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Ausgabe Nr. 03/2018 vom 16.01.2018, Foto: Katja Kuhl
„Vorstadtweib“ Martina Ebm
„Ich bin nicht auf den Mund gefallen“
In der Serie „Vorstadtweiber“ (mo., 20.15 Uhr, ORF eins) geht es in der fünfköpfigen Frauenriege rund um Martina Ebm, 35, turbulent zu. Intrigen werden gesponnen, Liebschaften genossen und auch vor Mord wird nicht zurückgeschreckt. Was sie von einer Fortsetzung der Serie hält, erzählt eine kampferprobte Darstellerin.
Frau Ebm, haben Sie schon einmal einen Mann aufs Kreuz gelegt?
Wie bitte? Sie meinen wohl über den Tisch gezogen?

Nein, in sportlicher Hinsicht. Sie sind doch Judo-Juniorenmeisterin …
Oh Gott, das war ja noch im vorigen Jahrhundert. Aber ja, da waren auch Burschen dabei, die auf die Matte mussten.

Üben Sie diesen Sport heute noch aus oder beherrschen Sie vielleicht noch die eine oder andere Technik?
Selbstverständlich. Mir bleibt besser jeder auf Distanz.

Ist Ihrer Meinung nach ein solches Kampfsportwissen in Zeiten wie diesen, da es immer wieder zu Belästigungen von Frauen kommt, ein nötiges Wissen?
Es ist sicher von Vorteil, wenn sich eine Frau zur Wehr setzen kann. Wie die derzeitige Debatte zeigt, gibt es viele Übergriffe. Aber vergessen wir nicht, dass die meisten durch Männer geschehen, die ihre Machtposition ausnützen.

Wurden Sie schon ein Mal belästigt und mussten sich zur Wehr setzen?
Jede Frau kennt unangenehme Situationen, in denen sie angebaggert wird, und der Mann jedes ablehnende Signal ignoriert. Ich bin zum Glück nicht auf den Mund gefallen und wusste mir Anmache immer vom Hals zu halten.

Sie sind Mutter von Zwillingen. Sind Sie dadurch wehrhafter geworden, Frau Ebm?
Natürlich entwickelt eine Mutter ein großes Schutzbedürfnis gegenüber den Kindern. Aber Wien ist keine Stadt, in der ich meine Kinder mit Fäusten verteidigen muss. Ich habe nie schlechte Erfahrungen gemacht.

Verraten Sie uns, wie alt Ihre Zwillinge sind und ob es Mädchen oder Buben sind?
Sie sind im richtigen Alter und kerngesund.

Geraten Sie hin und wieder als berufstätige Mutter in Versuchung, weil es schnell geht, auf Fertiggerichte zuzugreifen oder sind Sie eine begnadete Köchin, die innerhalb kürzester Zeit etwas Gutes auf den Teller zaubern kann?
Begnadet. Mein Erdäpfelsalat ist weltberühmt. Scherz beiseite, ich lebe gesund, koche immer frisch – und Mutter und Schwiegermutter zaubern auch immer wieder was Gutes in die Töpfe.

Was kommt bei Ihnen hauptsächlich auf den Tisch?
Gemüse. Gemüse. Gemüse.

Benutzen Sie privat oft ein Mobiltelefon?
In Maßen. Meine zwei Berufe – Mutter und Schauspielerin – lasten mich gut aus (lacht). Da bleibt nicht viel Zeit für Facebook oder Instagram. Aber ich bin da ohnehin nicht anfällig. Ich gehe lieber in die Natur.

In der neuen Staffel der „Vorstadtweiber“ scheint ohne Mobiltelefon nichts zu gehen. Selbst ein neuer Mann wird von Ihnen damit gesucht. Eine neue Form der Partnervermittlung?
Neu? In welchem Jahrhundert haben Sie aufgehört, sich zu verabreden? Heutzutage wird alles digital organisiert, auch die Liebe.

Ihre Rolle, die Caro, wirkt elegant. Ein Stil, den Sie für sich auch privat beanspruchen?
Beanspruchen würde ich ihn gerne, aber umsetzen? Mit zwei Kleinkindern hat es sich „ausgestylt“. Aber für Veranstaltungen – gerne.

Ohne Zehn-Zentimeter-Absatz scheint Caro nicht auszukommen. Lieben Sie privat auch solche Schuhe und wie viele davon haben Sie bei sich zu Hause stehen?
Keine fünf Paar – ich liebe Gemütlichkeit, da kommt mir der neue Trend aus Skandinavien „Hygge“ gerade recht: smart und gemütlich.

Stehen daneben die Bergschuhe? Es heißt, Sie seien gern in den Bergen?
Ja, ich liebe die Berge. Ich bin ja am Mondsee (OÖ) aufgewachsen. Bergschuhe habe ich ein Paar, lange eingegangen und immer wieder repariert.

Zu Ihrer Liebe zur Natur passt wohl auch Yoga, das Sie betreiben. Sie sollen auch auf Yoga-Urlaub gewesen sein. Machen Sie das regelmäßig und beherrschen Sie den Sonnengruß, das Kamel und den Schwan bereits perfekt?
Ich mache regelmäßig Yoga, und vom Sonnengruß bis zum schlafenden Schwan kommt in meinem Übungslauf alles vor.

Gehört Yoga zu Ihrem täglichen Ritual, um für wenige Augenblicke abschalten zu können?
Ich kann in der Yogastunde oder bei einer schönen Wanderung gut abschalten, aber natürlich geht‘s – wie bei allen Menschen – am besten in einem ausgedehnten Urlaub mit viel Schlaf und Natur.

Welche Projekte stehen für Sie demnächst an?
Mein aufregendstes Projekt derzeit ist die Uraufführung von „All about Eve“ am 1. März im Theater in der Josefstadt. Ein bekannter englischer Regisseur führt Regie und ich spiele eine der Hauptrollen. In diesem Stück geht es hauptsächlich um Intrigen, Ruhm und Verrat – eine große Herausforderung.

Ist ein Ende der Geschichte rund um die „Vorstadtweiber“ abzusehen?
Seit wann ist die Vorstadt am Ende? Das Leben bietet unendlich viele Vorlagen. Ich glaube, die Vorstadtweiber werden erst in den Ruhestand gehen, wenn sie alt und grau sind. Und selbst dann werden sie sich um den besten Platz am Bankerl zanken – oder zusammenhalten, um den betagten Bankdirektoren oder Provinzpolitikern am Nachbarbankerl eins auszuwischen.

Martina Ebm wurde am 24. Februar 1982 in Wien geboren, wuchs aber am Mondsee in Oberösterreich auf. Sie absolvierte die Sporthauptschule und machte dann die Matura in Salzburg. Fürs Studium kam Ebm wieder nach Wien zurück und versuchte sich zunächst in der Medizin, ehe sie Theaterwissenschaften studierte. Seit dem Jahr 2010 gehört Martina Ebm zur heimischen Fernsehlandschaft und wirkte unter anderem in „Die Lottosieger“, „Bad Fucking“ sowie „Die Hebamme“ mit. Seit dem Jahr 2014 ist sie Ensemblemitglied im Theater in der Josefstadt in Wien. In unserer Hauptstadt lebt sie mit ihren Zwillingen und dem Regisseur Umut Dag.
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