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Ausgabe Nr. 05/2017 vom 31.01.2017, Foto: Cynthia Vice Acosta
Barron mit seinen Eltern, dem ehemaligen Fotomodell Melania und dem US-Präsidenten.
Barron Trump – Ein Leben im goldenen Käfig
Barron Trump wurde über Nacht zum „Ersten Sohn“ in den Vereinigten Staaten. Doch das Rampenlicht bringt dem verwöhnten Zehnjährigen nicht nur Freude. Öffentliche Anfeindungen und Hänseleien in der Schule bestimmen den Alltag des Luxuskindes.
Er ist Amerikas Sohn Nummer eins, Barron Trump. Der zehnjährige Spross von Donald Trump, 70, und seiner Frau Melania, 47, gehört seit der Angelobung seines Vaters zum Präsidenten der Vereinigten Staaten zu den am meist beobachteten Kindern der Welt. Und zu den am besten bewachten.

Sein täglicher Schulweg gleicht der Szene aus einem Geheimagentenfilm. In einem Konvoi fährt er zu einer der teuersten Privatschulen Amerikas, der „Columbia Grammar and Preparatory School“ in New York (USA). Kostenpunkt: rund 41.000 Euro jährlich. Dort besucht er die vierte Klasse. Mit Ende des Schuljahres soll Barron mit seiner Mutter seinem Vater ins Weiße Haus nach Washington (USA) folgen. „In diesem Alter ist es schwierig, ihn einfach aus der Schule herauszureißen, er hat Angst, seine Freunde zu verlieren“, erklärte Melania Trump.
Doch davon scheint es ohnehin nicht besonders viele zu geben. Dass er zum Präsidentensohn geworden ist, missfällt den meisten Mitschülern. Hänseleien seien an der Tagesordnung, heißt es. Die „übertriebenen Sicherheitsbestimmungen“ würden die Schüler nerven. Das Gehabe und der Rummel um Barron seien zuviel. Und auch andere Mütter sind in Sorge. „Wir haben gehofft, dieser Ärger sei vorbei, wenn Herr Trump nach Washington geht. Nun bleibt Barron bis Ende Juni in New York. Wir haben Angst um unsere Kinder. Jemand könnte versuchen, sie mit dem kleinen Trump zu entführen“, sagt eine Mutter.

Dazu machen wilde Gerüchte über die enormen Kosten der Präsidentenfamilie die Runde. Es wird behauptet, die zusätzlichen Sicherheitsvorkehrungen würden mehrere hunderttausend Euro täglich kosten. Einige sprechen sogar von einer Million am Tag.

Kein leichter Start für Barron Trump, der am 25. Jänner seinen ersten Schultag als Präsidentensohn absolvierte. Dabei legte seine Mutter Melania viel Wert darauf, solche Szenen zu vermeiden. Was ihr bis zur Zuspitzung des Wahlkampfes im Spätherbst 2016 noch halbwegs gelungen war. Je ernster es wurde, desto wichtiger wurde jedoch der Trump-Spross, Kinder sind Sympathieträger.

Dem Buben bereitete das jedoch wenig Spaß. Blass, abwesend und müde stand er oft neben seinem Vater, wenn dieser Reden hielt. Ebenso bei dessen Angelobung. Im Internet machten sich viele Menschen über Barron lustig, nannten ihn sogar „autistisch“.

Nun bekommt der Zehnjährige Rückendeckung von Chelsea Clinton, 36. Sie stand selbst jahrelang als Präsidententochter im Rampenlicht. „Barron Trump verdient, wie jedes andere Kind auch, die Chance, Kind zu sein“, mahnt sie.

Barron William Trump wurde am 20. März 2006 in New York als einziges Kind Melanias, 47, und als fünfter Spross ihres Mannes Donald, 70, geboren. Er und Melania hatten ein Jahr zuvor, im Jänner 2005, geheiratet. Offiziell haben sich die beiden nicht über die Bedeutung des Namens „Barron“ geäußert. Einige meinen, Trump habe damit Barron Hilton ehren wollen, den Sohn des Hotelgründers.
Andere sagen, Trump erinnere mit „Barron“ an seine deutschen Vorfahren.

Als Sohn eines Mannes, dessen Besitz auf 3,7 Milliarden Dollar geschätzt wird, wurde Barron der Reichtum in den Schoß gelegt. Er wächst im „Trump Tower“ in Manhattan auf, in den Ferien fliegt er zur Strand-Residenz nach Florida (USA). Schon als Siebenjähriger spielte er Golf und Tennis. Seine Mutter, ein ehemaliges slowenisches Fotomodell, bereitet den Sohn auf seine Rolle in der Gesellschaft vor, am liebsten als Geschäftsmann oder Politiker, so die 47jährige. „Er ist gut organisiert, verantwortungsbewusst und hat einen starken Willen. Deshalb nenne ich ihn ‚Kleiner Donald‘“, sagt Melania Trump. Sie behauptet, ihren Sohn ohne fremde Hilfe zu erziehen, sogar selbst zu kochen. „Ich bin eine Vollzeit-Mutter. Das ist die wichtigste Arbeit, die ich je hatte“, sagt Trump. Unterstützung bekommt die „Hausfrau“ von Hausmädchen, Köchen, Dienern und Fahrern. Barrons Lieblingsfächer sind Mathematik und Naturwissenschaften. Nach der Schule bekommt er Slowenisch-Unterricht. „Danach beaufsichtige ich Barrons Hausaufgaben und wir reden. Für mich sind unsere Gespräche wichtig, weil ich weiß, welche Sorgen er hat“, erzählt sie. Barron hat eine eigene Wohnung. Eines seiner Zimmer ist so groß, dass er darin Golf spielen könnte. Die Wände sind mit Bildern von Flugzeugen, Helikoptern und Limousinen übersät. „Oft spielt er stundenlang ganz allein. Natürlich hat er auch Freunde, die ihn besuchen, oder zu denen ich ihn zum Spielen fahre.“

In seiner Freizeit trägt der Zehnjährige Anzüge, er sei eben ein „Gentleman“, meint seine Mutter. Schon als Baby cremte ihn das Ex-Modell mit einer Kaviar-Creme ein. Aussehen ist eben wichtig bei den Trumps.

Die Mutter ist Barrons prägendste Figur und wohl die einzige Vertrauensperson des Zehnjährigen. Sein Vater, der Präsident, nimmt in der Erziehung keine tragende Rolle ein. „Donald hat nie eine Windel gewechselt, das ist für mich kein Problem. Ich wollte nie, dass er Windeln wechselt oder Barron zu Bett bringt. Denn ich genoss jede Minute“, sagt Melania Trump.
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