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Ausgabe Nr. 03/2018 vom 16.01.2018, Fotos: Just Loomis/Universal Music
„A-Ha“
Das neue Album ist bereits auf dem Markt. Am 2.2. kommt die Band damit nach Wien.
Ein Trio bei der Sommer- sonnenwende
Da gibt es einmal was Neues. Morten Harket, 58, Magne Furuholmen, 55, und Pal Waaktaar-Savoy, 56, haben im Laufe ihrer 35jährigen Karriere immer wieder die eine oder andere Nummer elektrisch unverstärkt gespielt, eine komplette Unplugged-Tournee gab es aber noch nicht. Bis jetzt. Basierend auf ihrem im Sommer eingespielten MTV-Unplugged-Album „Summer Solstice“ (kürzlich erschienen) führt das Trio von „a-ha“ seine Lieder wie „Take On Me“, „The Living Daylights“, „Manhattan Skyline“ oder „Hunting High And Low“ in abendfüllender Länge akustisch auf. Am 2. Februar in der Wiener Stadthalle. Der WOCHE-Reporter Steffen Rüth sprach mit Harket über dieses einmalige Projekt
Was dürfen die Zuhörer erwarten?
Die Konzerte werden eher leise sein, wir konzentrieren uns ganz auf die Lieder. Besonders freue ich mich darauf, dass wir drei wunderbare junge Musiker mehr auf der Bühne haben als sonst. Sie spielen Violine, Cello und Bratsche.

Ist es wahr, dass Sie Ihr akustisches Album ursprünglich nicht in Norwegen, sondern im legendären Opernhaus von Manaus, also mitten im brasilianischen Regenwald, aufzeichnen wollten?
Manaus war zumindest eine der Optionen, die sich am längsten hielt und die auch lange Zeit unser Favorit war. Aber logistisch wäre das ein Mordsunternehmen geworden und so entschieden wir uns letztlich für Giske (Norwegen).

Giske ist eine kleine Insel bei Ålesund. Was macht den Ort außergewöhnlich?
Giske ist nur ein Inselchen, praktischerweise ist sie sogar mit dem Auto erreichbar, aber die gesamte Küste in der Mitte Norwegens ist einfach atemberaubend schön und variantenreich. Die Natur gibt dort alles.

Das Album heißt „Summer Solstice“, also „Sommersonnenwende“. Ist Mittsommer eine besondere Nacht für alle Norweger?
Ja. Der längste Tag des Jahres hat eine herausragende Bedeutung für uns. Mittsommer ist ein großes und wichtiges Fest in ganz Skandinavien. Es wird die ganze Nacht nicht dunkel, und da Giske nördlicher liegt als meine Heimatstadt Oslo, ist der Effekt dort sogar noch stärker ausgeprägt.

Wird sich „a-ha“ nach diesem Projekt und der dazugehörenden Tour trennen?
Nein, aber wir nehmen in unserer Band nichts als gegeben hin. Es gibt bei „a-ha“ keine Selbstverständlichkeiten und keine langfristigen Pläne. Wir wissen, dass wir 2018 auf Tournee sind, aber danach? Kann sein, dass wir die Band wieder auf Eis legen und uns um unsere zahlreichen individuellen Interessen kümmern. Kann auch sein, dass wir weitermachen wollen. Klar ist nur: Wir wollten alle drei dieses Unplugged-Projekt verwirklichen.

Es heißt, bei den Proben wären Sie sich so nahe gewesen wie seit Ewigkeiten nicht …
Ja, das stimmt. Die Arbeit an diesem Album war für uns auch ein soziales Experiment. Während unserer gesamten Karriere als „a-ha“ gingen alle unsere Entscheidungen immer von uns Dreien aus, von Magne, Pal und mir. Wir haben immer hart und fair für unsere Positionen und Überzeugungen gerungen, jeder nicht aus Egoismus, sondern weil wir oft unterschiedliche Ansichten haben, was das Beste für die Band ist. Und jetzt hatten wir mit Lars Horntveth zum ersten Mal einen Produzenten von außerhalb mit dabei.

Was war seine Aufgabe?
Uns zu quälen (lacht). Er konfrontierte uns mit Ideen, die Lieder auf eine Weise zu zerschneiden, die uns fremd vorkam.

Bei welchem Stück vor allem?
Bei „Take On Me“, es ist gewissermaßen unser Meisterstück. Es wurde schon von so vielen Musikern neu aufgenommen, und jetzt haben wir dieses Lied endlich selbst neu interpretiert – und zwar radikaler als alle anderen.
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