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Ausgabe Nr. 15/2017 vom 11.04.2017, Fotos: Caters News, Johannes Mayer / Fotolia, Soru Epotok / Fotolia
Riesenkarnickel „Darius“ wiegt 22 Kilo.
Wildkaninchen
• Die Ohren sind mit sechs bis acht Zentimetern kürzer als der Schädel.
• Die kurzbeinigen Wildkaninchen werden etwa 40 Zentimeter lang und
bringen ein bis zwei Kilo auf die Waage.
• Wegen der dunklen Iris scheint es, als hätten sie Kulleraugen.
• In einem hügeligen Gelände mit vielen Büschen fühlen sich Wildkaninchen am wohlsten.
• Die geselligen Hoppler leben in größeren Gruppen zusammen und werden bis zu neun Jahre alt.
• Weibchen bringen im Durchschnitt vier bis sieben Mal jährlich vier bis sechs Junge zur Welt.
Feldhase
• Die Ohren, auch Löffel genannt, sind länger als der Schädel.
• Die schlanken Feldhasen werden bis zu 60 Zentimter lang und wiegen bis zu fünf Kilo.
• Sein Blick wirkt starr, weil die Iris deutlich heller ist als die Pupille.
• Hasen sind Steppentiere und bevorzugen offene Felder, Wiesen und Waldränder.
• Sie leben, außer zur Paarungszeit, als Einzelgänger und können bis zu 13 Jahre alt werden.
• Weibchen bekommen im Jahr im Schnitt drei bis vier Mal Junge. Die Würfe umfassen ein bis fünf Tiere.
Ein Häschen im Osternest
Meister Lampe ist nicht nur, was die extrem lange Rammelzeit betrifft, biologisch gesehen ein Phänomen. Sprichwörtlich sind auch seine Scheu, seine Wendigkeit und seine langen Ohren. Und er ist neben dem Ei zum Symbol des Osterfestes geworden.
Was hat es dem Hasen eingebracht, dass er unseren lieben Kleinen Jahr für Jahr bunte Eier bringt? „Nichts“, behaupten Tierschutzorganisationen, die jedes Jahr nach Ostern mehrmals wöchentlich besorgte Anrufe erhalten, weil am Straßenrand oder in Gebüschen arme Häschen herumirren. „Einige der ausgesetzten Lebendgeschenke wurden oft schon kurz nach den Feiertagen ‚entsorgt‘, weil sich niemand um die Tiere kümmern will, die einiges an Arbeit und Kosten verursachen“, erklärt Johanna Stadler von der Tierschutzorganisation „Pfotenhilfe“ in Lochen am See (OÖ). Auch in diesem Jahr rechnet die Obfrau wieder mit Dutzenden hilflosen Hopplern. Doch sie warnt, „das Aussetzen ist kein Kavaliersdelikt und kann strafrechtliche Konsequenzen mit bis zu zwei Jahren Gefängnis zur Folge haben.“

Da ist es besser, wenn überforderte Halter ihre Häschen ins Tierheim bringen. „Für Kaninchen in Not haben wir auf unserer großen Wiese immer ein Plätzchen frei“, appelliert die Tierfreundin.

Bevor also der kuschelige Meister Lampe zum neuen Familienmitglied wird, gilt es einige Punkte zu beachten. Zunächst muss zwischen dem Hasen und dem Kaninchen unterschieden werden. Schließlich ist nicht jedes Langohr ein Hase. Der freiheitsliebende Feldhase etwa, der Gebiete in der Größe von 40 Fußballfeldern bewohnt, ist als Haustier ungeeignet. Unsere beliebten „Osterhasen“, die schon um 20 Euro verkauft werden, sind daher ausschließlich gezüchtete Formen des Wildkaninchens. Hunderte Zuchtrassen in allen Größen und Farben sind mittlerweile im Umlauf. „Kreuzungen zwischen Hasen und Kaninchen gibt‘s aufgrund ihrer unterschiedlichen Chromosomenzahl aber nicht“, sagt Stadler. Gemeinsam ist beiden Arten jedoch das flinke Hakenschlagen auf der Flucht, ihr guter Gehör- und Geruchssinn sowie ihre Vorliebe für saftige Gräser und Kräuter.

Wer sich für einen „Osterhasen“ in den eigenen vier Wänden entscheidet, muss auch bedenken, dass ein Kaninchen immer in einer Gemeinschaft lebt. „Es müssen also immer mindestens zwei Tiere gehalten
werden. Die Einzelhaltung ist verboten“, erklärt die Tierschutzobfrau.

Und um massenhafte Fortpflanzung zu vermeiden, sollte in jedem Fall kastriert werden. „Bei einer Häsin kostet das etwa 130 Euro, ein Rammler wird beim Tierarzt für rund 75 Euro kastriert“, weiß der Bundesspartenobmann für Kaninchen, Rainer Retschitzegger. Er schätzt die monatlichen Erhaltungskosten pro Tier auf etwa 50 bis 80 Euro.

Der braungraue Geselle ist derzeit freilich keineswegs damit beschäftigt, bunt bemalte Eier durch die Gegend zu schleppen, sondern in höchst eigener Sache unterwegs. Denn für den Hasen ist nun der Höhepunkt der Paarungszeit, die in Mitteleuropa mehr als 230 Tage dauert, gekommen. Und auf den „Rammelplätzen“, wie sie in der Hasenforschung tatsächlich genannt werden, herrscht jetzt wildes Treiben. Die Paarungsspiele der Feldhasen gehören schließlich zum Deftigsten, was das Tierreich zu bieten hat. Nicht selten spurten bis zu sechs Rammler stundenlang hinter einer einzigen Häsin her, begleitet von regelrechten Boxkämpfen. Wer dabei wen verklopft, ist unter Wissenschaftlern strittig. Nach gängiger Lehrmeinung sind es die Männchen, die schlagkräftig um die Gunst der Hasendame kämpfen. Das wusste auch schon Herodot, der Vater der Geschichtsschreibung. Der griechische Gelehrte hielt fest, „im Kampf um die Gunst der Häsin ohrfeigen sich die Rammler, dass sich die Wolle stiebt.“ Andere Forscher wollen aber schon des Öfteren beobachtet haben, „wie Weibchen allzu aufdringliche Verehrer mit kräftigen Hieben ihrer Vorderläufe in die Flucht schlugen“.
Hwie
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