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Ausgabe Nr. 34/2017 vom 22.08.2017, Fotos: Ludwig Schedl, Parlamentsdirektion/Simonis
Karl Blecha, Gerald Loacker
Mehr Geld für ärmere Pensionisten?
Rund ein Drittel der Wahlberechtigten in unserem Land sind Pensionisten. Ein Grund für SPÖ und ÖVP, sich der Älteren in unserem Land zu besinnen. Geht es streng nach den Buchstaben des Gesetzes, werden die Renten im nächsten Jahr lediglich um 1,6 Prozent erhöht. Zu wenig, findet nicht nur der rote Seniorenvertreter Karl Blecha. SPÖ-Kanzler Christian Kern will zumindest einen „Zweier vor dem Komma“ für Pensionen bis 1.500 Euro. Auch die ÖVP will mehr Geld springen lassen.
JA: Karl Blecha,
Pensionistenverbands-Präsident

„1,6 Prozent ist also jener statistische Wert, der für die Pensionsanpassung 2018 ermittelt wurde, bei einer aktuellen Teuerung von mehr als zwei Prozent. Für den Pensionistenverband sind diese 1,6 Prozent insbesondere im Bereich der kleineren und mittleren Pensionen nicht ausreichend. Die ,echte‘ Teuerung bekommt man beim Einkaufen und bei der monatlichen Miete zu spüren. Kleinere und mittlere Pensionen sind davon stärker betroffen. Deshalb soll nach unserem Modell diese große Gruppe mit Pensionen bis 1.500 Euro ein höheres Plus bekommen. Dafür muss man das Gesetz ändern. Der Pensionistenverband will eine gerechtere Anpassung und will, dass das auch noch vor der Wahl beschlossen wird. Denn wer weiß, was nach der Wahl ist? Das ist kein Wahlzuckerl, wie ich schon wieder diverse Pensionsexperten jammern höre, sondern notwendig, um den Pensionisten zumindest den Lebensstandard aufrechtzuerhalten. Das Geld ist vorhanden, denn die Kos-
ten für die Pensionen sind das dritte Jahr in Folge weit weniger hoch als budgetiert. Dazu kommt, dass der Wirtschaftsaufschwung auch den Pensionisten zugute kommen muss. Denn sie tragen auch vielfach dazu bei.“

NEIN: Gerald Loacker,
NEOS-Sozialsprecher

„Als reines Wahlzuckerl sehe ich den Vorschlag von Pensionistenverbandschef Karl Blecha, die Pensionen über das Inflationsniveau hinausgehend zu erhöhen. Der Zeitpunkt dieses Vorschlages zeigt eindeutig, dass es sich hier um ein wahltaktisches Manöver handelt. Hier wollen die Großparteien ihr Klientel bedienen, ausbaden müssen es dann die nachfolgenden Generationen. Grundsätzlich stehen ich und NEOS einer Diskussion zur Erhöhung von niedrigen Pensionen offen gegenüber, jedoch muss das Gesamtpaket passen. Es braucht eine nachhaltige Pensionsreform, bei der sichergestellt wird, dass das System auch langfristig finanzierbar bleibt. Klar ist, wenn
Pensionen über der Inflationsrate erhöht werden, muss an anderer Stelle gespart werden, alles andere ist unverantwortlich. Großes Einsparungspotenzial sehe ich beispielsweise durch die raschere Anpassung der Beamtenpensionen sowie die Abschaffung von Pensionsprivilegien und Luxuspensionen. Dies wären wichtige Schritte in Richtung eines fairen und nachhaltigen Pensionssystems für alle Österreicherinnen
und Österreicher.“
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