Jetzt anmelden
Ausgabe Nr. 31/2017 vom 01.08.2017, Foto: duty
Heinz-Christian Strache, Manfred Neuberger
Soll das Rauchverbot gar nicht in Kraft treten?
Ab Mai 2018 sind die „Raucherkammerl“ in Wirtshäusern Geschichte. Dann gilt auch bei uns ein völliges Rauchverbot in Lokalen. Das wurde schon vor zwei Jahren mit den Stimmen der Abgeordneten von SPÖ, ÖVP und Grünen beschlossen. Bei Verstößen gegen das Gesetz drohen den Wirten Strafen bis zu 2.000 Euro, Raucher müssen bis zu 100 Euro zahlen. Das Rauchverbot sei ein „katastrophaler Fehler“, sagt FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache. Kommt er in die Regierung, will er es verhindern.
JA: Heinz-Christian Strache,
FPÖ-Obmann


„Die FPÖ war und ist gegen ein generelles Rauchverbot. Denn wir wollen Wahlfreiheit statt Bevormundung. Natürlich müssen Nichtraucher so gut wie möglich geschützt werden. Aber dafür ist die jetzige Regelung völlig ausreichend. Nachdem die heimische Gastronomie enorme Investitionen in die gesetzeskonforme Trennung ihrer Lokale in Raucher- und Nichtraucherbereiche zu bewältigen hatte, kann das nicht einfach für null und nichtig erklärt werden. Es gibt keinen Grund, einem Gastronomen zu verbieten, einen Teil seines Lokals als Raucherbereich zu nutzen. Beim Inkrafttreten eines generellen Rauchverbots in Lokalen werden außerdem noch mehr Wirte zusperren müssen, als das ohnehin schon der Fall ist, wie auch die Erfahrungen in anderen Ländern belegen. Damit sind auch die Arbeitsplätze in der Gastronomie immens gefährdet. Das kann nicht der Sinn der Sache sein. Es gibt außerdem auch schon Bestrebungen, das Rauchen selbst in den eigenen vier Wänden verbieten zu lassen. Damit wären wir endgültig im Bevormundungs- und Denunziantenstaat angekommen.“


NEIN: Prof. Manfred Neuberger,
Umweltmediziner


„Durch das am 1. Mai 2018 in Kraft tretende Rauchverbot in allen Lokalen gibt es nur einen Verlierer, die Tabakindustrie, und die ist längst in ausländischer Hand. In Österreich werden alle davon profitieren. Gäste atmen saubere Luft, Rauchern wird das Aufhören erleichtert, Jugendliche werden nicht mehr verführt und alle werden ihr Herzinfarkt-, Schlaganfall- und Krebsrisiko reduzieren, vor allem die Kellner. In Bayerns (D) Gastronomie sind die Umsätze nach dem Rauchverbot gestiegen. Südtirol und Italien haben schon seit 2005 eine rauchfreie Gastronomie und unsere Nachbarn Ungarn, Slowenien und Tschechien folgten. In England, Frankreich und allen nord- sowie westeuropäischen Ländern, die (seit 2004) rauchfreie Lokale einführten, kam es für Wirte zu keinen Geschäftsverlusten, das Personal wurde gesünder und auch in der Bevölkerung nahmen Herz-Kreislauf-Krankheiten ab. Die Zustimmungsraten stiegen nach dem Verbot auf Werte um 90 Prozent, weil auch die Raucher
erkannten, dass die Vorteile überwiegen, besonders gesundheitliche. Nur die Tabakindustrie, ihre Komplizen und ,Geschäftspartner‘ sind dagegen.“
Weitere Inhalte dieser Ausgabe:
Ihre Meinung
Ihre Meinung ist uns wichtig.

Schreiben Sie Ihren Kommentar zu diesem Artikel, den wir dann prüfen und veröffentlichen werden.
Bitte melden Sie sich an, um einen Kommentar zu verfassen.
Werbung