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Ausgabe Nr. 16/2017 vom 18.04.2017, Fotos: picturedesk.com, Getty Images, All mauritius
Der „Oscar“-prämierte Schauspieler
Jack Nicholson hatte ein bewegtes Leben.
Doch nun wird er 80 und fühlt sich einsam.
Nicholson mit Rebecca Broussard und den beiden gemeinsamen Kindern.
Zwölf Mal für den „Oscar“ nominiert, durfte ihn Nicholson drei Mal mit nach Hause nehmen.
Mit Anjelica Houston.
Mit seiner Frau Sandra Knight und Tochter Jennifer.
„Ich hätte gerne noch eine letzte Romanze"
Er wurde zwölf Mal für den „Oscar“ nominiert und durfte drei Statuetten mit nach Hause nehmen. Doch genauso legendär wie die Filme mit Jack Nicholson ist sein Ruf. Dem Schürzenjäger werden zahlreiche Affären nachgesagt, er selbst spricht von Tausenden Frauen. Sein Leben sei „eine einzige Party“ gewesen, sagt der fünffache Vater, der am 22. April 80 Jahre alt wird und sich gerne noch einmal verlieben würde.
Ich habe alle Frauen gevögelt, alle Drogen probiert und alle Drinks getrunken“, zieht Jack Nicholson, 79, Bilanz über sein Leben. Seit Jahrzehnten gehört der Mann mit dem berüchtigten „Haifischlächeln“ zu den bestbezahlten Schauspielern der Welt, allein für seine Rolle als „Joker“ im Streifen „Batman“ (1989) kassierte er rund 45 Millionen Euro.

Doch jetzt ist es ruhig geworden um die Schauspiel-Legende. Sein bislang letzter Film liegt sieben Jahre zurück („Woher weißt du, dass es Liebe ist“), die bislang letzte Hauptrolle zehn Jahre („Das Beste kommt zum Schluss“). „Ich will nicht arbeiten, bis ich tot umfalle“, äußerte sich Nicholson noch vor einiger Zeit zu seiner „Pension“.
Doch nun soll er wieder dick im Geschäft sein und in einer Neuverfilmung von „Toni Erdmann“, neben Kristen Wiig als seine Filmtochter, die Hauptrolle des „Toni“ spielen. Eine Figur, die Nicholson „äußerst reizt“, wie er betont.
Gesundheitlich sei jedenfalls alles bestens, versichert der Schauspieler und weist damit alle Gerüchte um eine angebliche Alzheimer-Erkrankung von sich. „Leben Sie mein Leben der vergangenen 40 Jahre und sagen Sie mir, dass Sie sich an jedes verdammte Detail erinnern“, wettert er in typischer Nicholson-Manier und spricht von einem „mathematischen Gedächtnis“.

In anderen Belangen sei er allerdings wohl ruhiger geworden, meint der Schauspieler. Wilde Bettgeschichten, wie etwa jene, als er auf einer Deutschlandreise von seinen Managern aus einer Badewanne voller blutjunger Frauen gezerrt werden musste, sind passé. „Ich habe nicht mehr die Energie, es wild zu treiben. Das Leben eines Gigolos endet immer böse“, schmunzelt der Mime, der am Samstag, 22. April, 80 Jahre alt wird. Mittlerweile genießt er seine Ruhe und hat sogar einen Koch angestellt, um nicht mehr ausgehen zu müssen.

Während er früher beruflich viel unterwegs war, schätzt er es heute, den Vormittag im Bett zu verbringen. Gegen 13 Uhr steht er auf, trinkt ein Glas Milch für seinen Magen und schlägt entweder ein paar Golfbälle oder spaziert ins Nachbarshaus, wo seine Kunstsammlung untergebracht ist. Das Anwesen gehörte einst seinem Kollegen Marlon Brando († 2004).

Nicholson, dessen Vermögen auf mehr als 350 Millionen Euro geschätzt wird, kaufte es vor geraumer Zeit, um vor Nachbarn seine „Ruhe zu haben“, wie er meint. Die Abende verbringt der Filmliebhaber zumeist mit Freunden vor dem Fernseher, „manchmal aber auch alleine“, sagt der Darsteller, der kein Geheimnis daraus macht, eine Frau in seinem Leben zu vermissen. „Ich hätte noch gerne eine letzte Romanze.“

Die längste Beziehung führte Nicholson mit seiner Kollegin Anjelica Huston (65, „Adams Family“), der Tochter des Regisseurs John Huston. Eine 16 Jahre anhaltende Liaison, die Huston beendete, nachdem ihr Nicholson bei einem Mittagessen offenbart hatte, eine andere Frau geschwängert zu haben. „Das war die schwerste Zeit meines Lebens“, beteuert Nicholson. Die junge Mutter in spe, Rebecca Broussard, war damals die beste Freundin seiner Tochter Jennifer, die aus seiner Ehe mit Sandra Knight stammte.

Mit Broussard bekam er später ein weiteres Kind. Offiziell hat Nicholson fünf Kinder von vier Frauen. „Es könnten aber auch 9.000 sein“, lacht Nicholson. Eigenen Angaben zufolge hat der Schauspieler mit mehr als 2.000 Frauen geschlafen. Angeblich soll sein Haus in den 80ern sogar durch einen Tunnel mit der berüchtigten „Playboy“-Villa von Hugh Hefner verbunden gewesen sein. „Das Leben war eine einzige Party, dann hat Aids alles kaputt gemacht“, erinnert sich der Jubilar, der einst den Spitznamen „Jack the Jumper“ trug.

„Wild“ begann bereits seine Kindheit. Weil seine leibliche Mutter June mit kindlichen 16 Jahren schwanger wurde, nicht wissend, wer der Vater war, wuchs er, im Jahr 1937 als John Joseph Nicholson in New York (USA) geboren, bei seiner Großmutter in New Jersey (USA) auf, im Glauben, sie sei seine Mutter. Seine beiden vermeintlichen Schwestern waren Mutter und Tante. Als beide „Mütter“ gestorben waren, erfuhr der damals 37jährige Nicholson von einem Reporter die Wahrheit. Der Mime machte sich jedoch nicht viel aus der „Scharade“ seiner Familie und bewunderte lediglich deren schauspielerisches Talent. „Wie kann ich etwas nicht gutheißen, das doch funktionierte?“, sagte Nicholson, der eine unbeschwerte Kindheit in Erinnerung hat.

Er beendete seine Schule und ging als junger Mann nach Hollywood, um Karriere zu machen. Gut 15 Jahre und 17 Filmrollen später gelang ihm mit dem Kultstreifen „Easy Rider“ (1969) der Durchbruch. Kassenschlager wie „Einer flog übers Kuckucksnest“ (1975) und „Besser geht‘s nicht“ (1997) folgten. Für beide bekam er den „Oscar“ als „Bester Hauptdarsteller“. Einen dritten Goldbuben gewann Nicholson für seine Nebenrolle in „Zeit der Zärtlichkeit“ (1983). Insgesamt war er zwölf Mal für den „Oscar“ nominiert und gewann 60 internationale Filmpreise.

Er selbst sieht sich nicht gerne in seinen Filmen, gibt Nicholson zu. Das überlässt er seinen Kindern und Enkerln. „Mein Jüngster konnte damals nicht mehr aufhören zu lachen, als ich in ,Was das Herz begehrt‘ das Wort Titten sagte“, erinnert sich Nicholson, der sich noch immer nicht an die Bezeichnung „Opa“ gewöhnen kann.
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