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Ausgabe Nr. 51/52/2016 vom 20.12.2016, Foto: ORF/Günther Pichlkostner
Liudmila Konovalova ist die Solotänzerin des Neujahrskonzertes.
„Ich tanze, bis ich Blut im Schuh habe“
Liudmila Konovalova wird dieses Jahr zum ersten Mal für das Neujahrskonzert auf der Bühne stehen. Ihr Weg zur ersten Solotänzerin des Staatsopernballetts war hart und voller Opfer. Trotzdem schlägt ihr Herz für diesen Beruf und unser Land.
Traditionell warten die Wiener Philharmoniker beim Neujahrskonzert mit Werken der Strauss-Dynastie und deren Zeitgenossen auf. Auch das aktuelle Ballett steht im Zeichen dieser Ära. Wobei diesmal die erste Balletteinlage bereits aufgezeichnet wurde, während die Schüler der Ballettakademie die zweite am 1. Jänner 2017 live tanzen. Die Aufzeichnung mit den Tänzern des Staatsopernballetts fand dieses Jahr erstmals in der Hermesvilla, einem Schloss im Wiener Lainzer Tiergarten, das einst Kaiser Franz Joseph I. seiner Frau Elisabeth schenkte, statt. Auch für die erste Solotänzerin Liudmila Konovalova stellte dies eine außergewöhnliche Premiere dar. „Es ist das erste Mal, dass ich beim Neujahrskonzert auftrete. Faszinierend an den Dreharbeiten war, dass ich nicht auf der Bühne, sondern in einem realen Raum getanzt habe. Auch mein Kostüm war herrlich. Dieses hübsche weiße Kleid wurde ja von Kaiserin Elisabeth, die einst hier wohnte, inspiriert. Für einen Moment habe ich mich wirklich wie eine Prinzessin gefühlt“, schwärmt Konovalova, die in der russischen Hauptstadt Moskau zur Welt kam.

Für sie stand bereits früh fest, Tänzerin werden zu wollen. „Mit vier Jahren erhielt ich meine erste Ballettunterrichtsstunde. Damals wusste ich noch nicht, wie viel Arbeit dieser Beruf bedeutet.“ Für ihren Traum war Konovalova aber bereit, bis an ihre Grenzen zu gehen und darüber hinaus. „Eine gute Balletttänzerin darf niemals aufhören, an sich zu arbeiten.“ Ihre Karriere forderte einige Opfer. Die gebürtige Russin konnte etwa nicht, wie ihre Altersgenossen, ständig ausgehen und feiern. „Ich hatte einen engen Stundenplan, wenig Freizeit. Und wenn ich einmal frei bekam, war ich meist todmüde. Aber ich bereue nichts.“

Bei einem Gastauftritt hat sich Konovalova schließlich in unser Land verliebt. „Als ich dann das Angebot von der Staatsoper bekam, zögerte ich nicht lange“, erinnert sich die Ballerina, die auch heute noch trainiert, bis sie wortwörtlich Blut im Schuh hat. „Das kommt oft vor. Natürlich ist es schmerzhaft.

Es fällt mir dann schwer aufzustehen und ich fühle mich wie eine Hundertjährige. Aber das gehört nun
einmal zu meinem Beruf dazu.“

Mittlerweile ist unser Land für Konovalova zur Heimat geworden. „Die Menschen, die Landschaft, die kleinen Städte, die aussehen wie aus einem Märchen, und natürlich das köstliche Essen haben mein Herz erobert.“ Von Diäten hält Konovalova wenig. „Das wäre mir zu kompliziert. Während der Arbeit ist es zwar unmöglich, Gewicht zuzulegen. Dafür kann ich in den Ferien mehr zuschlagen. Danach muss ich allerdings wieder in Form kommen. Da esse ich einfach weniger, vor allem abends“, verrät Konovalova.


PROGRAMM des Neujahrskonzertes

Franz Lehár, Nechledil Marsch aus der Operette „Wiener Frauen“

Émile Waldteufel, Les Patineurs. Walzer, op. 183

Johann Strauss (Sohn), ‚S gibt nur a Kaiserstadt,
‚s gibt nur a Wien. Polka, op. 291

Josef Strauss, Winterlust. Polka schnell, op. 121

Johann Strauss (Sohn), Mephistos Höllenrufe.
Walzer, op. 101

Johann Strauss (Sohn), So ängstlich sind wir nicht! Polka schnell, op. 413

Franz von Suppé, Ouvertüre zur
Operette „Pique Dame“

Carl M. Ziehrer, Hereinspaziert! Walzer aus der
Operette „Der Schätzmeister“, op. 518 (Ballett mit
Liudmila Konovalova als erster Solotänzerin)

Otto Nicolai, „Mondaufgang“ aus der Oper
„Die lustigen Weiber von Windsor“
Chor: Wiener Singverein,
Künstlerische Leitung: Johannes Prinz

Johann Strauss (Sohn), Pepita-Polka, op. 138

Johann Strauss (Sohn), Rotunde-Quadrille, op. 360

Johann Strauss (Sohn), Die Extravaganten. Walzer, op. 205

Johann Strauss (Vater), Indianer-Galopp, op. 111

Josef Strauss, Die Nasswalderin. Polka mazur, op. 267 (Arrangement Wolfgang Dörner)

Johann Strauss (Sohn), Auf zum Tanze!

Polka schnell, op. 436 (Live-Ballett-Einlage
der Ballettakademie)

Johann Strauss (Sohn), Tausend und eine Nacht.

Walzer nach Motiven der Operette „Indigo“, op. 346

Johann Strauss (Sohn), Tik-Tak. Polka schnell, op. 365
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