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Ausgabe Nr. 40/2017 vom 03.10.2017, Fotos: Deutsche Grammophon/Knut Koivisto, action press
Benny Andersson
Kultband ABBA
Eine Reise durchs Leben
In eineinhalb bis zwei Jahren soll es soweit sein. Die Band „ABBA“ geht wieder auf Tournee. Sozusagen. Gemeinsam mit dem Musikmogul Simon Fuller basteln Benny Andersson, Björn Ulvaeus, Anni-Frid Lyngstad und Agnetha Fältskog gerade an ihren eigenen Avataren, Kunstfiguren, die sie dann auf Bühnenreise um die Welt schicken werden.
Andersson, 70, bei „ABBA“ der Hauptverantwortliche fürs Musikalische, ist derzeit überaus emsig. Gerade hat er die Musik für den Kinofilm „Mamma Mia! Here We Go Again“ (geplante Kinopremiere 19. Juli 2018) fertiggestellt, und er hat mit „Piano“ ein wundervolles Solo-Album seiner Kompositionen aufgenommen. Darauf spielt Andersson pure und intime Klavier-Versionen seiner Songs, die er über die Jahrzehnte mit „ABBA“, seiner heutigen Band „Benny Anderssons Orkester“ oder für die Musicals „Chess“ und „Kristina“ aufgenommen hat. Der WOCHE-Reporter Steffen Rüth hat mit ihm gesprochen.

Auf Ihrem Album „Piano“ ist ein Foto aus den Sechzigern abgedruckt, auf dem Sie sich an ein Auto lehnen und lässig aussehen. Sind Sie so „cool“, wie es heute heißt?
Das ist mein Lieblingsbild aus jener Zeit, es entstand 1966. Ich war kein großer Rock ‘n‘ Roller, aber ich spielte in der heißesten Rockband Schwedens, den „Hep Stars“. Das war ein Spaß.

Sie sind bereits mit 17 Jahren das erste Mal Vater geworden, mit 19 kam das zweite Kind. War da noch Platz für Rock ‘n‘ Roll?
Es war schwierig, in meinem damaligen Leben gab es nicht viel Stabilität, auch die Beziehung hielt nicht. Heute ist alles gut, meine beiden älteren Kinder mögen mich. Damals war ich ein Teenager, als sie zur Welt kamen, der Altersunterschied war riesig. Heute ist mein Sohn Peter 53, meine Tochter Helene 51, ich bin 70. Wir sind also praktisch gleichaltrig.

Auf „Piano“ haben Sie 21 Ihrer Lieder ganz schlicht und pur am Klavier neu aufgenommen. Welche Gedanken haben Sie, wenn Sie das Album hören?
Dass ich heute besser spiele als in den Siebzigern. Einfach, weil ich jeden Tag übe. Stetes Training bringt eindeutig eine Menge. „Piano“ ist für mich wie eine Reise durch mein Erwachsenen-leben. Die Songs umspannen ja mehrere Jahrzehnte.

Stimmt es, dass Sie sich das Klavierspielen selbst beigebracht haben?
Ja. Ich wünsche mir manchmal, ich könnte besser Noten lesen oder hätte eine akademische Musikausbildung erfahren, aber ich denke, ich habe mich auch ohne alldem recht wacker geschlagen.

Werden Sie als „ABBA“ auf die Bühne zurückkehren?
Quasi. Wir werden nicht persönlich dabei sein. Wir kommen als Hologramme auf Tour.

Wie dürfen wir uns das vorstellen?
Es wird eine Liveshow mit Band, Tänzern, Licht, Bühnendesign, allem Drum und Dran geben, aber wir selbst stehen als Hologramme auf der Bühne. Das ist Hochtechnologie, wir sind heiß auf diese Geschichte. Wenn alles klappt, geht es im Frühjahr 2019 los. Herrlich. Ich bin live auf der Bühne der großen Arenen, während ich zur gleichen Zeit mit dem Hund Gassi gehe.

Eine ideale Lösung …
Es wird sein wie echt. Ich verspreche ein Spektakel. Wir werden jung sein, nicht alt.
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