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Ausgabe Nr. 47/2017 vom 21.11.2017, Foto: ORF/Milenko Badzic
Witze-König Harry Prünster.
„Ich bin kein Partytiger“
Er ist zweifellos der Witze-König unseres Landes. Dieser Tage bringt Harry Prünster, 60, ein neues, heiteres Buch auf den Markt. Zudem tritt er als Musiker auf und freut sich auf den Advent mit seiner Frau und Tochter.
Hallo, Herr Prünster. Wie geht es Ihnen, sind Sie immer noch sportlich?
Freilich, weil meine Tochter Vera, sie ist jetzt 24 Jahre alt, Mathematik und Sport auf Lehramt studiert. Ab und zu fordert sie dann den Papa, das heißt, wir laufen zusammen oder fahren Schi. Wenn es halt die Zeit erlaubt.

Sind Sie viel unterwegs?
Gut 200 Auftritte im Jahr habe ich schon. Ich mache jetzt sogar wieder Musik. Mit drei Musikanten gemeinsam habe ich ein Programm zusammengestellt, es heißt „Harry stets sehr witzig“ in Anlehnung an meine erfolgreiche Puls-4-Sendung „Sehr witzig!? Der Witze-Stammtisch“.

Sie waren acht Jahre lang Lehrer, wie Ihre Frau Renate auch. Was hat sie gesagt, als Sie in die Unterhaltungsbranche gewechselt sind?
Begeistert war sie nicht (lacht). Sie hat gesagt, „Überleg dir das gut, als pragmatisierter Beamter wechselt man nicht in die Privatwirtschaft.“ Aber ich habe den Schritt bis heute nicht bereut. Jetzt kann ich auch sagen, es war eine gute Entscheidung. Aber das war mit 36 Jahren nicht abzusehen und natürlich ist es nicht klug, einen pragmatisierten Posten einfach an den Nagel zu hängen.

Hatten Sie je Existenzangst?
Das Wort Existenzangst hab‘ ich bis zu dem Zeitpunkt nur aus dem Wörterbuch gekannt, aber dann lernte ich es kennen und merkte, dass es ein ganz furchtbares Wort ist.

Sie litten also unter Existenzängsten?
Ja, klar. Es gab zwar zunächst die Sendung „Oh, du mein Österreich“, eine Samstag-Hauptabend-Sendung im ORF. Sie wurde im Jahr 1993 ins Programm genommen, aber flog im Jahr 1999 wieder heraus. Und zwar ohne Muh oder Mäh. Da habe ich mir gedacht, ich werde vielleicht eine andere Sendung kriegen, aber da war nix mehr, es war aus. Später erhielt ich die Reihe „Harrys liabste Hütt‘n“. Das war die Initiative eines niederösterreichischen Mannes namens Herbert Kefeder. Er hatte die Idee, sie aber dann nicht umgesetzt. Also wurde ich angerufen, ob ich das machen wolle. Seit Juli 2003 gibt es sie.

Auch im Jahr 2018?
Ja, ich bin gerade dabei, die Ziele festzusetzen. Ab Jänner gibt es dann wieder neue Folgen von „Harrys liabste
Hütt‘n“. Bislang habe ich 278 Sendungen gemacht, allerdings wurde das Jahrespensum von zehn auf vier Sendungen reduziert. Warum, weiß ich nicht.

Wenn Sie sich nun vermehrt als Musiker präsentieren, was erwartet das Publikum?
Ich spiele Gitarre und singe. In meinem Programm, ich nenne es Soloprogramm, unter anderem Lieder von „Creedence Clearwater Revival“ und Wolfgang Ambros. Das Programm dauert drei Stunden mit 20 Minuten Pause.

Sie bringen dieser Tage ein neues Witze-Buch auf den Markt. „Das Beste aus ,Sehr witzig!?, Band 2“ (Fechter Management & Verlag GmbH) lautet der Titel. Reagieren die Menschen im Westen und Osten unseres Landes unterschiedlich auf die Witze, die Sie erzählen?
Der Wiener hat einen guten Bezug zum Tod. Ein Freund erklärte mir einmal: „Harry, das musst du verstehen, wir haben vorm Tod so viel Angst, dass wir ihn lieber umarmen, als ihn zu hassen.“ Das ist die Wiener Haltung zum Tod und das finde ich eine gute Erklärung. Die umarmen den großen Feind, weil wir ja alle nicht gerne sterben, sondern lieber am Leben sind, und das trifft die Wiener Mentalität meiner Meinung nach zu hundert Prozent.

Gibt es einen typischen Wiener-Witz und Bundesländer-Witz?
Würde ich nicht sagen, aber der Wiener mag Witze weniger, die auf Schadenfreude bauen. Dazu ist er zu charmant. Dem Tiroler dagegen macht das weniger. Er hat kein Problem damit, wenn es einen anderen erwischt. Der Kärntner wiederum ist ein unglaublich fröhlicher Mensch, aber sehr, sehr melancholisch, der ist stets nah am Wasser gebaut und es fließen bald einmal Tränen. Am lustigsten ist meiner Meinung nach der Steirer. Er ist offen für alles und kann ausgelassen lachen, weil er keine Existenzängste hat. Ich sage immer so gern, „Wenn du in der Steiermark einen Apfelkern wegschmeißt, dann hast du am nächsten Tag einen Baum.“

Erzählen Sie daheim auch viele Witze?
Nein, da unterhalte ich mich mit meiner Frau und meiner Tochter auf andere Weise.

Was machen Sie denn im nahenden Advent?
Wir zünden jeden Sonntag eine Kerze am Adventkranz an. Bei uns daheim in Vomp (Tirol) ist die dritte Kerze auf dem Kranz lila. Die anderen sind rot. Am dritten Sonntag ist Gaudete, das Fest der Freude. An den Advent-Sonntagen kommen wir immer zusammen, dann liest einer von uns das Evangelium vor. Ein Mal meine Frau, dann meine Tochter und dann ich.

Sie werden am 12. Dezember, also nach dem zweiten Advent-Sonntag, 61 Jahre alt. Werden Sie feiern?
Nein. Ich habe auch meinen 60er nicht gefeiert, sondern bin mit meiner Familie gemütlich in ein Hotel gefahren und wir haben das gemacht, was wir am liebsten mögen. Dass wir für uns drei ein bisserl Zeit haben.

Sie sind also privat kein Partytiger?
Stimmt, ich habe beruflich viel mit Feiern zu tun, da bin ich froh, ein Mal meine Ruhe haben zu können.

Ein Enkerl könnte frischen Wind ins Haus bringen. Wie sieht es damit aus?
Ich würde mich über Nachwuchs unglaublich freuen, aber noch ist Vera nicht so weit. Sie zieht jetzt einmal ihr Studium durch. Das finde ich großartig, wie zielstrebig sie ist. Das Ende des Studium ist sogar in Sicht. Aber ich gebe zu, ich freue mich, irgendwann Opa zu sein. Es gibt ja nichts Netteres, als so ein Kleines auf den Arm zu nehmen und spazieren zu gehen.

Harry Prünster wurde am 12. Dezember 1956 in Schwaz in Tirol geboren. Er absolvierte in Innsbruck die Lehramtsprüfung für Deutsch und Leibesübungen und war acht Jahre lang Lehrer. Seine Tochter Vera, 24, will ebenfalls Lehrerin werden, wie es auch ihre Mutter Renate war, die vor zwei Jahren in Pension ging. Die Tochter studiert ebenfalls in Innsbruck. Die Familie lebt heute im tirolerischen Vomp in einem alten Haus, das renoviert wurde. Am 28.11. präsentiert Harry Prünster sein neues Witze-Buch mit Hunderten heiteren Episoden. Selbst welche zu erfinden, ist seinen Angaben zufolge fast unmöglich. „Der Karl Farkas hat einmal gesagt: ,Es gibt sieben Witze und alles andere sind Mutationen.‘ Da hat er nicht ganz Unrecht.“
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