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Ausgabe Nr. 09/2017 vom 28.02.2017, Fotos: Feuerwehr Kremsmünster/zvg
Franz Haider ist mit 90 Jahren der älteste aktive Feuerwehrmann des Landes.
Auch bei Kälte ist Haider im Einsatz.
Haider mit seinem Sohn (Mitte).
Er ist noch bei jedem Einsatz mit dabei
Der rüstige Feuerwehrmann Franz Haider ist mit seinen 90 Jahren noch kein bisschen müde. Fast 70 Mal wurde der Landwirt aus Kremsmünster (OÖ) im vergangenen Jahr zu Unfällen und Katastrophen gerufen. Sein Enkerl ist ebenfalls schon ein Florianijünger.
Das ruhige Pensionistenleben ist nichts für Franz Haider. Mit seinen 90 Jahren schlüpft er noch regelmäßig in seine Feuerwehr-Uniform und fährt mit zu Einsätzen. Schon zehn Mal wurde er in diesem noch jungen Jahr in die Zentrale in Kremsmünster (OÖ) gerufen, „und solange ich kann, werde ich weitermachen“, versichert Haider, dessen Kameraden im Schnitt mit 65 Jahren in die Feuerwehrpension gehen.

Der Landwirt ist stets einsatzbereit. Dafür trägt er einen digitalen Empfänger bei sich, schlägt dieser Alarm, setzt sich Haider samt Enkerl Georg ins Auto. „Als ich noch ohne Führerschein war, hat mich der Opa mitgenommen, jetzt fahre meistens ich“, schmunzelt der 24jährige, der bereits im zarten Alter von zwölf Jahren der Freiwilligen Feuerwehr beigetreten ist. „Seit 2008 bin ich aktives Mitglied“, lächelt der Junior, dessen Vater als Abschnittsfeuerwehrkommandant und der Großvater als Gruppenkommandant tätig sind. Gemeinsam leben die freiwilligen Helfer mit ihren Familien auf einer Landwirtschaft, drei Kilometer von der Zentrale in Kremsmünster entfernt. „Aufgrund des weiten Weges erwischen wir meistens nur das letzte Einsatzfahrzeug“, meint der rüstige Landwirt, der eigentlich „nie Bauer werden wollte“, wie er verrät. „Aber die Zeiten waren eben andere“, gesteht Haider.

Am 7. Februar 1927 in Ried im Traunkreis (OÖ) geboren, half er schon als Bub fleißig am Bauernhof mit. Als der Krieg ins Land zog, mussten er und sein Bruder einrücken. Nach der Rückkehr aus den Kriegswirren suchte er nach einer neuen Herausforderung und wollte der Freiwilligen Feuerwehr Kremsmünster beitreten. Doch er blitzte ab. „Weil die Verantwortlichen glaubten, ich wolle nur an die amerikanischen Zigaretten kommen, die es dort gab“, sagt Haider. Er heuerte beim Löschzug in Helmberg, einer Außenstelle, an, die Ende der 50er Jahre der Zentrale in Kremsmünster eingegliedert wurde. „Und so kam ich doch noch da hin, wo ich hin wollte“, lächelt Haider, der damals in Theresa die Liebe fand. Die beiden heirateten und bekamen zwei Kinder, Franz und Marianne.

Neben seinem Sohn und Enkerl Georg ist der rüstige 90jährige heute eines von 100 Mitgliedern der Feuerwehr Kremsmünster. Und obwohl Mitglieder ab dem 65. Lebensjahr eigentlich die „Reserve“ bilden, sei sein „Opa bei allen Einsätzen dabei“, erklärt der Jüngste des Trios.
Rund 3.500 habe Haider bisher mitgemacht, „viele davon gingen mir äußerst nahe“, meint der 90jährige. Ans Aufhören denkt der Landwirt dennoch nicht. Zur Freude seiner Kameraden, „wir verlassen uns auf die Ortskenntnisse vom Franz und außerdem kennt er sich super mit Sturmschäden aus“, erzählen sie. aw
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