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Ausgabe Nr. 10/2017 vom 07.03.2017, Fotos: Thomas & Thomas
Schauspielerin Andrea L‘Arronge wird 60 und ist heute gelassener als je zuvor.
Die „Shanti“-Öle werden von Hand gepresst.
Glücklich mit ihrem Mann Charly.
„Ich habe Spaß am Leben“
Ob als Mutter in der Serie „Der Lehrer“ oder als Gräfin in „SOKO Kitzbühel“, die Schauspielerin Andrea L‘Arronge bewegt sich längst auf gewohntem Terrain. Aber nicht nur das, sie ist auch Unternehmerin. Seit einigen Jahren vertreibt sie ihre eigene Naturkosmetik-Linie. Die sympathische Mutter und leidenschaftliche Köchin genießt ihr Leben in vollen Zügen. Und das mit bald 60 Jahren noch mehr als früher.
Seit mehr als 15 Jahren funkt sie als attraktive Gräfin Vera von Schönberg den Kommissaren in der Fernsehserie „SOKO Kitzbühel“ dazwischen, spielte in zahlreichen Filmen mit („Die Supernasen“, 1983) und ist ein fester Bestandteil der deutschsprachigen Serienkultur. Im April
feiert die deutsche Schauspielerin Andrea L‘Arronge, die heute in Kitzbühel (T) und München (D) zuhause ist, ihren 60. Geburtstag.

Doch während andere in ihrer zweiten Lebenshälfte zur Ruhe kommen, hat sich die Schauspielerin in den vergangenen Jahren ein weiteres Standbein aufgebaut, ihre Naturkosmetik-Linie „Shanti“. Das Unternehmen führt sie gemeinsam mit Tochter Jessica und ihrem zweiten Mann „Charly“, 59. Der pensionierte Pilot Karlheinz Reichenwallner ist seit mehr als 30 Jahren an der Seite von L‘Arronge. „Wir lassen uns Freiraum, haben zwei Wohnsitze und fahren auch einmal ein paar Tage getrennt voneinander weg“, erklärt L‘Arronge das Geheimnis ihrer Ehe und verrät auch, dass sie bereits seit Jahren in getrennten Zimmern schlafen würden, „er hat einen anderen Biorhythmus als ich“. Die Mimin gibt zu, ein nervöser Typ zu sein und schwer abschalten zu können, „ich nehme meine Probleme mit ins Bett.“

Um für schwere Drehtage dennoch ausgeschlafen zu sein, behilft sie sich mit Schlaftabletten, „aber das kommt selten, höchstens zehn Mal im Jahr vor. Meistens mache ich Yoga oder versuche es mit Homöopathie.“ Eine Heilkunde, die ihr bereits bei der Erkrankung ihrer Tochter geholfen hat. Als sie zwei Jahre alt war, haben Ärzte bei ihr eine Atemwegserkrankung diagnostiziert. „Ich dachte nicht nur einmal, dass meine Tochter erstickt, der Notarzt war Dauergast bei uns“, erinnert sich L‘Arronge. Erst mithilfe von Homöopathie habe sich der Zustand gebessert, weiß die 59jährige, deren eigene Mutter vor drei Jahren starb. „Sie war nach einem Schlaganfall ein Pflegefall, ihre Patientenverfügung hat ihr weiteres Leid erspart“, erzählt L‘Arronge.

Die Asche ihrer Mutter habe sie unter einem Baum vergraben, „das würde mir eines Tages auch gefallen“, schmunzelt die Mimin, die am 7. April 1957 in München (D) zur Welt kam. Ihr Vater war Kameramann, die Mutter Kostümbildnerin. Bereits als Achtjährige stand sie für die Serie „Die fünfte Kolonne“ vor der Kamera. Außerdem sprach sie die Rolle der Pippi Langstrumpf in den gleichnamigen Filmen. In den Folgejahren war sie in zahlreichen Filmen und Serien zu sehen, darunter in Dauerbrennern wie „Tatort“, „Die Schwarzwaldklinik“ oder „Das Traumschiff“.

Seit dem Jahr 2015 steht sie zudem für die Serie „Der Lehrer“ vor der Kamera. Bis zur Geburt ihrer Tochter spielte L‘Arronge auch am Theater, „aber dann wollte ich abends mehr Zeit für mein Kind haben“, erinnert sich die Schauspielerin, die mit „Shanti“ ihr „zweites Baby“ pflege. „Ich ziehe es mit großem Spaßfaktor und viel persönlicher Leidenschaft auf“, lächelt die Unternehmerin. Ein anspruchsvolles Unterfangen, wofür ihre Familie acht Stunden am Tag arbeite, verrät L‘Arronge. Die Tochter kümmere sich um die Werbung, ihr Mann ums Kaufmännische.

Auf die Idee, Ayurveda-Produkte herzustellen, kam L‘Arronge durch ihre Asthma-Erkrankung, außerdem habe ihre Haut unter der jahrelangen Schminke fürs Fernsehen gelitten. Sie fing an, sich für Naturkosmetik zu interessieren und machte eine Ausbildung zur Ayurveda-Spezialistin. Aus ihrer neu entdeckten Liebe zu Ölen entstand die Idee zu „Shanti“, erzählt die Mimin, die ihrem 60er gelassen entgegensieht.

„Klar, ich schaue in den Spiegel und sehe den Verfall des Körpers. Damit muss sich jeder auseinandersetzen. Aber wir müssen wieder lernen, dass ein Gesicht nicht hässlich wird, wenn es alt ist, und den Verlockungen einer Schönheitsoperation widerstehen.“

Spätestens nach ihren gescheiterten Versuchen mit Hyaluronsäure habe sie von derartigen Eingriffen die Finger gelassen, meint die Darstellerin. „Bei mir haben sich Knötchen unter der Haut gebildet“, erzählt die 59jährige, die aber zugibt, eine Augenlidstraffung gemacht zu haben.
Dennoch hat das Alter auch schöne Aspekte, findet L‘Arronge, „heute äußere ich meine Meinung, egal, was andere denken.“

Und auch wenn die Erholungsphasen mittlerweile länger dauern als früher, lebe sie unbeschwerter und habe nicht mehr so viele „Hummeln im Hintern. Ich lache viel mit Heinz Marecek in ‚SOKO Kitzbühel‘ wie privat mit Charly. Ich habe Spaß am Leben und gönne mir auch etwas. Ein Glas Rotwein ist einfach ein Genuss“, schmunzelt die Schauspielerin, für die auch die ausgewogene Ernährung ein wichtiges Thema ist.

„Ich koche am liebsten selbst, reduziere Zucker, Weißmehlprodukte und Fleisch.“ Ihre Zutaten kauft sie dafür frisch am Markt oder im Bio-Laden ein. Derzeit bevorzugt sie die thailändische und indische Küche „und viel Gemüse, Hülsenfrüchte und Erdäpfel“.

Ganz so streng nimmt es L‘Arronge aber nicht, es darf auch einmal Schweinsbraten sein. „Dazu Sauerkraut und Kren, das ist gut für den Körper.“
wrann
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