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Ausgabe Nr. 09/2017 vom 28.02.2017, Fotos: picturedesk.com, Facebook
Weltmeister Stefan Kraft mit seinen Medaillen.
Dieses Porträtbild hat Stefan Kraft von einem Anhänger geschenkt bekommen.
„Beim Kegeln und Kartenspielen bin ich genauso ehrgeizig wie auf der Schanze“
Mit seinem ersten Titel bei der Nordischen Weltmeisterschaft in Lahti (Finnland) krönte sich der Schispringer Stefan Kraft, 23, am Wochenende zum „Gold-Adler“ der Nation. Im Interview mit der WOCHE erzählt er über seinen Ehrgeiz beim Kartenspielen, seine Anhängerinnen und warum er Salzburg liebt.
Mit Gold auf der Normalschanze und Silber im Mixed-Bewerb bei der Nordischen WM gelang am ersten Wochenende ein Traumstart, nicht wahr?
Auf jeden Fall, meine Freundin Marisa und ich haben vorher schon gescherzt, dass nach meinen bisherigen Medaillen in Silber und Bronze in der Kollektion nur noch eine Farbe fehlte. Jetzt ist die Sammlung komplett.

Was geht bei einem Siegersprung in Ihrem Kopf vor?
Da gehen mir tausend Gedanken durch den Kopf, wie weit es geht oder was ich technisch beachten sollte. Wenn alles passt, genieße ich den Sprung.

Können Sie sich des weiblichen Ansturmes noch erwehren?
An manchen Orten ist wirklich viel los. Etwa in Polen warten die Mädchen in Schlangen beim Ausgang auf mich. Manchmal brauche ich sogar Sicherheitsbeamte, um wegzukommen, wie beim Sprungbewerb im polnischen Wisla.

Ist Ihre Freundin eifersüchtig?
Aber nein, sie wundert sich nur, was da alles daherkommt. Ein Anhänger hat mir zum Beispiel ein handgemaltes Porträt geschickt. Ich hab‘s daheim aufgehängt, weil es so gut gezeichnet ist.

Wie rufen Sie Ihre Top-Form ab?
Ich glaube, meine Stärke ist, flexibel zu sein und auch mit schwierigen Randbedingungen gut zurechtzukommen. Jedes Jahr gehen wir mit neuen Schiern und Schuhen in die Saison, für einige ist das ein Problem. Ich bin mit fast jedem Material gut. Nur die Gesundheit muss passen, ein kleiner Virus und ich finde mich auf Platz 20 wieder.

Sind Sie innerlich so ehrgeizig, wie die Trainer immer sagen?
Von meinem Wesen her bin ich bescheiden. Doch im Sport will ich immer gewinnen, da ist‘s mir egal, ob es die WM oder etwas anderes ist. Auch beim Kartenspielen oder Kegeln mit meinen Freunden will ich Erster sein. Ich muss ein bisserl Ärger runterschlucken, wenn‘s nicht gut für mich läuft. Sonst stören mich nicht viele Dinge auf dieser Welt. Nicht einmal US-Präsident Donald Trump und dessen Aktionen regen mich auf, das würde auch nichts bringen.

Sie ziehen demnächst von Goldegg nach Oberalm. Dem Salzburger Land bleiben Sie also weiter treu?
Ja, denn die Region von Goldegg und Bischofshofen würde ich als meinen Lieblingsfleck bezeichnen. Da gibt es Berge, Seen und ein Wahnsinnspanorama. Generell ist unser Land eines der schönsten der Welt und im Sommer wie im Winter herrlich. Ins Ausland zu ziehen, um Steuern zu sparen wie andere Sportler, das würde mir nie in den Sinn kommen. 
Wolfgang Kreuziger
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