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Ausgabe Nr. 20/2017 vom 16.05.2017, Fotos: Trölß
Wetter-Experte DI Horst Nöbl:
„Die Pflanzen bilden heuer weniger Triebe, dafür mehr Blüten.“
Die Bienen sind schon fleißig.
Die Fichten haben Blütentriebe, weil der Boden viele Nährstoffe enthält.
„Wir haben heuer ein Blühjahr, das macht den Sommer trocken und heiß“
Er kann wie kaum ein anderer die Zeichen der Natur deuten. Immerhin hat DI Horst Nöbl praktisch sein ganzes Leben in Wald und Flur verbracht. In der Wildbach- und Lawinenverbauung. Seit 1970 führt er Buch über seine Beobachtungen der Blühphasen von Bäumen und Gräsern sowie über das Verhalten der Bienen. Er weiß, wie der Sommer wird.
Der heurige Sommer ist geprägt vom Blühjahr“, sagt DI Horst Nöbl und deutet auf seine Bäume und Sträucher im Garten. Sie sind über und über mit herrlichen Blüten besetzt, die Nadelbäume tragen saftiges Grün und kleine Knospen. Wie diese Blüten Rückschlüsse auf den Sommer zulassen, erklärt der 75jährige Salzburger aus Saalfelden mit fachkundigen Worten. Und sieht den Ursprung im vorigen Jahr.

„Das vergangene Jahr hat viele Niederschläge gebracht. Denn von Mai bis August gab es durchschnittlich 20 Regentage pro Monat, mit der Folge, dass die Pilze gut gewachsen sind und die Pilze den Humus im Boden aufgearbeitet haben. Daraus entstanden Nährstoffe, die nun den Bäumen zur Verfügung stehen. Das ist schön an den Fichten zu sehen, die auf Pilze angewiesen sind. Wenn der Fichtenwald derart viele Nährstoffe wie in diesem Jahr hat, bildet er Blütenknospen und keine Triebknospen. Das heißt, es gibt keine frischen Maitriebe, keine frischen Nadeln, so wie im Vorjahr. Da gab es nur frischen Austrieb und keine Blüte. Ein Baum aber, der viele frische Nadeln trägt, verdunstet viel Wasser. Bis zu 200 Liter am Tag. Es wird an die Luft abgegeben und macht sie entsprechend feucht. Daher gab es im Vorjahr häufig Regen. Alte Nadeln, bei der Fichte fallen sie nach sechs bis sieben Jahren ab, geben dagegen keine Feuchtigkeit ab. Weil sie eine sogenannte Verschlussvorrichtung haben. Das heißt, damit der Baum bei Trockenheit nicht verdorrt, schließt er diese Öffnungen, durch die das Wasser austreten und verdunsten kann. Wenn es jedoch weniger Niederschlag gibt, steigt die Temperatur. Andererseits zeigt etwa die Emsigkeit der Bienen, dass wir ein gutes Blühjahr haben. Denn sie konnten schon jetzt 20 bis 30 Kilo Honig einbringen. Meine 43 Bienevölker wissen, der Sommer wird schön.“
Es gibt zwei Hitzewellen

Für Nöbl steht ebenso fest, dass der Sommer in diesem Jahr deutlich trockener wird als jener 2016. Und es wird heißer. Der Wetter-Experte erwartet zwei Hitzewellen mit Temperaturen jenseits der 30 Grad. „Die erste sollte im Juni kommen und etwa zehn Tage dauern. Deren Ende dürfte mit dem Sommerbeginn am 21. Juni zusammenfallen. Die zweite Hitzewelle sollte in den ersten vierzehn Tagen des August über unserem Land liegen. Mit Extremwerten von bis zu 40 Grad.“

Der ideale Zeitraum also, das kühlende Nass aufzusuchen, um unsere schönen Bäder und Seen zu genießen. Oder die beste Zeit, um in den Urlaub zu fahren und die Seele baumeln zu lassen.

Erholung von den heißen Tagen wiederum bringen Regentage, die Horst Nöbl als „Araber-Wetter“ bezeichnet. „Weil in dieser Zeit viele Araber bei uns in Salzburg, vornehmlich in Zell am See, Urlaub machen. Sie kennen ja aus ihrer Heimat den Regen nicht. Deshalb kommen sie zu uns. Dafür scheint heuer von Mitte Juni bis Mitte Juli die richtige Zeit zu sein, denn dann macht der Sommer Pause. „In diesem Zeitraum bekommen wir viel Regen und die Temperatur liegt unter dem Mittelwert“, weiß Nöbl. Der Siebenschläfertag ist dafür entscheidend. „Es heißt: ,Wenn die Siebenschläfer Regen kochen, so regnet es vier Wochen.‘ Und dieser 27. Juni fällt in die von mir erwartete Regenphase.“

In Summe wird der Sommer aber schön und bleibt auch so bis Mitte September. „Wir dürfen uns auf einen herrlichen Ferien-Sommer freuen“, ist der 75jährige Wetter-Experte überzeugt. Mit warmen Abenden, die zum Grillen einladen.
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