Jetzt anmelden
Ausgabe Nr. 45/2017 vom 07.11.2017, Fotos: imago, Aris Venetikidis
Fluchtspiele stammen ursprünglich aus Japan.
Spieleabenteuer bietet „First Escape“ in der Himmelpfortgasse 17.
Eingesperrt suchen Sie den Ausweg
Sie lassen sich freiwillig einsperren. In sogenannten „Escape Games“, zu Deutsch „Fluchtspielen“, müssen Besucher Rätsel lösen. Nur wer richtig kombiniert, kann sich rechtzeitig befreien. Die Spieler haben 60 Minuten Zeit. Sie müssen Schlüssel finden, Schlösser öffnen und Rechnungen lösen.
Mit einem leisen Klicken fällt die Tür ins Schloss. Im Raum befinden sich ein alter Sessel, eine Kommode, ein Schrank, ein Fotoapparat und eine Dose. In einem dieser Gegenstände verbirgt sich ein Schlüssel, der das Schloss öffnet, um in ein weiteres Zimmer zu gelangen. Die Spieler beginnen, den Raum abzusuchen. Sie beeilen sich, denn die Zeit verrinnt. 60 Minuten dürfen sie benötigen, um das Rätsel zu lösen.

Sie heben jeden Gegenstand auf, tasten das Innere des Kastens ab und durchforsten die Schubladen der Kommode, die mit Gewand vollgestopft sind. Irgendwo muss dieser Schlüssel doch sein.

Abenteuer wie diese nennen sich „Escape Games“, zu Deutsch „Fluchtspiele“. Interessierte lassen sich freiwillig in diese Räume einsperren, um sich innerhalb einer Stunde daraus wieder zu befreien. Dazu müssen sie Schlüssel finden, Schlösser öffnen, nach Hinweisen suchen und dabei möglichst um die Ecke denken.

Diese Fluchtspiele stammen ursprünglich aus Japan. In Europa waren die Ungarn eine der ersten, die sich diesem Thema widmeten. In der Hauptstadt Budapest gibt es etliche solcher Fluchtspiele und jedes Jahr kommen neue hinzu. „Die Räume sind oft thematisch gestaltet“, erzählt Cornelia Kröll, die den ägyptischen Raum des Veranstalters „Mystery Games“ (www.mysterygames.hu) in Budapest ausprobiert hat. „Wir mussten das Geheimnis der Pyramide lüften. Dabei waren wir von Mumien, Sphinxen und Hieroglyphen umgeben“, sagt Kröll.

Die 34jährige Niederösterreicherin hat bereits mehrere Spiele in Budapest sowie in vielen anderen Städten Europas besucht. „Jedes Spiel ist anders. Das macht den Reiz aus. Ich habe schon geheime Türen in Kleiderschränken gefunden, mithilfe von Magneten Schlösser geöffnet oder einen Plastikfrosch seziert, um an einen Schlüssel zu gelangen“, erklärt sie.

Neben der Herangehensweise ist auch die Anzahl an Mitspielern entscheidend. In der Regel sind die Räume für Spieler ab zwölf Jahren geeignet. „Meistens dürfen maximal sechs Personen das Spiel gemeinsam lösen. Dabei stehen sich die Mitspieler aber oft im Weg. Am angenehmsten ist es, zu viert nach der Lösung zu suchen“, gibt Kröll Anfängern einen Tipp.

Sobald sich die Tür öffnet, läuft die Zeit. „Die Mitspieler durchforsten den Raum nach Hinweisen. Am besten sucht jeder an einer anderen Stelle, so ist es am effizientesten“, sagt Kröll. Falls die Spieler einmal nicht weiter wissen, meldet sich der Veranstalter über ein Mikrofon zu Wort und gibt einen Ratschlag. „Der Organisator sieht über Videokameras, wie es dem Team geht. Er gibt einen Hinweis, wenn die Spieler völlig vom Weg abgekommen sind“, erklärt die Niederösterreicherin.

In einigen Fällen bekommen Besucher auch UV-Taschenlampen mit auf den Weg. Das violette Licht bringt versteckte Botschaften zum Vorschein. Bei einem der beliebtesten Spiele in Budapest kommen ebenfalls Leuchtmittel zum Einsatz. Wenn auch in anderer Form. In der mit Kerzen ausgeleuchteten Piratenhöhle (www.escapepirateroom.com) gilt es, sich aus einem Verlies zu befreien, um danach einen Piratenfluch zu brechen. In der Höhle befinden sich Schatzkisten und sogar ein Wasserfall.

Großartig gestaltet ist auch der mittelalterliche Raum der Spielemacher von „Trap“ (www.trap.hu). Die Besucher müssen beweisen, dass sie schlau genug sind, um als Ritter an der Tafelrunde Platz zu nehmen. Wer es nicht schafft, wird vom Hof verjagt. Das gilt praktisch für alle Erfolglosen. Sie werden nach Ablauf der Zeit vom Veranstalter herausgeholt und verabschiedet. Auf Wunsch wird des Rätsels Lösung noch mit auf den Weg gegeben. widlak

Detektivspiele in unserem Land


Wien: Ein neues Spieleabenteuer bietet „First Escape“ in der Himmelpfortgasse 17 an (Bild unten). Täglich können Gruppen von zwei bis sechs Personen ihre Rätselfähigkeiten unter Beweis stellen. Derzeit werden drei Abenteuer angeboten. Sie spielen sich in einer mittelalterlichen Burg, einem Hotelzimmer und in der Wiener Staatsoper ab. 75 Euro
(2–3 Pers.), 92 Euro (4 Pers.), Tel.: 01/512 24 79, www.firstescape.at

Burgenland: Escape Room in der Lasertag Arena Oberwart, Leharhof 1, € 69,90 (2–3 Pers.), € 79,90
(4 Pers.), 1 Spiel, Tel.: 03352/31293,
www.lasertagarena.at

Oberösterreich: Masters of
Escape in Linz, Kaarstraße 9, € 70,–
(2 Pers.), € 87,– (3 Pers.), E 100,–
(4 Pers.), 3 Spiele,
Tel.: 0732/94 20 21, www.mastersofescape.at

Steiermark: Fox in a box, Graz, Lendplatz 33, € 77,– (2–3 Pers.), € 87,– (4 Pers.), 2 Spiele,
Tel.: 0316/22 52 86, www.foxinaboxgraz.at

Kärnten: Escape Room in Klagenfurt, Ecke Sponheimerstraße und Heinzgasse, € 40,– (2 Pers.), 57,– Euro (3 Pers.), € 64,– (4 Pers.), 1 Spiel,
Tel.: 0680/4055342,
www.escaperoomklagenfurt.at

Salzburg: Scavenger in Salzburg, Müllner Hauptstraße 13, € 60,– (2 Personen), € 80,– (3 Personen), € 100,–
(4 Personen), 3 Spiele,
Tel.: 0662/422704, www.scavengerescape.com/de/salzburg

Tirol: PerplexxX in Innsbruck,
Bettelwurfstraße 2, € 69,– (2–3 Spieler), € 79,– (4–5 Spieler),
4 Spiele, Tel.: 0677/61441095,
www.perplexxx.at

Vorarlberg: Secret Room in Dornbirn, Bahnhofstraße 3,
€ 79,– (2–3 Personen), € 89,–
(4 Personen), 2 Spiele,
Tel.: 0650/322 51 63, www.secret-room.at
Weitere Inhalte dieser Ausgabe:
Ihre Meinung
Ihre Meinung ist uns wichtig.

Schreiben Sie Ihren Kommentar zu diesem Artikel, den wir dann prüfen und veröffentlichen werden.
Bitte melden Sie sich an, um einen Kommentar zu verfassen.
Werbung