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Ausgabe Nr. 36/2017 vom 05.09.2017, Fotos: Judith Maria Trölß, pum
Das Ehepaar Dvorak hat eine schlimme Zeit hinter sich.
Wie in dieser Aufnahme aus dem Jahr 2006 werden die Dvoraks auch jetzt schöne Tage auf Albarella (I) verbringen.
„Ich bangte um das Leben meiner Frau“
Schwere Monate liegen hinter dem Kammerschauspieler Felix Dvorak, 80, und seiner Frau Elisabeth. Die 75jährige hatte große gesundheitliche Probleme. Sie musste mehrfach operiert werden und lag viele Wochen im Spital. Die Ungewissheit, ob sie alles gut überstehen werde, belastete den beliebten Schauspieler, der alleine daheim saß. Jetzt scheint das Schlimmste überstanden zu sein. Elisabeth Dvorak ist auf Reha und bekommt täglich Besuch von ihrem Mann. Samt roter Rosen zum Zeichen ewiger Liebe.
Sie hat sich bei ihm eingehängt und gemeinsam spazieren sie langsam durch den Garten. Wieder einmal besucht der Kammerschauspieler Felix Dvorak, 80, seine geliebte Frau Elisabeth. Die 75jährige befindet sich nach langer Krankheit und mehreren Operationen auf Reha in Wien. Nach Monaten des Bangens endlich wieder Zeit der Hoffnung und Genesung. Zeit für Zweisamkeit.

„Begonnen hat die Tragödie zu Silvester“, erzählt Dvorak. „Wir haben mit zwei Paaren gefeiert. Obwohl meine Frau nicht gut beisammen war. Ihre rechte Schulter machte ihr zu schaffen. Sie war einen Monat zuvor operiert worden. Und dann litt sie auch noch unter Polyneuropathie, einer Nervenentzündung.“ Seine Frau erklärt, dass dies mit einem Kribbeln sowie mit Gefühllosigkeit einhergeht. Weil sie das Feuerwerk über Wien sehen wollten, sollten sich alle auf der Terrasse versammeln. Dabei übersah die 75jährige eine Stufe und fiel hin. Zunächst unbemerkt von den anderen. „Ich habe dann zu wimmern begonnen und eine Blutlache hat sich ausgebreitet. Meine Nase war gebrochen. In der Wiener Privatklinik wurde ich später operiert. Zunächst wurde die Nase gerade gerichtet. Das musste selber zusammenheilen. Und dann haben sie mir die Scheidewand herausgenommen, mit dem Hammer gerade geklopft und wieder eingesetzt. Jetzt sind nur zwei kleine Sticherl zu sehen.“

Schien der Sturz zunächst noch halbwegs glimpflich verlaufen zu sein, zeigten sich in den Wochen danach erst die dramatischeren Spätfolgen an der Halswirbelsäule. „Da musste ich vor sechs Jahren schon operiert werden“, erinnert sich Elisabeth Dvorak. „Ich habe Titan-Stangen zur Stabilisierung drin. Eine Untersuchung zeigte, dass ich nun längere Stangen benötigte.“ Was nicht nur sie, sondern vor allem ihren Mann bangen ließ. Denn ein kleiner Fehler und die Gefahr der Lähmung würde zur Wirklichkeit. „Von der Halswirbelsäule abwärts wäre das in meinem Fall gewesen“, erzählt die 75jährige. Doch die Operation im Februar verlief planmäßig.

Zeit zur Erholung blieb ihr kaum. Wenige Wochen später folgte die nächste Operation. Abermals an der rechten Schulter, weil Sehnen gerissen waren. Zwar glückte auch dieser Eingriff, das Pech blieb der Wienerin allerdings treu. „Einen Tag nach der Operation bin ich mit dem Infusionsständer am Gang unterwegs gewesen. Dabei kam ich zu Sturz und fiel mit der Narbe auf einen Türrahmen. Und zwar derart heftig, dass die Bizeps-Sehne riss. Also musste ich wieder auf den Operationstisch. Dieses Mal schnitten mir die Ärzte ein Stück der Sehne ab und befestigten den Rest in einem Loch in der Schulter, das gebohrt wurde. Das war ein schwerer Eingriff.“

Und als ob das noch nicht genug wäre, machten sich dann auch noch die Bandscheiben bemerkbar. Eine Situation zum Verzweifeln. Ohne die Aufmunterung und die Besuche ihrer Töchter und Enkerl, vor allem aber ihres Mannes, hätte sie all die Strapazen nicht so gut durchgestanden, meint Elisabeth Dvorak. „Mein Mann brachte mir immer rote Rosen mit. Diese Blumen liebe ich.“ Da seine Frau zwischendurch nur ein bis zwei Wochen einmal daheim sein konnte, musste Felix Dvorak viele Stunden alleine verbringen. Das war für den 80jährigen genau so schlimm wie die Ungewissheit, ob jede Operation gelingen und seine Frau aus der Narkose aufwachen würde. „Das ist wohl selbstverständlich, dass wir uns Sorgen machen, wenn es einem geliebten Menschen schlecht geht. Und ich habe in den vergangenen acht Monaten immer wieder um das Leben meiner Frau gebangt“, erzählt der beliebte Schauspieler und Autor.

„Er war fertig mit den Nerven“, meint Elisabeth Dvorak. „Mein Mann trinkt ja nicht einmal den Kaffee alleine. Wir machen alles gemeinsam, das ist unser Leben. Und zwar seit mehr als fünf Jahrzehnten. Am 18. August hatten wir unseren 56. Hochzeitstag.“

Ein Jubiläum, dem eine Bandscheibenoperation vorausgegangen war. Durchgemacht hat sie schon viel, unterkriegen ließ sich Elisabeth Dvorak nie. Sogar eine Niere musste ihr bereits entfernt werden. Ein Tumor von drei Zentimeter Größe war dafür verantwortlich. „Gut 20 Operationen habe ich schon hinter mir“, sagt die 75jährige, die sich in Wien nun einer Reha unterzieht. Mit Massagen, Radfahren, Geräteübungen, Gleichgewichtstraining und Gehübungen.

Bis Ende der Woche soll dieser Genesungsprozess dauern, dann möchte das Paar in südlichere Gefilde entschwinden. Genauer gesagt in ihr zweites Zuhause auf der Insel Albarella, etwa 40 Kilometer südlich von Venedig in Italien. Dort besitzt das Paar seit 20 Jahren ein Haus.

„Im Vorjahr verbrachten wir dort sechs Monate. Jetzt werden wir bis Anfang November bleiben. So lange es noch einigermaßen schön ist“, erzählt die 75jährige. Und ihr Mann drückt sie fest an sich, um zu zeigen, dich gebe ich nie her. Ich halte dich für immer fest.
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