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Ausgabe Nr. 15/2017 vom 11.04.2017, Fotos: duty, privat, Roland Unger, P. M. Braunwarth
Kristina Inhof, 28, ORF-Sportmoderatorin: „Zu Ostern durften wir uns ausnahmsweise den Bauch mit Schokolade vollschlagen“
Michael Menzel, 43, Schauspieler: „Als Bub war ich von den Osterbräuchen auf dem Land fasziniert“
Barbara Rett, 63, ORF-Kulturmoderatorin: „Ich trug immer voller Stolz den Osterschinken nach Hause“
Simone Stelzer, 47, Sängerin: „Ich habe den leibhaftigen Osterhasen getroffen“
Michael Heltau, 83, Schauspieler und Chansonnier: „Mich haben stets die liturgischen Rituale tief beeindruckt“
Unser schönstes Ostererlebnis
Am Sonntag, 16. April, hoppelt wieder der Osterhase durch unser Land. An diesem Tag feiern wir das höchste Fest der Christen. Bekannte Menschen aus unserem Land erinnern sich an die einprägsamsten Oster-Erlebnisse.
Kristina Inhof, 28, ORF-Sportmoderatorin: „Zu Ostern durften wir uns ausnahmsweise den Bauch mit Schokolade vollschlagen“
„Meine einprägsamsten Erinnerungen an Ostern stammen aus meiner Kindheit. Vor allem die Zeit, als mein Bruder auf die Welt kam, damals war ich vier Jahre alt, hat sich tief in mein Gedächtnis eingebrannt. Wir sind immer als Duo losgezogen, um auch ja alle Nester möglichst rasch zu finden. Denn wir konnten es gar nicht erwarten, all die Süßigkeiten zu verschlingen. Zu Ostern durften wir uns ausnahmsweise den Bauch mit so viel Schokolade vollschlagen, bis uns schlecht war. Meine Familie war nicht besonders religiös, deswegen spielte die christliche Messe für mich keine große Rolle. Vielmehr steht für mich bis heute im Vordergrund, dass die ganze Familie zusammenkommt und feiert. Dabei finde ich es auch nicht gut, dass die Kinder heutzutage zu diesem Anlass immer mehr Geschenke bekommen. Ich habe mich damals schon über Kleinigkeiten gefreut. Überhaupt fand ich die Nestersuche am spannendsten. Heuer gibt es im Familienkreis ein großes Osterfrühstück. Danach heißt‘s für mich sogleich an die Arbeit, beziehungsweise auf den Fußballplatz. Denn der ORF überträgt am Sonntag das Spiel Mattersburg gegen Austria.“

Michael Menzel, 43, Schauspieler: „Als Bub war ich von den Osterbräuchen auf dem Land fasziniert“
„Meine schönsten Ostern waren jene, die ich mit meinen Eltern und Schwestern auf der Berghütte meiner Großeltern in Sankt Koloman im Salzburger Land feiern durfte. Der Höhepunkt waren natürlich die Osternesterln, die meine Großmutter großzügig und mit viel Liebe füllte. Versteckt hat sie mein Großvater. Wobei er sich große Mühe gab, uns die Suche so schwierig wie möglich zu machen. Der grandiose Osterschinken meiner Großmutter, der nach der Suche immer traditionell verspeist wurde, war auch eine Wonne. Aus dem Eierpecken wiederum ist meist mein Vater siegreich hervorgegangen. Er hatte eine ganz spezielle Technik, sein Osterei so in Händen zu halten, dass es beinahe alle Duelle unversehrt überstand. Darüber hinaus hat mich als Bub immer der Brauch am Land fasziniert, vor dem Morgengrauen des Karfreitags die geweihten Palmbuschen in die Mitte der Felder zu stecken, um eine gute Ernte zu erbitten. Die heurigen Ostern werde ich auch wieder im Salzburger Land verbringen, bei meiner Familie sein und die ruhige Zeit in der Natur genießen. Es ist ein Privileg, in so einem schönen Land zu leben.“

Barbara Rett, 63, ORF-Kulturmoderatorin: „Ich trug immer voller Stolz den Osterschinken nach Hause“
„Ich weiß nicht warum, aber zu Weihnachten ging es bei uns stets hektisch her, während Ostern ein wunderschönes, intimes Familienfest war. Meine Mutter hat diesen Feiertag immer schön zelebriert. Schön, das bedeutete in meiner Kindheit – in den 50er und 60er Jahren waren wir ja noch recht arm – bescheiden, aber mit viel Liebe und Phantasie. Am Vorabend des Ostersonntags haben wir immer einen wunderschönen Ostertisch gedeckt. Dafür bin ich in der Früh auf die Gstett’n vor unserem Haus gegangen und habe Primeln, Leberblümchen sowie Veilchen gepflückt. Über die Wiese bin ich dann auch zum Bäcker gegangen, der für uns einen saftigen Schinken in Brotteig eingebacken hatte. Der Stolz, mit dem ich ihn jedes Mal nach Hause trug, lässt sich gar nicht in Worte fassen. Waren die Ostereier im Garten einmal gefunden, standen bei uns auch stets Osterspiele auf dem Programm, die einfach, aber äußerst lustig waren. Etwa ‚Eierkullern‘, wofür wir ein Brett aufstellten und jeder sein Ei runterrollen ließ in der Hoffnung, dem Ziel so nahe wie möglich zu kommen. Heute ist es meinem Mann und mir wichtig, dass wir während der Osterfeiertage möglichst viel in der Natur sind. Ansonsten arbeite ich zu Ostern immer. Der ORF überträgt am 16. April das Konzert aus dem Stift Klosterneuburg um 9.05 Uhr auf ORF 2 sowie um 20.15 Uhr auf ORF III, und am 17. April wird das traditionelle Osterkonzert der Wiener Symphoniker ‚Frühling in Wien‘ aus dem Musikverein um 10.25 Uhr auf ORF 2 ausgestrahlt. Darauf freue ich mich schon. Denn auf diese Art kann ich vielen Menschen die österliche Freude und Botschaft ins Haus bringen.“

Simone Stelzer, 47, Sängerin: „Ich habe den leibhaftigen
Osterhasen getroffen“

„Ich stamme aus einer katholischen Familie. Also kam bei uns der Ostermesse große Bedeutung zu. Aber natürlich wurden bei uns auch volkstümliche Bräuche großgeschrieben. Ich liebte es, nach der Messe in Herzogenburg (NÖ) zu meiner Oma zu fahren, um dort im Garten Nester zu suchen. Wenn ich an Ostern denke, taucht vor meinem inneren Auge immer das Bild meiner Mutter auf, wie sie, in der Küche stehend, die Schürze umgebunden, Eier färbt. Ein paar Exemplare aus dieser Zeit existieren sogar noch. Bei deren Anblick wird mir immer ganz warm ums Herz. Denn Ostern hat für mich stets bedeutet, Zeit mit meinen Liebsten zu verbringen. Dabei haben sich die Rollen im Laufe der Jahre etwas verändert. Heute spiele ich den Osterhasen für meine Nichten. Seit ich in Wien lebe, spaziere ich während der Feiertage oft im Lainzer Tiergarten umher. Dort hatte ich auch mein schönstes Ostererlebnis im Erwachsenenalter. Als ich so vor mich hin wanderte, merkte ich plötzlich, dass sich ein Hase zu mir gesellte. Er war gar nicht scheu, sondern hoppelte die ganze Runde neben mir her. So als würde er mir sagen wollen, ‚Ich bin der Osterhase, es gibt mich wirklich.‘“

Michael Heltau, 83, Schauspieler und Chansonnier: „Mich haben stets die liturgischen Rituale tief beeindruckt“
„Ich bin leidenschaftlicher Ministrant in Ingolstadt (Deutschland) gewesen. Die damals gesammelten Erinnerungen in der Karwoche vor Ostern haben sich bis heute in mein Gedächtnis eingeprägt. Ich war von den liturgischen Ritualen tief beeindruckt. Ansonsten wurde in meiner Familie Ostern einfach gehalten. Wir haben aber jedes Jahr Eier bemalt und natürlich auch traditionell Osternester gesucht. Ostern war für mich immer ein frohes Fest, feiert es doch Christi Wiederauferstehung. Die heurigen Ostern werde ich in Wien verbringen. Ich freue mich auf ausgedehnte Spaziergänge mit meinem Hund und die Veilchen im Wienerwald. Allgemein beobachte ich, dass sich der Zugang zu allen christlichen Festen im Lauf der vergangenen Jahrzehnte enorm verändert hat. Ich will kein Spielverderber sein, vor allem nicht für die Kinder. Aber zur Ruhe und zu familiärer Gemütlichkeit zu kommen, das war in meiner Kindheit leichter.“
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