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Ausgabe Nr. 30/2017 vom 25.07.2017, Foto: Stefan Joham
Kristina Sprenger: "Der Sommer ist eine arbeitsintensive Zeit, es herrscht Hochsaison für Schauspieler."
„Ich soll ein Pantscherl haben“
Seit dem Jahr 2014 ist Kristina Sprenger Intendantin der Festspiele in Berndorf (NÖ). Am 4. August feiert die rasante Verwechslungskomödie „Ein Traum von Hochzeit“, in der Sprenger auch selbst auftritt, Premiere. Über das Stück, kommende Projekte und über ihre Rolle als Mutter eines angehenden Schulkindes sprach die 41jährige mit der WOCHE-Redakteurin Silke Farmer.
Frau Sprenger, Sie sind Intendantin der Festspiele in Berndorf und stehen dort auch selbst wieder auf der Bühne. In diesem Jahr in der Verwechslungskomödie „Ein Traum von Hochzeit“. Wird‘s turbulent?
Natürlich, in dieser Komödie dreht sich alles ums Heiraten. Der Bräutigam wacht am Tag seiner Hochzeit auf, neben ihm liegt eine fremde Frau und er kann sich an nichts mehr erinnern. Seine Braut ist schon im Anmarsch, deswegen sperrt er die Unbekannte kurzerhand ins Bad, dann treffen auch schon alle nacheinander ein: die Braut, die Brautmutter und der Trauzeuge. Aber irgendwann muss die fremde Frau aus dem Badezimmer, womit die Verwirrungen und Verwicklungen beginnen. Ich selbst spiele das Zimmermädchen und werde zum Beispiel vermeintlich für das „Pantscherl“ gehalten.

Das klingt nach kurzweiliger Unterhaltung.
Genau. Es ist ein schnelles, zeitgenössisches englisches Boulevardstück und äußerst komisch. Schon beim Lesen bin ich zum Lachen gekommen. Zudem liebe ich gut geschriebene Dialoge und Situationskomik – beides vereint das Stück auf wunderbare Weise.

Die Proben sind in vollem Gange?
Ja und sie machen unglaublich viel Spaß. Das Ensemble harmoniert, genau so wie ich es mir vorgestellt habe.

Gab es schon das eine oder andere Hoppala?
Mit Anekdoten kann ich jetzt nicht dienen, aber es ergeben sich viele lustige Momente und Andreas Steppan, der Regisseur, zerkugelt sich oft mit uns. Es ist ganz schön schwer, nicht zu lachen. Selbst die Requisiten entbehren nicht einer gewissen Komik. Zu Probenbeginn hatten wir, anstatt eines Bettes, nur einen harten Tisch. Sich darauf zu rekeln und herumzukuscheln sah schon albern aus.

Von Anfang August bis Anfang September stehen Sie 21 Mal auf der Bühne. Ist das nicht viel?
Also, wenn das Stück einmal läuft, sind keine Proben mehr nötig und das Spielen ist eine große Freude und nicht anstrengend. Allerdings muss ich nebenbei meinen Text lernen für das nächste Stück. „Der Gott des Gemetzels“ wird im Oktober in Berndorf gegeben, die Proben beginnen im September.

Wie entspannen Sie sich während dieser Zeit?
Entspannen bedeutet für mich, Zeit mit der Familie zu verbringen. Im Sommer gehen wir gerne zusammen baden. Bei uns in der Region gibt es einige schöne Freibäder und zwischendurch sind ja auch immer ein paar Tage spielfrei. Da fahren wir dann gern einmal an einen Kärntner See und machen Kurzurlaub.

Ein Sommerurlaub geht sich nicht aus?
Nein, aber das macht nichts, das ist meistens so und in der Branche üblich. Für die meisten Kollegen bedeutet der Sommer eine arbeitsintensive Zeit, es herrscht Hochsaison für Schauspieler. Dafür ist es dann meist im Jänner und Februar etwas ruhiger.

Der Herbst bringt heuer viel Neues, Ihre Tochter kommt in die Schule. Freut sie sich schon?
Rosa kommt im September in die erste Klasse, das ist für uns alle furchtbar aufregend. Wenn ich sie frage, ob sie sich freue, sagt sie, sie wisse es noch nicht so genau (schmunzelt). Aber sie ist ein aufgewecktes Mädel und wissbegierig. Sie hat in der Klasse auch ein paar Freundinnen, ich denke, dass es ihr gut gefallen wird.

Haben Sie sich schwer getan, eine passende Schule auszuwählen?
Überhaupt nicht. Für meinen Mann und mich war klar, dass wir Rosa in der Nähe unseres Wohnortes Sooß in eine Schule geben wollen, die auch im Sommer einen Hort hat. Da war die Auswahl nicht riesig. Wir hatten also keinen Stress mit der Entscheidung – ein Vorteil für jene, die auf dem Land leben (lacht).

Ist Rosa gut für die Schule gerüstet?
Sicher. Sie kann ein paar Buchstaben und Zahlen, ihren Namen und ein paar Wörter schreiben. Ich finde, das reicht, aber ich bin auch keine von diesen „Eislauf-Müttern“, die meinen, ihr Kind müsse alles schon im Vorhinein können und wissen.

Das heißt, auch in Ihrem Umfeld gibt es Eltern, die ihren Kindern vor Schulantritt Lesen und Schreiben beibringen, um Vorteile zu haben?
Die gibt es wohl überall. Aber diese Überförderung ist absurd. Wofür gehen Kinder in die Schule, wenn sie zu Hause schon den Stoff der ersten Klasse lernen. Allerdings entspricht es dem Zeitgeist. Jeder meint, alles zu können, ohne es gelernt zu haben, sei das jetzt als DJ, Moderator, Modell und Schauspieler oder eben die Mutter beziehungsweise der Vater als Hauslehrer. Es ist das Zeitalter des Dilettantismus. Ich finde, unterrichten sollen jene, die dafür gut ausgebildet sind.

Und wie geht es Ihnen dabei, dass Ihre „Kleine“ nun bald ein Volksschulkind ist?
Es ist unfassbar. Eigentlich war Rosa gerade noch ein kleines „Wutzi“ und im nächsten Augenblick kommt sie in die Schule. Die Zeit vergeht so schnell. Aber ich blicke diesem neuen Lebensabschnitt mit großer Freude entgegen. Zugegeben, ich fürchte mich auch ein wenig – zumindest, was das Aufstehen betrifft.

Inwiefern?
Ich selbst bin eine ausgesprochene Frühaufsteherin, Rosa leider nicht. Wir übten zwar schon, denn im letzten Kindergartenjahr sollten die Vorschulkinder immer um acht Uhr im Kindergarten sein. Bei uns war das meist eine Punktlandung.


ZUR PERSON
Kristina Sprenger, sie feiert am 26. Juli ihren 41. Geburtstag, wuchs in Innsbruck (T) auf und studierte am Konservatorium in Wien. Erste Schauspielerfahrungen sammelte sie in der Krimiserie „Kommissar Rex“, in der sie einen Kurzauftritt als Polizistin hatte. Danach ermittelte Sprenger 13 Jahre lang als Kommissarin „Karin Kofler“ in der Fernsehserie „SOKO Kitzbühel“, bis sie 2013 ihren „Dienst beendete“ und im Jahr darauf bei den Bühnen Berndorf die Stelle der Festspiel-Intendantin annahm. Sprenger ist mit dem Manager Gerald Gerstbauer verheiratet, das Paar lebt in Sooß (NÖ) und hat eine sechsjährige Tochter.
Kartenbestellungen für das Stück „Ein Traum von Hochzeit“ unter Tel.: 02672/8225343 oder per E-Mail: office@buehnen-berndorf.at.
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