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Ausgabe Nr. 16/2017 vom 18.04.2017, Fotos: zvg
Cabochon an Silberkette € 118,–
Herzanhänger Classic, € 48,–
Trachtenbrosche Classic € 36,-
Astrid Wichert beim Porzellangießen.
„Mein Trachten-Schmuck ist aus feinem Porzellan“
Zu Tracht und Dirndl gehört seit jeher schöner Schmuck. Eine ganz besondere Kollektion entsteht seit drei Jahren im steirischen Salzkammergut. Trachtenschmuck für die Ohren, das Dekolleté und die Handgelenke aus Porzellan, verfeinert mit Aufdrucken, die von alten, traditionellen Holzmodeln aus unserem Land stammen. Eine einzigartige Schmuckidee, die Tradition und Moderne auf hübsche und außergewöhnliche Art und Weise verbindet.
Dass dieses Talent in ihr schlummert, hätte Astrid Wichert, als sie noch in Wien wohnte, nicht vermutet. „Ich bin gelernte Biologin und habe in der Wissenschaft gearbeitet“, erzählt die 46jährige selbstständige Schmuckdesignerin, die heute auf einem der schönsten Flecken unseres Landes wohnt und arbeitet.

„Schuld“ am Berufs- und Wohnortswechsel war die Liebe. „Ich bin nach Bad Aussee gekommen, weil mein Mann von hier ist, und ich bin zu ihm gezogen“, verrät sie mit einem Lächeln. Ihre Arbeit als Wissenschaftlerin konnte sie nicht fortsetzen, doch die Wienerin war offen für die Möglichkeiten, die ihr die neue steirische Heimat bot. „Bad Aussee ist die Hochburg des Handdrucks. Es gibt vier Familien, die in diesem Handwerk traditionell arbeiten, und wir sind mit den meisten befreundet.

Ich finde diese Tradition spannend, so habe ich mich auf die Suche nach alten Holzmodeln gemacht und ein paar gefunden. Die guten Stücke sind mehr als 100 Jahre alt“, schildert Wichert ihre „ersten Schritte“ zur neuen Berufung. Das Bedrucken von Stoffen war mit den alten Holzmodeln nicht mehr möglich. Zu abgenützt waren diese an manchen Stellen, doch dann zündete der kreative Funke. „Mir kam nach ein paar Überlegungen die Idee, Porzellan zu bedrucken. Ich liebe dieses Material. Es ist elegant, so leicht und eignet sich wunderbar für Schmuck. Für den Druck genügen mir jene Stellen der traditionellen Holzmodeln, die noch intakt sind.“

Im Jahr 2014 begann die Neo-Ausseerin ihre Ideen umzusetzen. Einige Versuche waren notwendig, bis das schmucke Ergebnis in den Händen so aussah wie in der Vorstellung. Die Marke „Ausseer Porzellan“ war aus der Taufe gehoben. „Das direkte Bedrucken des Porzellans war nicht möglich, weil sich Risse in der Oberfläche bildeten. Heute arbeite ich mit einem Gießverfahren. Durch das Auftragen von farbiger und klarer Glasur erhält der Schmuck seinen verführerischen Glanz.“

Den Anfang machten Porzellanherzen. An einem hübschen Band um den Hals der Dirndl-Damen gehängt, wurden sie schnell zum Blickfang. „Nach und nach kamen neue Anhängerformen, Ohrringe, Armbänder und Manschettenknöpfe dazu. Ich war und bin immer wieder auf Märkten unterwegs, wo ich meinen Schmuck verkaufe. Im Gespräch mit den Menschen höre ich ihre Wünsche. Die versuche ich umzusetzen. Einmal kam eine Dirndldesignerin auf mich zu. Sie fragte mich, ob ich nicht Porzellanknöpfe mache, sie würde welche kaufen. Heute habe ich zwei Arten von Porzellanknöpfen in meiner Kollektion.“

Bald wurden die eigenen vier Wände zu klein zum Arbeiten. Eine Werkstatt in Bad Aussee ist jetzt die Geburtsstätte des Ausseer Porzellanschmucks. „Gerne können mich die Menschen in meiner Werkstatt besuchen und sich meine Arbeit ansehen“, lädt Wichert ein. „Ich bitte nur um einen kurzen Anruf vor dem Besuch. Manchmal bin ich unterwegs, auf Märkten“, sagt sie. Auf spezielle Anfragen geht die Schmuckherstellerin ein. „Wenn es möglich ist, setze ich Kundenwünsche gerne um. Das kostet zwar ein bisschen mehr, weil es eine Sonderanfertigung ist, aber in einer Woche kann der Kunde schon sein individuelles Stück in Händen halten.“

Neben Anhängern, Armbändern und Manschettenknöpfen gibt es Anstecknadeln mit Narzissenköpfen, Schlüsselanhänger, Broschen, Seifenteller und Schalen. So zart die schmucken Stücke wirken und so leicht sie sind, besonders zerbrechlich sind sie deswegen nicht. „Nein, davor müssen die Kunden keine Angst haben. Durch das Brennen des Porzellans verschmelzen die Bestandteile miteinander. Das bringt eine hohe Festigkeit. Fällt ein Ohrring zu Boden, wird er nicht gleich zerbrechen“, zerstreut Wichert mögliche Bedenken. Die moderaten Preise der hübschen Stücke sind angesichts der einzig- wie neuartigen Idee, heimische Handwerkskunst am Leben zu erhalten, ein mehr als gerechtfertigter Lohn.


Ausseer Porzellan Schmuck
Werkstatt: Bahnhofstraße 88, 8990 Bad Aussee, Internetshop: www.ausseerporzellan.at; Partnergeschäfte: Ausseer Gwand, Bad Aussee, Kurhausplatz 63; Narzissenbad Aussee, Pötschenstraße 172, Bad Aussee; marlen designs, 4600 Wels, Traungasse 4; Marktverkauf: 4.5. – 6.5., Kunsthandwerksmarkt, St.Pölten (NÖ) • 7. 5., Färbermarkt, 4293 Gutau (OÖ)
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