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Ausgabe Nr. 6/2016 vom 09.02.2016, Fotos: Simon A.T. Jiménez, Clausen
Der Gastwirt vom Antonius Bräu:
Stephan Schmid.
Braumeister-Steak gratiniert mit hausgemachter Käsemischung:
Zutaten für vier Personen:
640 g Schweinskarree (4 Steaks), Salz, Pfeffer, etwas Öl; für die Käsemischung:
1/2 Bund Schnittlauch, 200 g reifer Camembert, 250 g Frischkäse, 4 EL Milch, 10 g Butter, 1 Schuss Birnenbrand, je 1 Msp. geriebener Knoblauchund Ingwer, Chilisalz, Paprikapulver, gemahlener Kümmel und Koriander, Muskatnuss
Zubereitung: Schweinskarree gut zuputzen, in einer Pfanne mit heißem Öl auf beiden Seiten scharf anbraten, danach salzen und pfeffern. Für die Käsemischung den Schnittlauch waschen, trockenschütteln und in Röllchen schneiden. Den Camembert in kleine Würfel schneiden. Den Frischkäse mit der Milch glattrühren und Schnittlauch sowie Camembert untermischen. Die Käsemasse mit flüssiger Butter, Birnenbrand, Knoblauch, Ingwer, Chilisalz und je einer Prise Paprikapulver, Kümmel, Koriander und frisch geriebener Muskatnuss abschmecken.
Die Masse in vier Portionen teilen und je eine Portion auf ein Steak geben. Im vorgeheizten Backrohr (220 Grad, Oberhitze) 10 bis 15 Minuten gratinieren.
Gut dazu passen Gewürzerdäpfelspalten. Erdäpfel schälen, Spalten schneiden und im Öl frittieren. Die frittierten Erdäpfelspalten in einer Gewürzmischung aus Ingwer, Salz, weißem Pfeffer, Kreuzkümmel, Curry, Cayennepfeffer und ganz wenig Zucker wälzen.
„Bei uns sitzt der Trunkenbold neben dem Bürgermeister“
Erst vor vier Monaten hat Stephan Schmid die Pforten seines „Antonius Bräu“ in Leobersdorf (NÖ) geöffnet und seitdem wird sein Gasthaus nahezu gestürmt. Denn der 28jährige Wirt verwöhnt seine Gäste mit heiteren Sprüchen, selbstgebrautem Bier und wunderbarem Essen.
Es gibt kein Bier im Himmelreich / drum trinken wir‘s auf Erden gleich.“ Stephan Schmid liebt lustige Sprüche, selbstgebrautes, süffiges Bier und herrliches, herzhaftes Essen. Daher verwöhnt er seine Gäste im Leobersdorfer (NÖ) „Antonius Bräu“ auch damit und genau in dieser Reihenfolge. Die Verse in der Speisekarte sowie im Internet auf Facebook dichtet der 28jährige Wirt meist selbst, das Dichten liegt ihm aber nicht im Blut, denn: „Wir sind a Wirtshausfamilie. Schon meine Urgroßmutter hat in Wien und im Burgenland Gasthäuser betrieben, meine Oma eröffnete in Baden das ‚Kupferdachl‘. Ich hab‘ das Schottengymnasium in Wien besucht und in der Hotelfachschule Hofgastein die Matura gemacht. Dann habe ich am ITM-College am Semmering und an der Strathclyde-Universität in Schottland studiert. Daher stammt auch meine Liebe zum Whisky. Ich hab‘ schon einige Komplimente bekommen, dass unsere Spirituosenauswahl umfangreicher sei als in mancher Cocktailbar.“ Da wären wir also bei den Getränken angelangt.

Im „Antonius Bräu“ wird ein eigenes Leobersdorfer Bier hergestellt – ein Novum in dem Weinort mit vielen Heurigen. Der Gerstensaft wird in den Kellerräumen nach einer geheimen Rezeptur von Braumeister Paul Beke gebraut. Das helle, dunkle, Spezial- und Weizenbier (0,5 l/€ 3,90) gibt‘s nicht nur im Wirtshaus, sondern es wird auch in Flaschen (2 l/€ 14,90) und Fassln (5 l/€ 17,50) für den Verkauf abgefüllt. „Auch Wasser wird zum edlen Tropfen / mischt man es mit Malz und Hopfen“, ist Stephan Schmid wieder in seinem Dichter-Element. Für seine Stammgäste hat sich der Wirt etwas Besonderes einfallen lassen. Zwanzig Bierkrüge wurden in der typischen „Leobersdorfer Blaumalerei“ angefertigt. „Sie wurden durchnummeriert und jeder Stammgast erhält seinen ganz persönlichen Krug“, sagt Schmid, der auch Pächter der „Kabane 21“ im Thermalbad in Bad Vöslau (NÖ) ist.

Gemeinsam mit seiner Mutter Andrea, 55, Chefkoch Milan Reinhold und einem jungen Team, „ich hab‘ eigentlich meine Freunde angestellt“, serviert der Wirt zum köstlichen „Brausafterl“ die kulinarische Ergänzung – als Vorspeise eine kräftige Rindsuppe mit feinen Frittaten, himmlischen Grießnockerln oder herzhaften Leberknödeln (€ 3,80), kleine feine Schmankerl wie Bierbreze mit Obatzd‘n, Verhackertem oder Kürbiskernaufstrich (€ 4,80). Zu einem wunderbaren Bier, dem Lebenselixier, gibt‘s ein Gulasch mit Laugenserviettenknödel (€ 9,20), das vom Wirt selbst gekocht wird. Unwahrscheinlich schwarz durch das dunkle Malzbier. Herrlich.

Für die „Ich hab‘s eilig“-Gäste werden überbackene Bauernbrote mit Speck, Zwiebel und Käse (€ 6,20), Blunzen-, Eierspeis- und Camembertbrote (je € 6,20) angeboten. Wer Deftiges zum Sattwerden liebt, sollte das Antoniusschnitzel vom Schwein mit Salat und Preiselbeeren (€ 12,80), die ausgelöste Hühnerkeule gebacken mit Erdäpfelsalat und Preiselbeeren (€ 9,80, „die geht am besten“) oder das Braumeister-Steak, gratiniert mit hausgemachter Käsemischung und Gewürzerdäpfelspalten (€ 13,20) bestellen. „Für den perfekten Antoniusburger mit Salat, Paradeiser, Käse und Speck, Krautsalat und Braumeister-Pommes (€ 12,80)
hat die ganze Mannschaft lange getüftelt“, sagt Schmid, der auch gern selbst zulangt. „Heut konnt‘ ich es kaum erwarten / ihn zu kosten, den Surschopfbraten / die ganze Nacht im Rohr verbracht / ist er heute eine Pracht / saftig, weich und herzhaft gut / davor zieh‘ ich meinen Hut.“ Auf die Vegetarier hat der Wirt natürlich nicht vergessen, bei Spinatknödeln mit brauner Butter, Rucola und Bergkäse
(€ 7,80) rinnt auch ihnen das Wasser im Mund zusammen. Wer danach noch immer nicht satt ist, versucht einen süßen Mohr im Hemd mit Schlagobers und Schokosauce
(€ 5,20), einen Apfel- oder Topfenstrudel mit Vanillesauce (€ 5,20).

Erst seit vier Monaten geöffnet, wird das „Antonius Bräu“, das in der herrlich nach Holz duftenden Zirbenstube Platz für 20 Gäste bietet und in der großen Stube 60 Plätze, von Gästen nahezu gestürmt. Stephan Schmid ist stolz darauf. „Meist geht‘s bei uns ordentlich zu. Unser Publikum ist gemischt, da sitzt der Trunkenbold neben dem Bürgermeister. Dabei entstehen nette Gespräche. Ich versuche immer, dass sich meine Gäste wohlfühlen und glücklich rausgehen.“ Zum Glück gibt‘s noch einen Spruch vom Wirt, den letzten: „Heute war ein guter Tag / es ging rund, so wie ich‘s mag / morgen machen wir gleich weiter / gut gelaunt und sicher heiter.“ ​

Antonius Bräu:
Hauptstraße 29, Leobersdorf (NÖ)
Küche: Mi–So 11–23 Uhr
Ruhetage: Mo, Di, Tel.: 02256/21223
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