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Ausgabe Nr. 14/2017 vom 04.04.2017, Fotos: GAP Gardens, imago, Friedrich Strauss
Zu Ostern sprießt das Buschwindröschen. Besonders hübsch ist die Sorte „Blue Eyes“.
Die gelben Buschwindröschen.
Ideal für Gärtner mit wenig Zeit
• Buschwindröschen sind anspruchslos, benötigen lediglich einen lockeren und humusreichen Gartenboden.
• Wichtig sind gleichmäßige Bodenfeuchte und ein lichtschattiger Standort unter größeren Gehölzen.
• Jegliche Bodenbearbeitung, auch Unkrautzupfen, ist zu vermeiden. Denn dabei werden womöglich die langen, empfindlichen Rhizome, also die Erdsprosse, zerstört.
• Blütezeit: je nach Witterung von März bis Mai. Die Blüten selbst sind etwa zwei Zentimeter breit, sternförmig und aus sechs bis acht Kronblättern bestehend.
• Größe: zehn bis 60 Zentimeter.
Die Schönheit aus dem Wald
Jedes Jahr rund um Ostern erfreut das hübsche Buschwindröschen das Auge des Waldspaziergängers mit dichten weißen Blütenteppichen. Vor allem in Buchen- und Eichenwäldern ist die Frühblüherin oft anzutreffen. Mit ihrem Auftauchen ist die kalte Jahreszeit endgültig vorbei.
Du Mädchen – nein, Seele nur
in blassem Mädchengesicht;
Aufblick aus Hauch, und Spur
aus Sternenlicht.

Das anmutige kleine Pflänzchen, das der Wiener Dichter Josef Weinheber in seinem Gedicht „Buschwindröschen“ treffend beschreibt, sprießt in unserem Land an den ersten warmen Frühlingstagen wie aus dem Nichts großflächig aus dem Waldboden. Und schon beim leisesten Windhauch schwanken die zarten, der Heckenrose ähnlichen Blüten hin und her. Wohl aus diesem Grund leitet sich der Gattungsname vom griechischen Wort „anemos“ ab, dem Wind. „Weshalb Anemonen bei uns als Windröschen bezeichnet werden“, erklärt die Gärtnermeisterin Bettina Bayer-Grilz von Bellaflora. Aber auch unter dem wenig schmeichelhaften Namen „Hexenblume“ ist das Buschwindröschen bekannt. Schließlich glaubten schon die alten Griechen, dass die Pflanze als Zauberkraut einst im Garten der „Hekate“, der Anführerin der Gespens-
ter und Geister, wuchs. Kein Wunder, dass auch unseren Altvorderen dieses Blümchen in der Volksheilkunst nicht unbekannt war und gerne gegen Augenkrankheiten verwendet wurde. Auch wider Kopf- und Magenschmerzen und gegen Geschwüre oder Gicht wurde das Kraut eingesetzt. Die Bauern meinten einst sogar, dass sie das ganze Jahr über vor dem „kalten Fieber“ geschützt seien, wenn sie die ersten drei Anemonenblüten, die sie im Frühling erblickten, aßen.

Ein netter Brauch, der über die Jahrhunderte überlebt hat, ist, die Blüten des Buschwindröschens zu pflücken und dabei den Spruch „Ich sammle das gegen alle Krankheiten“ aufzusagen. Dann wird daraus eine Kette gefertigt und diese um den Hals eines erkrankten Menschen gelegt. Doch Vorsicht, „dass heilsame Buschwindröschen ist im frischen Zustand eine giftige Pflanze, die bei Verzehr zum Erbrechen führen kann“, mahnt die Gärtnerin. Schließlich schützt das Gewächs mit dem Giftstoff „Protoanemonin“ ihr saftiges Laub vor gefräßigen Mäulern, die sich in der noch an Grün armen Zeit gern darüber hermachen würden.

Biologisch betrachtet gehört das Buschwindröschen zur Familie der Hahnenfußgewächse und findet sich weltweit in mehr als 120 Arten. Das Spektrum reicht von niedrigen, bodendeckenden Sorten, die wildwachsend im Wald anzutreffen sind, bis hin zu Arten, die durchaus eine Höhe von 60 Zentimetern erreichen können. In freier Natur blüht das Röschen meist reinweiß, zeigt gelegentlich aber auch leicht lila gefärbte Blütenblätter.

„Nur die wenigsten wissen, dass es vom Buschwindröschen auch etliche interessante Zuchtformen gibt“, sagt Bayer-Grilz. Sie erstrahlen im Gegensatz zu ihren wild wachsenden Schwestern in nahezu allen Farben. Zu den auffälligsten gehört zweifellos die Sorte „Blue Eyes“ mit ihrer fast tintenblauen Blütenmitte. „Robinsoniana“ hingegen ist eine lilablaue Farbvariante, die bereits vor 130 Jahren in England im botanischen Garten von Oxford entdeckt wurde.

„Wer das Buschwindröschen in seinem Garten haben möchte, sollte einen halbschattigen Bereich wählen, der nur selten betreten wird, denn nur dann bildet sich ein hübscher Blütenteppich“, rät die Expertin. Schließlich reichen den genügsamen Blümchen schon zwei Stunden Sonne pro Tag. „Die Blüten zeigen ihre intensivste Färbung auch nur im Schatten, weil zu starkes Sonnenlicht den Farbstoff zersetzt und ihn verblassen lässt“, wissen Gartenprofis. Zudem sind Buschwindröschen flinke Blüher. Das heißt, „sie treiben im Frühling rasch aus, haben aber schon ab etwa Mitte Mai ihren Wachstumszyklus beendet“. Und dann ist die Zeit der prächtig weißen Blütenteppiche für dieses Jahr auch schon wieder vorbei.
Hwie
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