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Ausgabe Nr. 26/2017 vom 27.06.2017, Fotos: Team Stronach, Glaser/ÖVP Wien
Ulla Weigerstorfer, Alexander Biach
Foto-Pflicht für die e-card?
Seit dem Jahr 2005 gehen wir mit der e-card zum Arzt. Seither wird über ein Foto auf dem „elektronischen Krankenschein“ diskutiert, um einen Missbrauch zu verhindern. Zu teuer, lautete bisher das Argument der Krankenkassen. Außerdem müsste in der Arztpraxis ohnehin der Ausweis von unbekannten Patienten kontrolliert werden. Alexander Biach, der neue Chef des Hauptverbandes der Sozialversicherungsträger, will jetzt aber ein freiwilliges Bild auf der e-card möglich machen.
JA: Ulla Weigerstorfer,
Team Stronach


„Nur eine e-card mit Foto verhindert Betrug und Sozialmissbrauch. Ein Foto auf Ausweisen ist Standard, warum bleibt ausgerechnet die e-card gesichtslos? Der Vorschlag des Chefs des Hauptverbandes der Sozialversicherungsträger, Alexander Biach, die e-cards auf freiwilliger Basis mit einem Foto auszustatten, ist nicht weitreichend genug. Ich fordere bereits seit dem Jahr 2015 die verwechslungssichere e-card, damit dem Missbrauch mit den Karten endlich ein Riegel vorgeschoben wird. Das Argument der Kosten lasse ich nicht gelten, denn der Schaden durch Missbrauch ist enorm und geht zu Lasten aller Beitragszahler. Die Beantwortung meiner Anfrage an das Gesundheitsministerium hat ergeben, dass allein zwischen 2014 und 2016 rund 600.000 e-cards verlorengegangen sind. Die Kosten des Kartenmissbrauches haben in einigen Fällen mehrere tausend Euro betragen. Eine Ausweiskontrolle der Patienten ist nur der Versuch, die Verantwortung alleine auf die Ärzte abzuwälzen. Hauptaufgabe der Ärzte ist es immer noch, Kranke zu behandeln. Der Mensch muss im Mittelpunkt und die Qualität der Behandlung im Vordergrund stehen.“


NEIN: Alexander Biach,
Hauptverbands-Chef


„Vor etwas mehr als einem Jahr hat die Sozialversicherung zur Frage ,Foto auf die e-card‘ die Bevölkerung befragt. Das Ergebnis war eindeutig: Die Österreicher wünschen sich ein Foto auf ,ihrer‘ Gesundheitskarte. Sie wollen dafür aber nichts bezahlen. Genau das wäre aber bei der Fotopflicht auf der e-card der Fall. Ein verpflichtendes Foto für alle würde Verwaltungskosten von 18 Millionen Euro und auch Abgaben für jeden Einzelnen bedeuten. Zum Vergleich: Ein Pass kostet mehr als 60 Euro. Auch der flächendeckende Aufwand für normgerechte Fotos wäre überschießend, was ich mir bei zwei Wochen alten Babys zum Beispiel ersparen möchte. Es muss billiger und effektiver gehen. Deshalb mein Vorschlag: Wer auf freiwilliger Basis ein Foto auf der e-card will, soll dieses Foto bekommen. Er hat damit die Chance, seine eigene e-card zusätzlich gegen Missbrauch abzusichern. Es ist über unsere Plattformen technisch möglich, Fotos selbst hereinzuladen, was lediglich Kosten im Cent-Bereich verursacht. Wir werden die technischen Voraussetzungen und noch weitere Sicherheitsvorkehrungen sowie Erleichterungen schaffen. Das wird rasch zum flächendeckenden Einsatz von e-cards mit Foto führen, kostengünstig und sicher.“
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