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Ausgabe Nr. 28/2017 vom 11.07.2017, Foto: Maurizio/face to face
Joseph Hannesschläger: Für meine Generation hat das Kennenlernen per Internet halt einen komischen Beigeschmack.
„Bettina ist die erste Frau, die ich heiraten würde“
Er ist der sympathische Ermittler aus der beliebten Krimi-Reihe „Die Rosenheim-Cops“ (wochentags ab 16.10 Uhr, ZDF, und am Samstag, 22.7., 14.55 Uhr ORF2). Ein Herz hat Kommissar Joseph Hannesschläger, 55, dabei besonders berührt. Jenes der 49jährigen Bettina Geyer. Aus der Internet-Bekanntschaft wurde Liebe. Eine Liebe, die der Bayer durchaus auch amtlich machen will.
Herr Hannesschläger, Sie sind frisch verliebt, nach einem Kennenlernen übers Internet. Waren Sie nicht skeptisch?
Freilich und wie sich zeigte, zurecht. Ich entdeckte eines Tages auf Facebook eine Plattform, über die sich Menschen kennenlernen können. Also habe ich mir das entsprechende Programm heruntergeladen und bekam bald einen Vorschlag. Der war aber ziemlich gruselig. Deshalb wollte ich das Programm schon wieder löschen, vergaß allerdings darauf und als ich zwei Wochen später wieder hineinsah, hatte ich mehrere Damen-Vorschläge drauf.

War Ihre Freundin darunter?
Ja, ich dachte: Hoppla, die passt da irgendwie gar nicht hinein. Sie war auf den ersten Blick anders als die anderen Damen. Mit einem netten Lachen. Erst einmal tat ich gar nichts. Aber Bettinas Bild ging mir nicht aus dem Kopf.

Wie lange hat es dann gedauert, bis Sie sich überwunden haben und Kontakt aufnahmen?
Zwei Wochen später habe ich ihr geschrieben. Sie dachte, ich sei nicht echt (lacht). Sie schrieb mir dann sinngemäß: „Wenn Sie tatsächlich der echte Joseph Hannesschläger sind, können wir uns ja vielleicht einmal treffen.“ Erst einmal haben wir telefoniert. Vier Stunden lang. An den darauffolgenden Tagen ebenso.

Sie waren sich von Anfang an sympathisch?
Ja. Bettina kannte mich von den „Rosenheim-Cops“, als sie noch in Miami (US-Staat Florida) lebte und ein Res-
taurant betrieb. Ich gefiel ihr in der Serie am besten. Sie wollte in der Ferne ein Stück Heimat haben. Als sie wieder zurück nach Deutschland gekommen war, ergab sich irgendwie nichts in Richtung Partnerschaft. Sie lebte 13 Jahre in Amerika und war dort auch verheiratet, zuletzt aber vier Jahre allein.

Und wie war das bei Ihnen? Haben Sie schon öfter nach Frauen im Internet gesucht?
Nein, für meine Generation hat das Kennenlernen per Internet halt einen komischen Beigeschmack. Ich hatte bislang nie Probleme, Frauen kennenzulernen und war selten solo. Im vergangenen Jahr hatte ich eine „Immer-wieder-einmal-Beziehung“ in der englischen Hauptstadt London. Sie ist dann leider endgültig zerbrochen.

Mit Bettina Geyer haben Sie aber nicht nur eine Frau mit nettem Lächeln erwischt …
… mit hässlichen Frauen habe ich mich noch nie beschäftigt. Eine Frau muss mir optisch schon gefallen. Und irgendwas muss ich auch haben, denn Bettina ist, was Männer betrifft, durchaus anspruchsvoll.

Vielleicht, dass Sie berühmt sind?
Ich habe bei Bettina rasch gemerkt, dass ihr dieser Punkt ziemlich wurscht ist. Sie ist keine, die bloß heiß ist auf einen Fernsehmenschen. Von den meisten Gesichtern, die auf der Mattscheibe auftauchen, kennt sie nicht einmal die Namen.

Sind Sie schon zusammengezogen?
Wir haben noch zwei Wohnungen, die aber nicht weit weg voneinander liegen. Die meiste Zeit verbringen wir ohnehin zusammen. Bettinas Wohnung liegt im Münchener Stadtteil Bogenhausen, meine in Schwabing. Weil wir die Wohnungen schon lange haben, sind sie verhältnismäßig günstig. Was bedeutet: Bevor wir diese Wohnungen zugunsten einer größeren, gemeinsamen aufgeben, müssen wir schon was Schönes finden. Was in München alles andere als einfach ist. Ein bisschen haben wir schon nach einer gemeinsamen Wohnung geschaut. Aber es gestaltet sich schwierig. Freunde von mir haben sich 80 Wohnungen angesehen, ehe sie die richtige gefunden haben. Ich habe meine Wohnung seit 27 Jahren, eine neue ist ja ziemlich teuer.

Gab‘s schon einen Liebes-Urlaub?
Im Juni erst. Aber in den Wochen zuvor waren wir auch schon 24 Stunden täglich zusammen. Bettinas Vater ist gestorben. Da hat sich Bettina in meinen Armen getrös-
tet. Sie brauchte viel Nähe, die ich ihr gerne gegeben habe. Vorher schon hatte ich ihr Karten für ein Konzert von Phil Collins in der Royal Albert Hall in London geschenkt. Also verbrachten wir erst einmal ein paar Tage in London, haben uns dort auch zwei Musicals angesehen und sind dann in die Nähe von Salisbury weitergereist, wohnten dort in einer schönen Pension im Wald und haben uns Stonehenge angeschaut. Danach sind wir nach Cornwall gefahren. Wir führen also irgendwie eine Liebesgeschichte wie bei Rosamunde Pilcher.

Waren Sie schon einmal verheiratet?
Nein, für mich war der Hafen der Ehe nie das große Ziel. Als ich noch jünger war, gab‘s schon ein paar Frauen, die mich heiraten wollten, aber damals fühlte ich mich dafür noch zu jung. Ich habe die Damen einfach genossen, musste sie aber nicht unbedingt heiraten.

Und wie sieht das jetzt aus?
Bettina ist die erste Frau, die ich heiraten würde. Das könnte durchaus passieren. Aber wir haben damit keine Eile. Es ist nicht so, dass ich ihr schon einen Antrag gemacht oder das Aufgebot bestellt hätte. Das Lustige an uns ist, dass wir uns schon früher hätten kennenlernen können. Wir besuchten die gleichen Tanzlokale und hatten sogar denselben Zahnarzt.

Können Sie sich vorstellen, mit Bettina Kinder zu haben?
Aus dem Verliebtsein heraus kam tatsächlich zutage, dass in unseren Herzen ein Kinderwunsch ist. Der natürliche Spross der Liebe. Aber wir sind uns auch darüber einig, dass wir dafür zu alt sind. Wir möchten lieber gemeinsam reisen und das Leben genießen. Es passiert ja selten genug, im fortgeschrittenen Alter noch die große Liebe zu finden.
ZUR PERSON
Joseph Hannesschläger wurde am 2. Juni 1962 in München (D) geboren. Er nahm nach einer Ausbildung zum Koch Schauspielunterricht und trat danach in München im Theater auf. Im Fernsehen ist er seit 1993 zu Gast. Zunächst in Nebenrollen in Serien, darunter „Forsthaus Falkenau“ und „Der Bulle von Tölz“. Seit dem Jahr 2002 ist er als Kriminalhauptkommissar und Landwirt Korbinian Hofer in der Serie „Die Rosenheim-Cops“ zu sehen.
Mit Bettina Geyer, 49, trat Ende des Vorjahres eine neue Frau in sein Leben. Und Hannesschläger gibt zu, verliebt wie am ersten Tag zu sein. „Wir machen uns gegenseitig kleine Geschenke“, sagt der Mime, „wahre Liebe lässt sich aber ohnehin nicht kaufen. Bei Bettina und mir ist sie einfach da.“
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