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Ausgabe Nr. 09/2017 vom 28.02.2017, Foto: picturedesk.com
Dakota Johnson: "Ich habe oft das Gefühl, dass sich Männer genieren, mich anzusprechen."
„Sex ist harte Arbeit“
Reicher Mann begehrt junge, attraktive Frau. Sie ist von seinem Charme fasziniert und lässt sich zu demütigenden Liebesspielen verführen. Jeder Ort ist dabei recht. Anastasia (Dakota Johnson, 27) und Christian Grey (Jamie Dornan, 34) kennen kein Tabu. Der zweite Teil von „Fifty Shades of Grey“ sorgt derzeit für klingelnde Kinokassen. Ein hart erarbeiteter Erfolg, erklärt die 27jährige, die erst Sex mit Dornan simulierte und in den Drehpausen mit dessen Frau und Kind zusammensaß.
Frau Johnson, Sie sind nun zum zweiten Mal in einem Film recht hüllenlos zu sehen. Bekommen Sie nun zahlreiche eindeutige Angebote von Männern?
Ach wo, ich habe oft das Gefühl, dass sich Männer genieren, mich anzusprechen.

Was sagt denn Ihr Freund zu Ihren erotischen Szenen mit Jamie Dornan in „Fifty Shades of Grey“?
Welcher Freund? Ich bin alleinstehend. Meine Arbeit nimmt mich dermaßen in Anspruch, dass ich derzeit keinen Gedanken an einen Partner verschwende.

Waren Sie schon oft verliebt?
Nein. Aber ich habe schöne Beziehungen hinter mir, die über Jahre gehalten haben. Mit meinem Exfreund hatte ich auch das aufregendste Erlebnis. Er nahm mich eines Tages mit zum Fallschirmspringen. Das war ein unglaubliches Gefühl, als wir uns aus dem Flugzeug stürzten. Er hätte mich umbringen können.

Was halten Sie von der Online-Liebe, also von der Partnersuche mit Hilfe des Internets?
Ich habe von Menschen gehört, die den Partner fürs Leben auf diese Weise gefunden haben. Für mich persönlich ist diese Art der Partnersuche nichts.

War es für Sie bei den Dreharbeiten zum zweiten Teil der Trilogie von „Fifty Shades of Grey“ leichter, zwangloser, mit Ihrem Partner Jamie Dornan die Sex-Szenen zu drehen?
Eigentlich nicht, wir haben uns von Anfang an gut verstanden. Es ging zwischen uns immer recht zwanglos zu, vor allem, weil Jamie ständig irgendwelche Witze erzählt und herumgealbert hat. Der Spaß war ein nicht unerheblicher Kitt. Zudem hat sich die Geschichte zwischen Ana und Christian weiterentwickelt. Im ersten Teil haben wir die Charaktere ausgeformt, den Zuschauern erzählt, wer sie sind und in welcher Beziehung sie zueinander stehen. Jetzt, im zweiten Teil, steht Anastasias Weiblichkeit im Mittelpunkt, ihre sexuelle Entdeckungs-Reise, um zu sich selbst zu finden und eine gefestigtere Position gegenüber Christian einnehmen zu können.

Stimmt es, dass Sie den zweiten und auch gleich den dritten Teil der Trilogie gedreht haben?
Ja, wir verbrachten sechs Monate in Kanada und haben gearbeitet. Das war ganz schön anstrengend, denn Sex ist harte Arbeit. Sieben Stunden lang vor der Kamera heiße Szenen zu simulieren, ist eine gehörige Herausforderung. Schließlich sollen die Szenen nicht langweilig wirken, sondern anregend. Aber ich war körperlich gut darauf vorbereitet, ich habe trainiert. Und dass ich nackt herumgehen musste, machte mir auch nichts aus.Zumal ich mich mit Jamie ausgezeichnet verstanden habe, es war insgesamt eine herrliche Zeit.

Sie haben sich scheinbar so gut verstanden, dass Ihnen beiden sogar ein Verhältnis nachgesagt wurde …
Das ist lächerlich, zumal Jamies Frau und seine beiden süßen kleinen Kinder bei uns in Vancouver waren. Wir haben die ganze Woche gedreht und am Wochenende habe ich die Familie besucht, mit seiner Frau geplaudert und mit den Kindern gespielt. Das war wie eine Brise frischer Luft für mich.

In einer Szene des zweiten Teiles schütten Sie Kim Basinger, die ebenfalls ein Verhältnis mit Christian hatte, ein Getränk ins Gesicht. Haben Sie das gern getan?
Überhaupt nicht, im Gegenteil. Ich habe diese Szene gehasst, weil ich Ehrfurcht vor Kim habe. Sie ist schließlich eine Ikone unseres Geschäftes, der schüttet man doch nicht einfach was ins Gesicht. Sie nahm‘s jedenfalls mit Humor.

Hat sich Ihr Leben seit der Veröffentlichung des ersten Teiles von „Fifty Shades of Grey“ verändert?
Ich werde nun häufiger auf der Straße angesprochen. Das ist nicht immer angenehm, denn die Menschen glauben, dass sie mich nun kennen würden. Sie sind der Meinung, ich würde privat die gleichen sexuellen Vorlieben haben wie im Film. Eine sadomasochistische Person. Was nicht stimmt. Mich damit auseinandersetzen zu müssen ist mühsam. Ich will auch nicht, dass dies Teil meines Lebens wird.

Was machen Sie privat, gehen Sie oft aus?
Nein, überhaupt nicht. Ich bin ein Stubenhocker, der gerne Zeit daheim verbringt. Entweder mit meinen engsten Freunden oder alleine.

Und was machen Sie dann?
Ich koche gerne, darin bin ich ziemlich gut. Obwohl meine Küche recht klein ist, halte ich mich gerne darin auf. Und zaubere feine Gerichte für meine Freunde. Ich kann gut backen und Steaks zubereiten. Auch Huhn und Gemüse oder Pasta sind kein Problem für mich.

Ihre Eltern Melanie Griffith und Don Johnson sind ebenfalls Schauspieler. Wollten Sie unbedingt in deren Fußstapfen treten?
Ja, das war immer schon mein sehnlichster Wunsch. Vor der Kamera zu stehen, macht mich glücklich. Das habe ich wohl auch von meiner Oma Tippi Hedren geerbt, die unter anderem mit Alfred Hitchcock im Klassiker „Die Vögel“ mitgespielt hat. Sie ist ein Vorbild für mich, meine Inspiration. Oma vermittelt mir, wie ich mich in der alles verschlingenden Filmindustrie zurechtfinden kann. Und sie mahnte mich, meinen Instinkten zu vertrauen, mir selbst zu vertrauen.

Und Ihre Eltern? Haben sie die Filme mit Ihren Nackt-Szenen schon gesehen?
(lacht) Nein. Ich glaube auch nicht, dass sie großes Verlangen danach haben. Aber sie respektieren meine
Arbeit – und ein wenig stolz sind sie auch auf mich.


ZUR PERSON

Dakota Johnson wurde am 4. Oktober 1989 in Austin, im amerikanischen Bundesstaat Texas, geboren. Sie ist die Tochter der Schauspieler Melanie Griffith, 59, und Don Johnson, 67. Sie stand bereits im Alter von zehn Jahren vor der Kamera und wurde im Jahr 2006 bei der Verleihung der „Golden Globes“ zur „Miss Golden Globe“ gewählt. Weltweit bekannt wurde die Darstellerin durch ihre Rolle der Anastasia Steel in der Erotik-Verfilmung „Fifty Shades of Grey“. Allerdings brachte ihr die Rolle im Vorjahr die unrühmliche Ehre ein, mit der „Goldenen Himbeere“ als „Schlechteste Schauspielerin“ ausgezeichnet zu werden. Dennoch drehte sie Teil zwei und drei. Dakota Johnson arbeitet daneben auch als Modell.
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