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Ausgabe Nr. 19/2017 vom 09.05.2017, Fotos: Kristina Satori, Parlamentsdirektion/Wilke
Teresa Havlicek, Carmen Schimanek
Ist ein neues Frauen-Volksbegehren sinnvoll?
Vor 20 Jahren haben fast 650.000 Menschen das Frauenvolksbegehren unterschrieben. Von den elf Forderungen wurden nur wenige umgesetzt. Jetzt soll es zu einer Neuauflage des Volksbegehrens kommen. Die Initiatorinnen wollen gleichen Lohn für gleichwertige Arbeit, aber auch ein Mindestgehalt von 1.750 Euro und kostenlosen Zugang zu Verhütungsmitteln. Die Parteien- und Klubförderung soll nur dann in voller Höhe ausbezahlt werden, wenn jeder zweite Posten von einer Frau besetzt wird.
JA: Teresa Havlicek,
Frauenvolksbegehren 2.0


„21,7 Prozent verdienen Frauen in Österreich brutto pro Stunde weniger als Männer. Mit diesem Einkommensunterschied sind wir unter den EU-Schlusslichtern, obwohl wir das viertreichste Land in Europa sind. In den vergangenen 20 Jahren haben Frauen in vielen Bereichen massiv aufgeholt. Sie schließen eher Matura und ein Hochschulstudium ab, nur leider bringt ihnen das in ihrer Karrierelaufbahn nichts. Bereits im mittleren Management der 200 umsatzstärksten Unternehmen gibt es nur 15,8 Prozent Frauen. Für Kinderbetreuung und Pflegearbeit sind Frauen nach wie vor meist alleine verantwortlich. Darin begründet sich die enorm hohe Teilzeitquote, die Frauen vor allem in der Pension zum Verhängnis wird. Jede Zehnte lebt in Altersarmut. Ein neues Frauenvolksbegehren ist ein Zeichen: Eine neue Generation stellt sich auf die Füße und will endlich gleiche Chancen für alle. Das gelingt nur, wenn wir Frauen endlich aus den Mehrfachbelastungen für Kindererziehung, Pflege und Haushalt befreien und gemeinsam Verantwortung für diese gesellschaftlichen Aufgaben übernehmen. Die Politik darf nicht weitere 20 Jahre auf den weiblichen Teil der Bevölkerung vergessen.“


NEIN: Carmen Schimanek
FPÖ-Frauensprecherin


„Das Frauenvolksbegehren hat einige gute Punkte, die auch politisch umgesetzt werden sollten. Allerdings wurden diese mit Forderungen vermengt, die weder sinnvoll noch umsetzbar sind. Dies fängt bereits mit den verpflichtenden 50-Prozent-Frauenquoten für Politik und Unternehmen an.
Einerseits ist klar, dass sich die Politik niemals in diesem Ausmaß in die Privatwirtschaft einmischen darf und andererseits sind selbst auferlegte Quoten in der Politik stets zum Scheitern verurteilt gewesen. Außerdem ist den Wählern wichtig, dass Inhalte umgesetzt werden und nicht, ob das ein Mann oder eine Frau macht. Ein weiterer Punkt in dem Volksbegehren ist die Forderung nach ,queerer Pädagogik‘ in Schulen und Kindergärten. Damit soll die ominöse Gendertheorie, die vom geschlechtslosen Menschen träumt, dort Einzug halten. Ich sage ganz klar, dass das in den Schulen nichts verloren hat und wir unsere Buben auch Buben sein lassen müssen und unsere Mädchen eben Mädchen. Durch ebendiese, vom äußersten linken Rand kommenden Forderungen ist das Volksbegehren als Gesamtpaket abzulehnen.“
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