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Ausgabe Nr. 2/2018 vom 09.01.2018, Fotos: Agnes Sadlowska/Fotolia
Symptome einer echten Grippe

• plötzlich hohes Fieber (mind. 38,5 Grad)
• Hals-, Kopf- und/oder Gliederschmerzen
• starke Müdigkeit
• schwerer, trockener Reizhusten
• Schweißausbrüche, Schüttelfrost
• Schnupfen
• möglich: Übelkeit, Erbrechen und Durchfall
Diese Ratschläge helfen, das Risiko einer Grippeerkrankung so klein wie möglich zu halten

Hygienisch husten/niesen
• NICHT in die Hand husten, besser in die Ellenbeuge, in den Ärmel.
• Schal oder Taschentuch vor Nase und Mund halten.
• Beim Husten/Niesen sich von anderen Menschen abwenden.
• Papiertaschentücher verwenden und nach dem ersten Gebrauch wegschmeißen.

Regelmäßig Hände waschen
• Mehrmals am Tag, immer nach dem Toilettengang, nach der Benützung öffentlicher Einrichtungen und Verkehrsmittel, nach dem nach Hause kommen, vor dem Essen.
• Wenn möglich Seife verwenden, 20–30 Sekunden waschen.
• Die gesamte Handfläche und den ganzen Handrücken einseifen, die Fingernägel und die Räume zwischen den Fingern.
• Für unterwegs Händedesinfektion mitnehmen und die Hände regelmäßig desinfizieren; Handschuhe tragen.
• Hände bewusst vom Gesicht fernhalten (Grippeviren, die auf den Fingern/Händen landen, können durch das Berühren im Gesicht über die Augen-, Nasen- oder Mundschleimhaut in den Körper eindringen).

Auf Körperkontakt verzichten
• Große Menschenmengen meiden
• Auf Hand geben, umarmen, Begrüßungsküsschen verzichten.

Verhalten in geschlossenen Räumen
• Regelmäßig Zimmer lüften, in geschlossenen Räumen kann die Anzahl der Viren in der Luft stark ansteigen. Dagegen hilft, drei bis vier Mal täglich für etwa zehn Minuten zu lüften (Stoßlüften).
• In der Familie Kranke von Gesunden trennen; wenn möglich, sollte der Kranke in einem eigenen Raum schlafen.
• Häufig berührte Flächen wie Türklinken, Geländer und Wasserhähne oft reinigen und desinfizieren.
• Verwendete Masken oder Taschentücher sind richtig zu entsorgen und in verschlossenen Beuteln wegzuwerfen.
Keine Chance den Grippeviren
Sie kommt jedes Jahr und ist mehr als eine Verkühlung. Die echte Grippe ist eine Viruserkrankung, an deren Folgen jährlich Tausende Menschen sterben. Vor allem Kinder bis zum vierten Jahr und Menschen ab 55 Jahren erkranken leicht, weil ihr Immunsystem noch nicht oder nicht mehr so stark ist. Wer die Grippeimpfung versäumt hat, kann sich dennoch die Viren vom Leib halten.
Lange haben die Grippeviren im Vergleich zum Vorjahr still gehalten, doch seit Mitte/Ende Dezember sind sie auf dem Vormarsch.

Eines der ersten Länder, das eine Grippe-Welle ausgerufen hat, war die Schweiz, einen Tag später folgte Italien. In den letzten Tagen des Vorjahres stieg die Zahl der Schweizer Grippeerkrankten auf 144 Fälle pro 100.000 Einwohner. Damit wurde der saisonale epidemische Schwellenwert von 68 Grippeverdachtsfällen pro 100.000 Einwohner überschritten. Vor allem Kinder waren betroffen. Die Zahl der Grippekranken stieg auch in unserem Land. In Wien erkranken wöchentlich fünftausend Menschen, in Graz ist die Zahl um den Jahreswechsel von zwei- auf dreitausend gestiegen. Die Influenza tritt jedes Jahr mit hoher Wahrscheinlichkeit auf, immer verbunden mit unvorhersehbaren Aspekten wie: wann kommt sie tatsächlich, wie schwer verläuft sie und hat sie einen oder zwei Gipfel.

Äußerst gefährdet sind bei Grippe ältere Menschen oder jene, die bereits an anderen Grunderkrankungen wie Diabetes, Asthma, Lungen-, Herz- oder Nierenkrankheit leiden, erläutert Dr. Christoph Wenisch, Vorstand der Abteilung für Infektions- und Tropenmedizin im KAV-Kaiser-Franz-Josef-Spital Wien. „Wenn jemand bereits an Herz-Kreislauf-Erkrankungen leidet, verlängert sich der Verlauf der Grippeerkrankung, ein Spitalsaufenthalt kann dann bis zu zwei Wochen dauern. Zudem kann es danach auch zu Schwächezuständen kommen, die bis zu mehrere Monate dauern. Für diese Menschen ist deshalb die Verhinderung der Erkrankung durch eine Grippeimpfung besonders wichtig.“

Im Gegensatz zu „Erkältungs-Viren“ können sich Influenza-Viren auch in Lunge, Gehirn oder Herz ausbreiten und dort schwerwiegende Komplikationen verursachen. Zu den gefährlichsten Folgekomplikationen gehören Bronchitis, Lungen-, Mittelohr- und Nasennebenhöhlenentzündungen sowie Herzmuskelentzündungen, Herzrhythmusstörungen und Herzschwäche. In einigen Fällen wurden auch Hirnhautentzündung und Gehirnentzündung beobachtet.

Als beste Vorbeugung empfehlen Ärzte daher die Grippe-Impfung. Die Wirkung der Impfung tritt nach zehn bis 14 Tagen ein. Grippewellen dauern meist sechs bis acht Wochen. „Die Grippe-Impfung bietet einen 70- bis 90-prozentigen Schutz vor der Erkrankung oder zumindest vor den Komplikationen, die die Influenza nach sich ziehen kann. Bei älteren Menschen ist die Grippe-Impfung weniger wirksam. Aber sie senkt das Risiko, an Influenza zu erkranken oder daran zu sterben immerhin noch um 40 bis 70 Prozent“, sagt Carl Koppeschaar, Leiter der deutschsprachigen Plattform „Aktiv gegen Grippe“.

Ob geimpft oder nicht, bei der Grippe gilt wie so
oft im Leben „vorbeugen ist besser als heilen, und wer die Grippe-Impfung bewusst oder unbewusst verabsäumt hat, kann dennoch einiges tun, um den gefährlichen Viren aus dem Weg zu gehen. Während einer Grippe-Epidemie ist besonders auf Hygiene zu achten, um sich und andere vor der Ansteckung zu schützen“, sagt Carl Koppeschaar.
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