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Ausgabe Nr. 30/2017 vom 25.07.2017, Fotos: Getty Images, Universal Music
Lana del Rey: "Mein gesamtes Leben ist von der Suche danach geprägt, irgendwo hinzugehören, Teil von etwas zu sein."
Seit Freitag ist das neue Album im Handel. Es klingt, auch dank der Duette mit Kollegen wie The Weeknd, heiterer als die Vorgänger.
„Ich habe in der Liebe viel falsch gemacht“
Freilich, ihre Lieder klingen immer noch recht schwermütig. Dafür sorgt alleine schon Lana Del Reys tiefe Stimme und ihre langsame Art zu singen. Aber mit 32 Jahren hat die einst notorisch melancholische Schönheit, die als Elizabeth Granz bei New York (USA) zur Welt kam und vor fünf Jahren mit der Sixties-Hommage „Video Games“ berühmt wurde, endlich die Leichtigkeit des Seins entdeckt. Auf ihrem vierten Album „Lust for Life“, der Titel ist bereits Programm, hat die Sängerin zudem einige illustre Gäste vereint, sie singt mit A$AP Rocky, The Weeknd, Sean Lennon und Stevie Nicks. Der WOCHE-Reporter Steffen Rüth hat mit Lana Del Rey telefoniert und bekam erstaunliche Einblicke in ihr Leben.
Hallo, wo habe ich Sie gerade erreicht?
Ich sitze mitten in Los Angeles (US-Staat Kalifornien) in meinem Auto, auf einem großen Parkplatz. Ich habe einen hervorragenden Blick auf ein Motel, nebenbei schaue ich ein bisschen, ob dort was passiert.

Warum fahren Sie nicht nach Hause, um zu telefonieren, das ist doch bestimmt bequemer?
Ach, da ist es immer so laut. Manchmal muss ich einfach raus, nachher gehe ich bestimmt noch einen Kaffee trinken. Im Auto habe ich meine Ruhe. Außerdem ist der Empfang hier unschlagbar.

Welches Auto fahren Sie denn?
Einen Jaguar.

Das ist aber ein schnittiger Wagen …
(lacht) Ja, aber nicht so ein Flitzer. Eher ein Mama-Jaguar. Er ist groß und blau und wunderschön.

Fahren Sie gerne Auto?
Ja, ich liebe das. Im Auto finde ich gut zu mir, da habe ich keine Ablenkung, für mich ist Autofahren wie Meditation. Genauer gesagt: Es ist meine Meditation. Ich mache sonst nichts in der Richtung, nur Autofahren.

Auf den Verkehr achten Sie aber schon?
Natürlich, ich fahre vorsichtig. Nicht schnell. Früher bin ich öfters rausgefahren, ins Umland, den Pacific Coast Highway und Mulholland Drive entlang, diese super-
szenischen Routen. Inzwischen kurve ich am liebsten auf den Hauptstraßen von Los Angeles herum. Der Sunset Boulevard ist unschlagbar. Was es da immer zu sehen gibt.

Ihr Debütalbum vor fast fünf Jahren hieß „Born To Die“, das neue „Lust For Life“. Dokumentieren die Albumtitel, wo Sie jeweils im Leben stehen und wie es Ihnen geht?
Ich bin immer noch auf dem Weg, und Wachstum wie auch Chaos werden mich weiter durchs Leben begleiten, da mache ich mir keine Illusionen. Und doch fühle ich die Veränderung. Ich habe mehr Spaß im Leben als vor einigen Jahren.

Geht es in Ihrem neuen Song „Change“ um diese Veränderungen?
Ganz genau. „Change“ ist das letzte Lied, das ich für dieses Album geschrieben habe. Die vier Worte, die ich im Refrain singe, sagen im Grunde schon alles: Ehrlich, fähig, schön und stabil. So will ich werden. Mein gesamtes Leben ist von dieser Suche geprägt, der Suche danach, irgendwo hinzugehören, Teil von etwas zu sein.

Auf dem neuen Album singt Sean Lennon mit und zwar im Lied „Tomorrow Never Came“. Wie kam das zustande?
Ich erzähle in dem Lied von meiner Idealvorstellung einer Beziehung, der Song ist einer der wenigen auf dem Album, der nicht von mir selbst handelt. John Lennon und Yoko Ono nenne ich als Beispiel. Ich stellte mir die beiden vor, wie sie innig auf einer Bank im Central Park sitzen, dieses Paar weckt romantische Vorstellungen in mir. Somit lag es sehr nah, Sean zu fragen, zumal ich seine Musik sehr schätze. Er hat sofort zugesagt.

Haben Sie eine vergleichbar intensive Beziehung selbst erlebt?
Nein, leider noch nicht.

Wünschen Sie sich eine langfristige, gute Beziehung?
Davon träume ich, ja. Ich möchte es gern schaffen, einmal etwas festzuhalten, richtig festzuhalten. Anstatt es wieder und wieder zu vermasseln. Das ist mir leider oft passiert, ich weiß nicht, warum. Manchmal habe ich komische Sachen gemacht, manchmal habe ich Männer enttäuscht, oft war ich nicht zur richtigen Zeit am richtigen Ort.

Können Sie sich vorstellen, ganz klassisch zu heiraten und Mutter zu werden?
Mein Gott ja, das würde mir gut gefallen. Ich bin auch zuversichtlich, dass das irgendwann passieren wird. Und ich bin überzeugt, dass es möglich ist, Musik und Liebe gleichberechtigt im Leben zu haben. Dann werden meine Lieder bestimmt noch ein wenig fröhlicher.
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