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Ausgabe Nr. 52/2017 vom 26.12.2017, Fotos: dpa, Helmuth Rier
Orchideen bringen Abwechslung in das Grau des Winters.
Valtl und Barbara Raffeiner im Gewächshaus.
Farbtupfer am Fensterbrett
Orchideen gehören zu den Lieblingen auf dem Fensterbrett. Wunderbar exotische Blumen, die jedoch gewissenhafter Pflege bedürfen. Dann sind sie über Jahre ein Blickfang. Was dazu nötig ist, erklärt ein Orchideen-Experte.
Die ägyptische Königin Kleopatra soll schön gewesen sein. Und sie umgab sich mit erlesenen Dingen. Darunter Orchideen, die ihre Gemächer zierten. Das ist mehr als 2.000 Jahre her. Geblieben ist ihr legendärer Ruf sowie die Beliebtheit von Orchideen.

Gerade in der kargen Winterzeit bieten diese exotischen Pflanzen auf dem Fensterbrett wunderbare Farbtupfer. Gut 30.000 Arten sind mittlerweile bekannt. Bis auf wenige Ausnahmen stehen die Blüten meist in traubenförmigen Blütenständen zusammen. Während einige der Blüten klein sind und allein recht unscheinbar wären, sind andere bis zu 20 Zentimeter groß und unter Sammlern heiß begehrt. Wie die „Kinabalu Gold“. Sie ist die teuerste Orchidee der Welt, wächst nur auf dem Mount Kinabalu, dem höchsten Berg Malaysias, und ist mehr als 3.700 Euro wert. Diese kostbare Orchidee ist allerdings nicht im Blumenladen erhältlich. Da sie unter Naturschutz steht, darf sie nicht gepflückt werden und Nachzüchtungen sind schwierig.

Um das Fensterbrett mit Orchideen zieren zu können, ist ohnedies kein derart großes Budget nötig. So ist um rund 28 Euro die „Blue Wonder“zu erstehen. Anmutig wie Schmetterlinge schweben deren Blüten über der Blattbasis der Pflanze. Der Vorteil dieser Orchidee ist, dass sie überaus blühfreudig und robust ist und sich deshalb auch hervorragend für ungeübte Orchideenfreunde eignet.

Die äußerst üppig blühende Traubenorchidee (ca. 22 Euro), die es in den Farben Gelb, Orange und Pink gibt, braucht einen hellen Standort mit guter Luftfeuchtigkeit. Und auch die Cattleya labiata (ca. 20 Euro), die es in verschiedenen Farben gibt, oder die Red Jewel (ca. 55 Euro), deren rubinrote Blüten einen Durchmesser von zwölf Zentimetern erreichen, eignen sich hervorragend, um Farbtupfer aufs Fensterbrett zu bringen. „Orchideen lieben volles Licht, aber keine direkte Sonneneinstrahlung. Ich empfehle, die Orchidee am Fensterbrett nord-östlich zu positionieren. Denn durch die direkte Sonne verbrennen die Blätter“, erklärt Valtl Raffeiner von der Orchideenwelt in Südtirol.

Wer beim Gießen von Pflanzen Schwierigkeiten hat, kann sich bei Orchideen an eine einfache Regel halten. „Grüne Wurzeln nicht gießen, graue Wurzeln gießen. Daher ist es wichtig, sich immer die Wurzeln anzusehen. Wenn die Orchideen auf dem Fensterbrett über einem Heizkörper stehen, wird wahrscheinlich öfter zu gießen sein, denn durch die Heizung trocknen sie schneller aus. Die ideale Raumtemperatur für Orchideen liegt zwischen 20 und 25 Grad. Das Wasser, das zum Gießen verwendet wird, sollte lauwarm sein“, erklärt der Experte, der in seiner Orchideenwelt mehr als 500 verschiedene Orchideen-Sorten beheimatet hat. Generell ist es ratsam, lieber weniger als zu viel zu gießen. Denn Orchideen erholen sich nach einer kurzen Trockenperiode rasch, wenn sie wieder gegossen werden. Nicht zu vergessen ist das Düngen, mahnt Raffeiner. „Das ist für diese Pflanze ein Mal im Monat unbedingt nötig, da der Dünger wichtige Nährstoffe enthält, die für das Wachstum der Orchidee wesentlich sind. Bei guter Pflege können Orchideen viele, viele Jahre in voller Pracht blühen.“ Orchideen-Dünger sind schon ab drei Euro im Fachhandel erhältlich.

Allerdings sind die edlen Blumen anfällig für den Befall von Wollläusen. Diese Schädlinge sehen wie weiße Wattefuseln aus und überziehen zumeist die Blätter, aber auch Stängel und Knospen können befallen sein. Die betroffene Orchidee sollte dann sofort isoliert werden, um eine Übertragung der Schädlinge auf andere Zimmerpflanzen zu vermeiden. Mit einer selbst zubereiteten Lösung lässt sich den Schädlingen gut zu Leibe rücken. Dazu zwei Esslöffel Raps- oder Olivenöl und einen Spritzer Spülmittel in einen Liter Wasser geben. Das Gemisch mit einem Pinsel oder einer Sprühflasche auf die betroffenen Pflanzenteile auftragen. Danach noch unbedingt das Substrat der Pflanze wechseln und den Topf gründlich auswaschen, da sich im Substrat oft noch Eier befinden. „Diese Schädlings-Bekämpfung ist eine wirksame und zugleich sanfte Methode für Orchideen, ich habe sie bereits mehrfach mit Erfolg angewendet“, meint Raffeiner.
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