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Ausgabe Nr. 5/2018 vom 30.01.2018, Fotos: Martin Lusser, picturedesk.com
Heinz Faßmann, Gernot Schreyer
Bringen Herbstferien Vorteile für Schüler?
Unter Schwarz-Blau wird es erstmals einheitliche Herbstferien für alle Schüler geben. Dafür sollen die schulautonomen Tage gekürzt werden. Pflichtschüler haben derzeit vier zusätzliche Tage frei, in den höheren Schulen sind es fünf Tage. Tourismusvertreter freuen sich über die Zusatz-Ferienwoche. Ob in der Zeit zwischen National-feiertag und Allerseelen viele bei uns Urlaub machen, ist aber fraglich. Für die Eltern jüngerer Kinder tut sich mit den Herbstferien zudem ein Betreuungsproblem auf.
JA: Heinz Faßmann,
Bildungsminister:

„Herbstferien bringen vor allem eines: einen Zeitraum, in dem alle Schülerinnen und Schüler gleichzeitig frei haben. Viele Familien mit mehreren Kindern in unterschiedlichen Schulen sind mit der Tatsache konfrontiert, dass sich die schulautonomen Tage manchmal nicht überschneiden. Dann steht man vor dem Problem, dass man diese Tage überhaupt nicht nützen kann. Viele Kritiker meinen, dass die Herbstferien – die laut unserem Vorschlag von 26. Oktober bis 2. November stattfinden sollen – zu schnell nach den Sommerferien kommen und die Schüler wieder aus dem Schulalltag herausgerissen werden. Doch das Gegenteil ist der Fall. Die Schülerinnen und Schüler haben da bereits zwei intensive Monate hinter sich und fast zwei weitere anspruchsvolle Monate vor sich. Die Herbstferien sind eine gute Gelegenheit, dazwischen auch einmal ordentlich Luft zu holen und auszuspannen. Viele Schulen verwenden ihre schulautonomen Tage genau zu diesem Zeitpunkt und machen die Zeit zwischen dem Nationalfeiertag und Allerseelen bereits jetzt zu Herbstferien. Wir wollen nun genau das vereinheitlichen. Klar ist jedenfalls, die Sommerferien werden nicht gekürzt.“

NEIN: Gernot Schreyer,
Bundeselternverband:

„Österreichweite einheitliche Herbstferien bringen keine Vorteile. In den Gymnasien (AHS) und berufsbildenden mittleren und höheren Schulen (BMHS) ist der Druck schon jetzt groß, Schularbeiten-Termine zu finden, die nicht mit Schulveranstaltungen oder Ferien kollidieren. Es wird dann noch schwieriger werden, entsprechende Termine zu finden. Zudem enden die Sommerferien in Westösterreich eine Woche später als im Osten. Die Zeitspanne zwischen dem Beginn des Wintersemesters und Weihnachten ist unterschiedlich lange. Das kann dazu führen, dass die Schülerinnen und Schüler im Westen unter zusätzlichen zeitlichen Druck kommen. Der Herbst ist die Zeit, in der viel weitergebracht wird. Auch Schüler empfinden diese Zeit als intensiv, durch Herbstferien wird sie unterbrochen. Die wenigsten Familien werden es sich leisten können, irgendwo hinzufliegen. Deshalb müssen wir davon ausgehen, dass für viele Schüler die Herbstferien reine Lernferien werden. Wir begrüßen aber ausdrücklich, dass die Sommerferien nicht angegriffen werden. Das Streichen schulautonomer Tage hat jedoch äußerst wenig mit einem Ausbau der Schulautonomie zu tun.“
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