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Ausgabe Nr. 26/2017 vom 27.06.2017, Foto: Thomas & Thomas
Gunter Gabriel: "Je schneller die Uhr tickt, desto eher bemerkte ich, wie viel Zeit ich sinnlos verplempert habe."
Gunter Gabriel kurz vor seinem Tod: „Ich kann meine Beerdigung nicht bezahlen“
Ich laufe, ich atme, ich singe und will die restlichen Tage meines Lebens noch genießen“, sagte Gunter Gabriel vier Wochen vor seinem tragischen Tod. Als er am 11. Juni seinen 75. Geburtstag feierte, stürzte er und zog sich einen dreifachen Bruch des ersten Halswirbels zu.
Elf Tage später starb er nach mehreren Operationen im Spital in Hannover (D). Seinen Tod hat der Sänger, der mit dem Lied „Hey Boss, ich brauch mehr Geld“ seinen Durchbruch feierte, bereits vorausgeahnt.

„Ich spüre, dass ich sterbe. Nach der Teilnahme am ,Dschungelcamp‘ vor einem Jahr war ich nicht mehr der Alte. Ich fühlte mich schwach“, erzählte Gabriel. Den Grund für sein Unwohlsein fanden Ärzte erst Monate später heraus. „Ein Zeckenbiss, der lange nicht erkannt wurde, hat eine Infektion ausgelöst.“

Trotz seiner körperlichen Beschwerden hatte der Sänger noch viel vor. Nach seinen vier gescheiterten Ehen wollte er sich noch einmal verlieben und eine neue Platte auf den Markt bringen. „Ich will noch nicht sterben, weil ich Angst vor dem Tod habe. Außerdem habe ich so hohe Schulden, dass ich nicht einmal meine eigene Beerdigung bezahlen könnte“, räumte der Deutsche ein.

Ein neues Lied, einen Ohrwurm, hatte er sich noch gewünscht. „Ich bin sicher, dass ich ihn noch schreiben werde“, sagte Gabriel kurz vor seinem Tod. „Auch wenn dieses Lied erst an meinem Todestag in den Hitparaden sein sollte. Dann sollen sie es ganz laut an meinem Grab spielen“, erzählte der Sänger, der endlich mit seinem Leben zufrieden war.

„Ich habe meinen inneren Frieden gefunden. Doch das hat lange gedauert. Ich war fast mein ganzes Leben lang egoistisch und unzufrieden. Es ist viel Zeit vergangen, bis ich das Leben zu schätzen wusste. Je schneller die Uhr tickt, desto eher bemerkte ich, wie viel Zeit ich sinnlos verplempert habe. Ich wünschte, ich könnte diese Weisheit mit ins nächste Leben nehmen.“
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