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Ausgabe Nr. 25/2017 vom 20.06.2017, Fotos: serkucher/Fotolia, zvg
Blitze beherrschen den Sommer in der grünen Mark.
Richtiges Verhalten bei Gewitter
Exponierte Stellen wie Gipfel meiden. Vor einzeln stehenden Bäumen oder Masten sowie von Gewässern sollten Sie sich ebenfalls fernhalten. Stattdessen tiefliegende Orte aufsuchen und hinhocken. Stellen Sie die Füße dabei eng zusammen, um gefährliche Schrittspannung zu verhindern. Sollte kein Haus in der Nähe sein, bietet ein Auto Schutz. Denn die Karosserie wirkt nach dem Prinzip des „Faradayschen Käfigs“ und leitet den Blitz weiter.
Bei den Steirern kracht‘s gewaltig
Weltweit treffen täglich mehr als vier Millionen Blitze auf die Erde, gefolgt vom Krachen des Donners. Das Rätsel, wie die gefährlichen Wetterphänomene in den Wolken genau entstehen, ist bis heute aber immer noch nicht gelöst.
Blitz und Donner galten seit Urzeiten als Zeichen göttlichen Zorns. Die Griechen fürchteten die Blitze des Zeus, die Römer erfuhren die Strafe Jupiters durch Blitzschläge, und bei den alten Germanen herrschte der Donnergott Thor. Doch schon in der Antike gab es auch wissenschaftliche Überlegungen zu diesem Naturphänomen. So glaubte der griechische Philosoph Demokrit, dass sich in der Wolke Feueratome befinden, die bei einem Gewitter ausbrechen. Erst im Jahr 1752 bewies der amerikanische Wissenschaftler Benjamin Franklin, dass der Blitz die Folge einer elektrischen Entladung ist.

Seitdem haben sich zahlreiche Meteorologen ein immer genaueres Bild von dem schaurig schönen Himmelsereignis gemacht.

„Beim Aufbau eines Gewitters wird mehr und mehr elektrische Ladung in der Wolke angesammelt. Ist genug Ladung getrennt, ist das meist der Beginn eines Vorgangs, den wir als Blitz und Donner wahrnehmen können“, erklärt der Elektrotechniker Dr. Wolfgang Schulz vom „Aldis“-Blitzortungssystem. Die genauen Vorgänge, die zur elektrischen Aufladung einer Gewitterwolke führen, „sind bis heute allerdings nicht vollständig geklärt“.

Fest steht, Blitze sind die heißeste Sache auf der Erde überhaupt. Schließlich heizt sich die Luft um den Blitz herum für die Dauer einer Millionstelsekunde auf bis zu 30.000 Grad auf und bringt dadurch die Luftbestandteile zum Glühen. Diese Spur leuchtender Moleküle macht den Blitz erst sichtbar, „der mit einem Drittel der Lichtgeschwindigkeit, also 100.000 Kilometer pro Sekunde, unterwegs ist“, weiß der Experte. Durch die hohe Temperatur dehnt sich der Blitzkanal zudem explosionsartig aus und es donnert.

Ein im Durchschnitt vier Kilometer langer Blitz verläuft aber nicht auf direktem Weg nach unten, sondern bewegt sich ruckweise. Nach kurzen Strecken bleibt er für einige Mikrosekunden stehen. Dann läuft er in einer geänderten Richtung weiter oder verzweigt sich. „So kommt die typische Zickzack-Form des Blitzes zustande“, sagt der Elektrotechniker.

Warum genau ein Blitz dieses Verhalten zeigt, ist jedoch unklar. Blitze weisen jedenfalls Stromstärken um die 20.000 Ampere auf. Dennoch könnten sie unsere Energieprobleme nicht lösen, da eine Entladung meist nur eine Millionstelsekunde andauert. Ein Akku könnte den Strom auch gar nicht speichern, weil der Kontakt mit dem Blitz das Material schmelzen würde.

Dafür sorgen Blitze auf der Erde immer wieder für Chaos und Gefahr. In Erinnerung bleibt beispielsweise der 13. Juli 1977, als ein Blitz New Yorks Energiekraftwerk außer Gefecht setzte. Für fünfundzwanzig Stunden war die gesamte amerikanische Metropole ohne Strom.

Massenplünderungen, Raubüberfälle und Brandstiftungen waren die Folge. Nicht weniger fatal sind die direkten Folgen eines Blitzschlages auf den Menschen. Laut Statistik erleiden auch in unserem Land fünf bis zehn Personen pro Jahr einen Blitzunfall. Rund ein Drittel davon endet tödlich. Wenn ein Blitz in den Boden einschlägt, baut sich aber auch im Umkreis eine gefährliche Spannung auf.
„Steht ein Bein also näher an der Einschlagstelle als das andere, entsteht Schrittspannung und Strom fließt durch den Körper. Er kann noch in einer Entfernung von etwa 100 Metern zum Einschlagpunkt gefährlich sein“, warnt Dr. Wolfgang Schulz. Immerhin blitzte es allein in diesem Juni bei uns schon 6.741 Mal. Als Blitzhochburg kann dabei mit 5.154 Einschlägen im Juni zweifelsfrei die Steiermark bezeichnet werden.
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Mythos Kugelblitz
Die bei Gewittern erscheinenden Feuerbälle, die nach Augenzeugenberichten auch in Räume eindringen können, sind ein bis heute ungeklärtes Phänomen. Viele Forscher bezweifeln, dass es Kugelblitze überhaupt gibt und halten sie für das Nachleuchten auf der Netzhaut nach der extremen Helligkeit eines Blitzes, also eine optische Täuschung. Andere setzen auf wilde Theorien wie die von winzigen Kernexplosionen oder vom Miniatur-Schwarzen-Loch.
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Zahl der Blitze 2016
Wien: 165
Niederösterreich: 17.764
Oberösterreich: 14.636
Burgenland 4.434
Steiermark: 32.147
Salzburg: 8.587
Kärnten: 16.754
Tirol: 12.102
Vorarlberg: 2.162
Gesamt: 108.751
Hwie
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