß macht. Deswegen war ich erfolgreich. Ich habe nie das Geld gejagt. Geld kommt mit dem Erfolg.

Sind Sie glücklich?
Ich bin zufrieden, wie mein Leben verlaufen ist. Nicht wegen dem Geld. Ich glaube, ich habe nicht viel falsch gemacht. Den Frauen, mit denen ich Kinder habe, habe ich viel gegeben. Keine kann sich beklagen, dass ich sie entsorgt habe. Eher versorgt.

Haben Sie sich manchmal ausgenutzt gefühlt?
Ja, sicher … Das kommt vor.

Was möchten Sie noch unbedingt machen?
Die Lugner City noch einmal erweitern und mit einer netten Partnerin den Lebensabend verbringen. Ich stecke meine Ziele nicht zu hoch. Es bleibt die Frage, ob ich sie erreiche.

Sie sind 85 Jahre alt. Denken Sie ans Sterben?
Alles geht zu Ende. Jeder muss sterben. Ich habe keine Angst. Da muss jeder durch (lacht). Ich bin ein positiver Mensch. Der Körper funktioniert wie eine chemische Fabrik. Wenn jemand glücklich ist, positive Erlebnisse hat und optimistisch eingestellt ist, reagiert er anders als jemand, der immer traurig und missgünstig ist und alles ablehnt. Ich bin gesund und esse gerne meinen frischen Thunfischsalat. Nur an die Handvoll Obst, die ich zu mir nehmen sollte, halte ich mich nicht.

Der Bauunternehmer Richard Lugner wurde am 11. Oktober 1932 in Wien geboren. Nach der Matura gründete er sein eigenes Unternehmen und spezialisierte sich auf die Renovierung von Altbauten. 1990 eröffnete er in Wien ein Einkaufszentrum, die Lugner City, die mittlerweile auch ein Kino hat. Lugner ist für seine Medienpräsenz und den offenen Umgang mit seinem Privatleben bekannt. Der 85jährige war fünf Mal verheiratet. Aus dieser Zeit hat er drei eheliche und ein uneheliches Kind. Seit 2003 wird die Doku-Soap „Die Lugners“ ausgestrahlt, er hatte Auftritte in der Satire-Sendung „Wir sind Kaiser“ und einen Hit in der Musikparade namens „I bin der Lugner olé olé“. Seit 1992 lädt er jährlich einen prominenten Gast zu sich in die Loge am Opernball ein.
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