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Ausgabe Nr. 07/2017 vom 14.02.2017, Foto: picturedesk.com
Falco, 1982: „Wenn ich schon zu früh sterben sollte, dann wie Schauspieler James Dean auf einer Kreuzung im Porsche. Zack. Bum. Aus.“
Falco: Er war so populär, er war so exaltiert, denn er hatte Flair
Ich will ja niemandem auf die Füße treten“, sagt Horst Bork, „aber für die Zahl der Künstler, über die du ein Musical machen und damit in 50 Städten auftreten kannst, brauchst du keine zwei Hände.“ Einer dieser Künstler hieß mit bürgerlichem Namen Hans Hölzel, weltberühmt wurde er als „Falco“. „Er war wirklich einzigartig“, erzählt Bork, der mehr als 13 Jahre lang dessen Manager war.
Am 19. Februar wäre der erfolgreichste Popsänger unseres Landes 60 Jahre alt geworden. Doch ein schrecklicher Unfall am 6. Februar 1998 setzte seinem Leben ein jähes Ende. „Wenn ich schon zu früh sterben sollte“, sagte Falco im Jahr 1982, „dann wie Schauspieler James Dean auf einer Kreuzung im Porsche. Zack. Bum. Aus.“ Gut 16 Jahre später, knapp vorm 41. Geburtstag, saß er in seinem Geländewagen, fuhr mit Vollgas vom Parkplatz auf eine staubige Landstraße der Dominikanischen Republik, übersah einen Autobus und starb wie sein Idol. Später, bei der Obduktion des Leichnams, wurden sowohl eineinhalb Promille Alkohol im Blut nachgewiesen als auch Kokainspuren. Der König ist tot, doch sein Mythos quicklebendig. Das also sind die perfekten Voraussetzungen für „Falco – das Musical“, dessen Handlung eng an Horst Borks Buch „Falco: Die Wahrheit“ angelehnt ist.

„Die Unterhaltungsbranche ist voll von Vergessenen, aber Falco gehört ganz sicher nicht dazu. Seine Karriere strahlt bis heute aus, sicher auch, weil er als erster mit dem deutschsprachigen Lied ‚Rock Me Amadeus‘ im Jahr 1985 in der US-Hitparade auf Platz eins war. Das hat ihm bis heute keiner nachgemacht“, schwärmt der Manager. Er weiß, Falco hatte sein ganzes Leben lang mit Kokain, Alkohol und Tabletten zu kämpfen. „Manchmal war er über Monate trocken, meistens aber nicht.“ Auch Ausschweifungen standen bei ihm an der Tagesordnung. Weshalb der Exzentriker sogar ein mehrfach verabredetes Treffen mit dem Plattenmilliardär Richard Branson, der ihn weltweit vermarkten und noch berühmter machen wollte, platzen ließ.

Auch ein Duett mit der Popsängerin Madonna scheiterte an Falcos alkoholbedingter Transportunfähigkeit. Und so versickerte seine Karriere schnell im Suff. Viele Anläufe in den späten 80ern und frühen 90ern brachten den Erfolg nicht zurück, hinzu kamen private Schicksalsschläge wie gescheiterte Lieben sowie die überraschende Erkenntnis, nicht der Vater seiner Tochter zu sein. „Ich war elf Jahre alt, als er starb. Er war ein Kindskopf, aber wenn er bei mir war, dann zu 100 Prozent“, erzählt Falcos „Tochter“ Katharina Vitkovic, 31.

Seine große Wiedergeburt feierte der Kultsänger, der gerne auch als „erster weißer Rapper“ bezeichnet wird, erst posthum. Das kurz vor seinem Tod aufgenommene Lied „Out Of The Dark“ mit der prophetischen Zeile „Muss ich denn sterben, um zu leben?“, entwickelte sich nach seinem Unfall zum Riesenerfolg und beschließt auch das Musical. „Ich denke, er würde auch heute noch Musik machen, die wahrscheinlich anders klingen würde. Er wäre aber ganz sicher immer noch für einen Hit gut“, meint Horst Bork.
Seine letzte Ruhestätte fand Falco am Wiener Zentralfriedhof mit Mutter Maria in einem Ehrengrab.
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