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Ausgabe Nr. 39/2017 vom 26.09.2017, Fotos: yellowj/Fotolia, Bjoern Wylezich/Fotolia, dpa, ddp images
Äpfel sind gut fürs Immunsystem und das Gehirn.
Apfelringe senken die Blutfettwerte (Cholesterin):
Apfel in fünf Millimeter dicke Scheiben schneiden, kurz in Wasser mit etwas Zitronensaft eintauchen, Ringe auf Backblech legen und vier bis fünf Stunden bei 50 Grad Umluft im Herd trocknen. Kühl und trocken lagern. Empfehlung: 75 g täglich essen.
Apfelessig stärkt das Immunsystem:
2 Teelöffel Apfelessig mit etwas Honig verrühren und in 150 ml warmem Wasser auflösen, in kleinen Schlucken trinken. Reguliert die Darmtätigkeit und bringt Schwung ins Immunsystem. Empfehlung: vor dem Frühstück trinken.
Apfelschalentee gegen Blasenentzündung, Fieber und Rheuma:
Äpfel schälen und die Schalen lufttrocknen. 50 g getrocknete Schalen in einem Liter Wasser aufkochen und 15 Minuten ziehen lassen. Empfehlung: über den Tag trinken.
Äpfel – eine Medizin, die schmeckt
Er ist unser Lieblingsobst, denn von keiner Frucht essen wir mehr. Rund zwanzig Kilo Äpfel verspeist jeder von uns pro Jahr. Ernährungsexperten empfehlen, öfter „kräftig zuzubeißen“, denn kaum ein anderes Obst enthält so viele Superstoffe. Sogar für Apfelallergiker gibt es verträgliche Sorten und ein Apfelsaft ist eine gute Alternative.
Im September hat die Apfelernte im Land begonnen und die knackigen roten und gelben Früchte haben Hochsaison. Äpfel sind unser Lieblingsobst und mit einem jährlichen Verzehr von knapp zwanzig Kilo pro Person lassen wir uns jährlich fünf Kilo mehr schmecken als der durchschnittliche Europäer.

Unser Darm liebt Äpfel

Das fleißige Apfelessen ist aber nicht nur eine Gaumenfreude, es ist ein Dienst an der Gesundheit, wie uns der Spruch „Ein Apfel am Tag, hält den Doktor fern“ („An Apple a Day keeps the Doctor away“) lehrt.
Äpfel sind einzigartige Nährstoffpakete. In ihrem breiten Spektrum liefern sie zahlreiche wasser- und fettlösliche Vitamine, darunter Vitamin C, B-Vitamine, Beta-Karotin, Vitamin E sowie zahlreiche Mineralstoffe, etwa Kalium und Phosphor.

Weil 70 Prozent der „Superstoffe“ in der Schale stecken, ist es empfehlenswert, sie mit zu verzehren. Neben den Mikronährstoffen enthalten Äpfel die Nahrungsfasern Pektin und Zellulose, welche die Darmtätigkeit anregen. Dadurch helfen sie bei Verstopfung und befördern aus dem Gallengang ausgeschiedenes Cholesterin nach draußen.
Längst sind nicht alle gesunden Inhaltsstoffe im Apfel erforscht. In jüngster Zeit hat der sekundäre Pflanzenstoff Quercetin, der vor allem in der Apfelschale steckt, die Aufmerksamkeit der Wissenschaftler geweckt. Quercetin gehört zu den Falvonoiden, die eine antioxidative Wirkung haben, das heißt, es deaktiviert schädliche Sauerstoffpartikel, sogenannte freie Radikale. Werden sie nicht gestoppt, sorgt das für oxidativen Stress in den Körperzellen, der mit zahlreichen Krankheiten in Verbindung gebracht wird.Andere Studien haben gezeigt, dass Quercetin die Immunzellen schützt.

„Unter den sekundären Pflanzeninhaltsstoffen des Apfels hat das Quercetin eine herausragende Bedeutung. Als sogenanntes Antioxidans schützt es vor allem die Gehirnzellen vor schädlichen äußeren Einflüssen. Wer regelmäßig Äpfel isst, verringert das Risiko einer Demenzerkrankung ebenso wie das von Lungen- und Dickdarmkrebs“, sagt die Allgemeinärztin Dr. Susanne Bruckner aus Herzogenburg (NÖ).

So genießen Apfel-Allergiker

Die beliebtesten Sorten im Land sind Gala, Elstar und Golden Delicious. Apfel-Allergikern bleibt der Genuss jedoch häufig verwehrt, weil neuen Sorten Polyphenole herausgezüchtet wurden, die Äpfel herb schmecken und schnell braun werden lassen, wenn sie angebissen sind. Die Folge, ein bestimmtes Eiweiß in der Frucht kann nicht mehr abgebaut werden und das führt zu allergischen Reaktionen. Deshalb sind für Apfelallergiker eher alte Sorten wie Berlepsch, roter Gravensteiner oder Goldparmäne verträglich, aber sie sind noch keine Garantie für unbeschwerten Genuss. So löst die alte Apfelsorte Cox Orange bei Allergikern Symptome wie plötzliches Kribbeln an Lippe, Zunge oder im Rachen aus, während die relativ junge Kultur-Apfelsorte Santana gut vertragen wird. Die eigens Allergiker-freundlichen Züchtungen „Sonnenglanz“ und „Gräfin Goldach“ sind jung am Markt. Garantiert unproblematisch für Allergiker ist der Apfelgenuss, wenn die Früchte gekocht sind, denn das Allergie auslösende Mal-d-1-Protein wird beim Erhitzen zerstört.

Eine beliebte Alternative zum Apfel in der Hand ist der Apfel im Glas. Rund sieben Liter Apfelsaft trinkt jeder von uns im Jahr. Aus Sicht der Ernährungswissenschaftler ist es ratsam, Apfelsaft immer mit drei Teilen Wasser verdünnt zu trinken. „Wer einen Liter Apfelsaft pur trinkt, nimmt umgerechnet zwischen 24 und 30 Stück Würfelzucker zu sich. Direktsäfte enthalten tendenziell etwas mehr Zucker als Apfelsäfte aus Konzentrat“, erklärt Birgit Beck vom Verein für Konsumenteninformation, der 20 Apfelsäfte testete und zufrieden war. Es fanden sich weder Schwermetalle noch Pflanzenschutzmittel oder Schimmelpilzgifte in den Produkten.

Enthalten sind viel mehr zahlreiche gesunde Nährstoffe, vor allem im Direktsaft, weil sekundäre Pflanzenstoffe wie Chlorogensäure (unterstützt die Leber) an jene Teilchen gebunden sind, die dem naturtrüben Saft sein typischen Aussehen geben. Zusammengefasst kann‘s also durchaus stimmen, „Ein Apfel am Tag, spart dem Doktor die Plag‘.“
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