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Ausgabe Nr. 11/2017 vom 14.03.2017, Foto: dpa
Seit neun Jahren wohnt Nadja Tiller in einer Seniorenresidenz.
Nadja Tiller feiert ihren 88. Geburtstag: „Altern ist nichts für Feiglinge“
Er hatte sich gewünscht, als Erster zu gehen. Als Walter Giller vor fünf Jahren starb, veränderte sich das Leben seiner Frau Nadja Tiller. Anlässlich ihres 88. Geburtstages, den sie am 16. März feiert, spricht sie über das Leben als Witwe.
„Ich habe Walter sehr geliebt. Wir waren 55 Jahre lang verheiratet und traten oft gemeinsam in Filmen auf. Seit einiger Zeit habe ich jedoch das Gefühl, dass Walter immer mehr verschwindet. Er rückt weiter weg. Es ist mir fast unheimlich, wie die Erinnerung verblasst“, erzählt Tiller, die seit neun Jahren in einer Seniorenresidenz, dem Augustinum an der Hamburger Elbe (D), wohnt.

Dort zog sie bereits mit ihrem Mann ein. „Ich lebe hier wie im Hotel. Ich stehe nie vor zehn Uhr auf und tue das, was mir Spaß macht. Nur zum Mittagessen muss ich mich abmelden, falls ich nicht teilnehme. Das ist für die Hausleitung die Garantie dafür, dass ich nicht ohnmächtig auf meinem Zimmer liege“, schmunzelt Tiller.

Das Essen wird sie an ihrem Geburtstag ausfallen lassen. An diesem Tag feiert sie mit ihrer Verwandtschaft. Ihre beiden Kinder und vier Enkerl wollen zu Besuch kommen. „Ich freue mich darüber, aber ich habe sie gebeten, dass sie nicht alle an einem Tag kommen. Das wäre mir zu viel. Ich sage einfach, wie es ist“, meint die Schauspielerin, die heute keine Rollen mehr annimmt.

„Das ist mir zu anstrengend. Ich bin zufrieden mit meiner Karriere“, erklärt Tiller, die als „Mädchen Rosemarie“ berühmt wurde. „Privat war ich nicht die wilde Frau von der Leinwand. Aber es hat großen Spaß gemacht, sie zu spielen. Viele sagen, ich sei sehr schön gewesen. Dabei habe ich mich nie als schön empfunden“, verrät Tiller, die bei ihrem Aussehen etwas nachhilft.

Sie hat sich ihr Gesicht liften lassen. „Wenn mir etwas an meinem Gesicht nicht gefällt und ich die Chance habe, es wegmachen zu lassen, dann mache ich es“, gibt die in Wien geborene Schauspielerin zu.

Vor zehn Jahren hat sie den Brustkrebs besiegt, heute hat sie künstliche Hüft- und Kniegelenke. Sie überstand einen Schlaganfall und einen Hörsturz. „Altern ist nichts für Feiglinge“, sagt das Geburtstagskind mit einem Augenzwinkern.
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